Sony - David Reeves: Wir müssen einfach leiden

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Sony - David Reeves: Wir müssen einfach leiden

(Martin) David Reeves, Präsident von Sony Computer Entertainment Europe, hat in der britischen Tageszeitung “The Guardian” ausführlich Stellung zur aktuellen Situation der Playstation 3 genommen. In dem Interview spricht er über die jüngsten Konzernverluste im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs, in Höhe von 157 Mio. Euro, die schleppenden Verkaufszahlen der PS3 und stellt überdies klar, warum es vor Weihnachten keine Preissenkung gab.

Auf die Frage, wie er den hohen Preis der PS3, in Zeiten der Rezession, rechtfertigt, antwortet er wenig überraschend: “Man muss sich nur die Fähigkeiten der Konsole anschauen. Mit der PS3 kann man gratis online gehen, sie hat alle Spiele die du willst, spielt Blu-Rays ab – was die Anschaffung eines neuen Players überflüssig macht – du kannst Fotos auf ihr speichern und sie bietet “Playstation Home”.” Er fügt an: “Zugegeben, im jetzigen wirtschaftlichen Klima werden die Leute eher zu den günstigeren Konsolen greifen.”

Dafür hob Reeves positiv hervor, dass die Software-Verläufe für die PS3 um satte 53% gestiegen sind. Außerdem wurden schon stolze 1,1 Mio. Vorbestellungen zum heiß erwarteten Ego-Shooter “Killzone 2″ aufgegeben.

In Bezug auf eine Preissenkung der PS3 sagte der SCEE Präsident: “Wenn wir den Preis vor Weihnachten gesenkt und dadurch eine weitere Milliarde Euro verloren hätten, wäre unser Weihnachtsgeschäft wahrscheinlich großartig geworden; darauf würde aber ein gewaltiger finanzieller Verlust folgen.”

Überraschend lobende Worte fielen in Bezug auf die Konkurrenz: “Wir haben von Nintendo gelernt, wie man den Markt vergrößert und von einer (Handheld-) Generation zur nächsten übergeht – das haben sie brillant gemacht. Und wir haben auch sehr viel von Microsoft gelernt.”

Reeves Aussagen lassen deutlich durchklingen, dass das Thema Preissenkung im Hause Sony durchaus ernsthaft diskutiert wird. Eine Prognose nach der Wahrscheinlichkeit einer Preissenkung gestalltet sich aber schwierig. Einerseits fürchtet man sich davor, dass zu viele Verbraucher aus Kostengründen zur Konkurrenz wechseln, andererseits sprechen wirtschaftliche Gründe klar gegen eine Senkung. Die Japaner haben aber anscheinend begriffen, dass sie im Zugzwang sind, um Microsoft und Big-N nicht aus den Augen zu verlieren.

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