USA: AT&T kauft T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar

Frank Ritter
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In einem milliardenschweren Deal hat die Deutsche Telekom AG ihre US-amerikanische Mobilfunksparte verkauft. Für 39 Milliarden US-Dollar (rund 27,6 Milliarden Euro) wechselt das Unternehmen den Besitzer. Käufer AT&T besitzt durch den Zukauf nun einen Marktanteil von 40% in den Vereinigten Staaten.

USA: AT&T kauft T-Mobile USA für 39 Milliarden Dollar

Bei dem Verkauf wurden 25 Milliarden Dollar in bar fällig, der Rest in AT&T-Aktien. Somit hält die Deutsche Telekom AG 8% der Aktien und wird größter Minderheitsaktionär bei AT&T.

Laut Reuters loben Börsen-Analysten den Deal. So hätte die Deutsche Telekom damit eine seit Jahren schwächelnde Sparte abgegeben. Das “Sorgenkind” spare sich nun den kostenintensiven Ausbau auf 4G-Technologie nach dem LTE-Standard in den Vereinigten Staaten. Es wurde jedoch auch Kritik laut, dass die Telekom sich zu billig verkauft habe. Die Aktie der Deutschen Telekom hatte heute zeitweise ein Plus von 16,3 Prozent, der Börsenwert der DTAG stieg um 6,7 Milliarden Euro.

Branchen-Insider Om Malik sieht den Firmenkauf indes skeptischer. Bei dem Deal würden alle Parteien verlieren: Die Konsumenten, weil ein Teil des Wettbewerbs der Anbieter untereinander untergraben wird. In den USA gilt T-Mobile als Anbieter mit geringen Preisen, der sich für die Kunden positiv auf den Tarifwettbewerb auswirkte. Die Hardware-Hersteller, weil es nun nur noch einen großen Netzanbieter für den GSM-Standard gäbe (die großen Konkurrenten Verizon und Sprint verwenden den inkompatiblen CDMA-Standard) und dieser diktieren kann, welche Geräte auf den Markt kommen. Der Konkurrent Sprint, weil er mit T-Mobile einen wichtigen Partner bei vielen Regulierungsverhandlungen verliert. Die Hersteller von Netzhardware (Alcatel-Lucent, Ericsson und Nokia-Siemens) für den GSM-Ausbau, weil sie beim Wegfall der Konkurrenzsituation im GSM-Spektrum sich nahezu jeden Preis diktieren lassen müssten und noch weniger Aufträge bekommen werden. Und schließlich auch Google, denn mit T-Mobile USA verlieren sie einen guten Partener im Bereich Android.

Für unser Empfinden eine Spur zu apokalyptisch prophezeit Malik, dass AT&T möglicherweise – ähnlich wie Konkurrent Verizon – einen eigenen Android-Appstore eröffnet und dann selbst vorschreibt, welche Apps installiert sein dürfen und welche nicht. Malik schließt mit der Feststellung, dass durch den Wegfall eines innovativen und experimentierfreudigen Anbieters wie T-Mobile USA ein innovationsfreier Gigant an Macht gewinnt, der zum Monopol strebt. Leidtragende seien in jedem Fall die Kunden.

Bild: T-Mobile-Store in San Jose, Kalifornien, Coolcaesar/Wikipedia (GNU)

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