LTE in Deutschland - Werden die großen Versprechungen erfüllt?

Tobias Heidemann
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Surfen via DSL – das ist für die meisten von uns so selbstverständlich wie der Kaffee am Morgen. Zocken, Socialn, Streamen und Downloaden per Breitband-Anbindung sind vollkommen normale Beschäftigungen geworden. Dabei vergessen wir jedoch, dass es immer noch Menschen in Deutschland gibt, denen all das verwehrt bleibt.

LTE in Deutschland - Werden die großen Versprechungen erfüllt?

Es sind meist die ländlichen Regionen, denen der schnelle Internetanschluss noch vorenthalten wird. Diese Gegenden bezeichnet man als “weiße Flecken”. Gebiete, die kein Breitband-Internet zur Verfügung haben, sollen nun aber endlich versorgt werden. Die Lösung heißt LTE.


Dieses Angebot soll Breitband für alle garantieren und den Anbietern Telefónica o2, Vodafon und der deutschen Telekom obendrein noch satte Gewinne bescheren. Die deutsche Telekom startete nun ihr LTE-Angebot. Doch werden die großen Versprechungen auch erfüllt?

LTE: Höher, schneller, weiter?

LTE steht für “Long Term Evolution”. Es wird über die Frequenzen des 2010 abgeschalteten Analogfernsehens gesendet. Das Signal wird mit dem Modulationsverfahren OFDM (Orthogonal Frequency-Division Multiplexing) in mehrere Trägersignale aufgeteilt. Die einzelnen Trägersignale werden gleichzeitig gesendet und dabei so abgestimmt, dass sie sich nicht gegenseitig beeinflussen. Das minimiert Übertragungsfehler.

Damit die Daten möglichst schnell ihr Ziel erreichen, werden sie mit MIMO (Multiple Input Multiple Output)-Antennentechnik übertragen. Dabei können die Trägersignale auf mehrere Sender aufgeteilt werden, um die vorhandenen Kapazitäten optimal auszunutzen. Dazu ist es natürlich notwendig, dass mehrere Antennen den Empfangsbereich abdecken. Im Idealfall, also in unmittelbarer Nähe mehrere Sender, erreicht LTE theoretisch eine Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Mbit/s.

50 Mbit/s – Im Idealfall

Und das funktioniert? Nein. Die optimalen Bedingungen sind in Deutschland nicht erfüllt und alle “weißen Flecken” sind noch lange nicht abgedeckt. Das Netz wird derzeit ausgebaut, doch bis LTE wirklich in jedem Dorf verfügbar ist, werden noch ein paar Jahre vergehen. Wer LTE bereits nutzen kann, muss sich mit Einschränkungen und hohen Preisen auseinandersetzen.


Vodafon bot LTE als erstes an und wirbt unverblümt mit der theoretischen Downloadgeschwindigkeit von 50Mbit/s und einer Uploadgeschwindigkeit von 10 Mbit/s. Das gilt allerdings nur im Rahmen des teuersten Tarifes, der stolze 59,99Euro im Monat kostet. Das Datenvolumen ist bei diesem Tarif auf 30GB begrenzt.

Der günstigste Vodafon-Tarif für 19,99Euro erlaubt einen 3,6Mbit/s schnellen Download und eine Uploadgeschwindigkeit von 720kbit/s. Möchte der User dieses LTE-Angebot breitbandtypisch nutzen, ist im regulären Online-Betrieb bei 5GB-Datenvolumen schnell Feierabend. Die Verträge für LTE-Dienste haben bei Vodafon eine Mindestlaufzeit von 2 Jahren.

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