Sony vs. GeoHot: Jailbreaker flüchtet nach Südamerika

Flavio Trillo
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George Hotz, bekannt für den ersten iPhone-Jailbreak und seine Bemühungen um eine Entsperrung der Playstation 3 wird derzeit von Sony verklagt. Der japanische Elektronikkonzern wirft dem Hacker vor, die PS3 widerrechtlich manipuliert zu haben um Zugang zu versteckten Systemfunktionen zu erhalten. Jetzt ist GeoHot, wie sich Hotz auch nennt, nach Südamerika gereist und schürt damit die Ressentiments.

Sony gibt in Gerichtsdokumenten an, Hotz habe Beweise unterschlagen und auf die Frage, ob er ein PlayStationNetwork-Konto besitze, die Unwahrheit gesagt. Auf richterliche Anordnung hin sollte der Hacker einige seiner Festplatten an eine neutrale Person abgeben und dort auf relevante Inhalte prüfen lassen. Diese musste aber feststellen, dass wichtige Komponenten aus den Laufwerken entfernt wurden, so dass sie als Beweismittel unbrauchbar wurden.

Zudem habe Sony starke Indizien dafür gefunden, dass Hotz über ein PSN-Konto verfüge. Die mit dem Account “blickmaniac” verknüpfte PlayStation-Seriennummer deutet auf einen Gerätekauf in unmittelbarer Nähe der Wohnung des US-Amerikaners. Zudem wurden im Internet Forenbeiträge mit Jailbreak-Bezug gefunden, die unter dem gleichen Namen verfasst wurden.

In vorigen Vernehmungen hatte Hotz unmissverständlich mitgeteilt, dass er sich nie für das PlayStationNetwork angemeldet hatte. Somit könnte ihm auch kein Verstoß gegen die Benutzerbedingungen vorgeworfen werden, da er sich nie mit ihnen einverstanden erklärt hatte.

All das sind noch keine hieb- und stichfesten Beweise, doch stellt sich die Lage insbesondere wegen des plötzlichen Aufbruchs ins Ausland für Hotz nun als schwierig dar. Nicht nur der Öffentlichkeit kommt sein Verhalten merkwürdig vor. Auch einige Fans merken an, dass er sich lieber auf den Fall konzentrieren solle, anstatt in den Urlaub zu fahren.

In seinem Blog gibt Hotz an, die Reise von langer Hand bereits im November geplant und bezahlt zu haben. Für seinen Prozess hatte der 21-jährige Spenden gesammelt, von denen er Anwälte und Gerichtskosten bezahlt.

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