Sony Ericsson: Keine Bootloader-Sperre bei Xperia-Reihe

Daniel Kuhn
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Sony hatte in der Vergangenheit nicht unbedingt den Hacker-freundlichsten Ruf. Durch das Verhalten gegenüber dem PS3-Hacker GeoHot hat das Unternehmen sich keine Freunde in der Szene gemacht. Die Ankündigung von Sony Ericsson, die neuen Modelle der Xperia-Reihe mit leicht entsperrbaren Bootloadern auszustatten und so den Weg für Custom ROMs und Mods aller Art freizumachen, überrascht daher umso mehr.

Sony Ericsson: Keine Bootloader-Sperre bei Xperia-Reihe

Motorola hat durch die verschlüsselten Bootloader ihrer Geräte in letzter Zeit viel Kritik einstecken müssen. Auch HTC hat die Bootloader der neuen Modelle HTC Thunderbolt, HTC Incredible S und wahrscheinlich auch das HTC [link id=1207419]Desire S durch eine Verschlüsselung unzugängig gemacht und gerät deswegen immer mehr in die Kritik. Sony Ericsson geht den entgegengesetzten Weg und hat jetzt angekündigt, dass die kommenden Geräte der Xperia-Reihe (Arc, Neo, Pro und Play) mit leicht entsperrbaren Bootloadern versehen werden.

Im Sony Ericsson Developers Blog erklärte ein Unternehmenssprecher, dass fast alle 2011er Xperia-Modelle leicht zu entsperren sein werden. Geräte mit SIM-Lock werden davon aber ausgeschlossen sein. Auch das Sony Ericsson Xperia X10, für das gerade erst ein Gingerbread-Update angekündigt wurde, wird nicht in den Genuss des neuen Bootloaders kommen.

Sony Ericsson will damit erfahrenen Nutzern und Entwicklern die Möglichkeit geben auf einfachem Wege Custom ROMs zu installieren. Das Problem, dass normalerweise durch die Installation von Custom ROMs der Garantieanspruch erlischt löst Sony Ericsson dadurch, dass bei Garantiefällen für Geräte mit Custom ROMs eine Bearbeitungsgebühr anfällt. Die Schäden dürfen dabei natürlich nicht durch die Benutzung von Custom ROMs entstehen, dadurch würde der Garantieanspruch verloren gehen. Aber immerhin: Sony Ericsson ist damit der erste Hersteller, der offiziell die Tatsache anerkennt, dass Nutzer Firmware und Betriebssystem ihrer Handys modifizieren möchten.

Dieser Schritt zusammen mit der neuen Updatepolitik erweckt den Eindruck, dass Sony Ericsson tatsächlich aus früheren Fehlern und den Fehlern anderer Unternehmen gelernt hat und sich inzwischen stärker an den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden orientiert. Wir begrüßen dieses Verhalten und erhoffen uns natürlich eine Vorbildfunktion für andere Hersteller.

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