@Telekom & Co: Wenn ihr uns keine Datenflatrate bieten wollt, nennt es nicht Flatrate!

Haben wir uns zu lange alles bieten lassen? „Datenflatrate“ ist ein falsches Marketingversprechen, Flatrates sind keine richtigen Flatrates – und manch großer Mobilfunkanbieter ist dreister als kleine Konkurrenten.

@Telekom & Co: Wenn ihr uns keine Datenflatrate bieten wollt, nennt es nicht Flatrate!

Jetzt will die Telekom also das Festnetz-DSL ab einer tarifabhängigen Datenmenge drosseln. Das heißt: Wir surfen nach einiger Zeit viel, viel langsamer – oder müssen einen teureren Tarif wählen. Und das, obwohl uns doch mittlerweile fast jeder Mobilfunkanbieter eine Flatrate (also Surfen bis zum Abwinken) verspricht.

Wir kennen diese “falsche” Flatrate von den Mobilfunktarifen – auch da eine Sauerei.

Mobilfunkanbieter: Prepaid ist besser als der teure Vertrag

Bei unserem Smartphone sind wir das gewohnt: Zum Beispiel nach 200, 500 oder 1000 Megabyte wird die Geschwindigkeit auf Schneckentempo reduziert. Wie lange wir schnell surfen können, hängt von unserem Tarif (vor allem von dessen Preis...) ab.

Vodafone und O2 gehen mit gutem Beispiel voran und drosseln in den teuren Tarifen weniger, als die günstigen Prepaid-Anbieter? Will man meinen. So war ich ziemlich überrascht, als ich das Kleingedruckte vieler Tarife für unsere Vergleichstabellen Prepaid und Mobilfunkvertrag studierte: Bei zahlreichen Discounter-Angeboten wird die Geschwindigkeit nach der vorgegebenen Datenmenge meist auf 64 kbit pro Sekunde reduziert. Das ist sehr, sehr langsam. Bei den Mobilfunktarifen von O2 und Vodafone sind es aber noch deutlich weniger, nämlich nur 32 kbit pro Sekunde! Steinzeitgeschwindigkeit, wir surfen wesentlich langsamer als früher mit dem Modem (56 kbit).

Liebe Konzerne, das sind keine Flatrates!

Früher sind wir auch mit einer langsamen Verbindung ausgekommen? Schon. Aber bei den heutigen Datenmengen ist das nicht möglich: Webseiten sind stark bebildert und animiert, zahlreiche Services (Facebook, WhatsApp, Mail, Google+,...) greifen gleichzeitig auf das Web zu, der Download von Apps ist mehrere hundert Megabyte groß, der Dokumentenspeicher liegt in der Cloud, Musik streamen wir, und und und.

Eine Verbindung mit 64 kbit, erst recht von 32 kbit, ist schlichtweg nicht zu gebrauchen. Eine Flatrate, die so stark die Geschwindigkeit reduziert, ist keine Flatrate!

Notwendiges Übel? Netz am Limit

Noch vor einigen Jahren gab es keine DSL-Tarife mit Datenflatrate, weil es sich für die Anbieter nicht rentiert hätte. Zwischenzeitlich surften aber so viele Menschen im Netz (und viele davon nicht sehr exzessiv), dass die Konzerne gefahrlos echte Flatrates anbieten konnten und können.

Doch das wird nicht mehr ewig so weitergehen, denn das Netz stößt tatsächlich an seine Kapazitätsgrenzen. Stau auf den Datenautobahnen ist vorprogrammiert: Dank Musik- und Filmstreaming über das Internet, Cloud-Dienste und ähnliches nimmt der Datenverkehr immer mehr zu.

Ein Ausbau der Netze ist eine Möglichkeit, auf die Situation zu reagieren. Die Verringerung des Datenstroms eine weitere.

Somit ist das eigentlich sehr vorausschauend, was sich die Telekom überlegt hat: Neue DSL-Verträge bekommen in Kürze eine „Drossel“-Regelung, die ab 2016 greift. Wahrscheinlich bleibt den Konkurrenten nichts anderes übrig, als früher oder später ebenfalls eine beschnittene Flatrate anzubieten.

DSL-Drosselung: Vorausschauend oder trickreich?

Wir können also glauben, dass die DSL-Anbieter gezwungen sind, mittelfristig die Flatrates abzuschaffen. Das Vorhaben der Telekom erscheint aber plötzlich in einem anderen Lichte, wenn man folgende Hintergrundinformation liest: Der Telekom-eigene Dienst Entertain mit Filmstreaming etc. wird nicht in das Daten-Budget eingerechnet.

Oha. Also ist die Drosselung doch nur eine Benachteiligung von Spotify, Watchever, iTunes und Co? Sehr trickreich, liebe Telekom.

Fazit: Das Ende der Flatrates ist eingeläutet

Wie wir es auch drehen und wenden: Wer all die datenintensiven Online-Dienste nutzt, wird für seinen DSL- und Mobilfunktarif (weiterhin) ordentlich in die Tasche greifen müssen.

Betrachten wir die neuen Telekom-Tarife, wird klar: Das Ende der Datenflatrates ist eingeläutet. Wie uns das Beispiel Mobilfunk zeigt, wird uns der Begriff dennoch länger begleiten – allerdings nur als falsches Marketing-Versprechen.

Titelbild: Montage von Flo/GIGA, unter Verwendung
von Problems with the transfer of energy. via Shutterstock.
Drossel: song thrush on a white background via Shutterstock. 

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