„Tesla baut einen Batterie-Park in 100 Tagen – und wenn nicht, dann bekommt ihr das System gratis“ – Elon Musk machte dem von Stromausfällen geplagten Bundesstaat Südaustralien im März 2017 ein irres Angebot. Der Superstar unter den Tech-Unternehmern hatte im Sommer den Zuschlag erhalten und nun – vor Ablauf der Frist – eine gigantische Akku-Farm errichtet.

Tesla-Boss Elon Musk gewinnt riskante Wette um den größten Akku der Welt
Bildquelle: OnInnovation, Attribution-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0)

Update vom 29.11.2017: Elon Musk hat sein Wort gehalten. Der größte auf Lithium-Ionen-Akkus basierende Energiespeicher der Welt ist aufgebaut und betriebsbereit. Die Anlage wird nun aufgeladen und ersten Prüfverfahren („regulatory testing“) unterzogen, wie Südaustraliens Premier Jay Weatherill verkünden lässt.

Elon Musk twittert dazu: „Herzlichen Glückwunsch an die Tesla Crew und die südaustralischen Behörden, die so hart gearbeitet haben, um diese Anlage in Rekordzeit herzustellen und zu installieren!“

 

Update vom 07.07.2017:
Tesla hat den Zuschlag erhalten: Bis Dezember 2017 wird Elon Musk in Südaustralien den größten Lithium-Ionen-Batteriespeicher der Welt bauen, der dann 30.000 Haushalte mit Strom versorgen soll. Die Energie wird auf der Hornsdale Wind Farm erzeugt und in das 129-Megawattstunden-System eingespeist. Dem Magazin CNET gegenüber zeigt sich Musk optimistisch wie immer: „Das ist der Weg der Zukunft. Ich denke, andere Staaten werden sich das genau ansehen und überlegen, ob das für ihren Bedarf anwendbar ist. Und ich glaube, in den meisten Fällen ist es das“.

Originalartikel „Tesla-Boss: Ich löse Australiens Energieproblem in 100 Tagen – oder die Anlage gibt’s gratis“ vom 10.3.2017:

Der Mann, den die meisten als Tesla– oder wahlweise SpaceX-Boss kennen, ist offenbar ein Marketing-Genie. Zumindest muss man Elon Musk zugestehen, dass er mit einer überdurchschnittlichen Frequenz Schlagzeilen produziert, die ihm und seinen geschäftlichen Aktivitäten zugute kommen. Sei es ein 35.000-Dollar-Elektroauto oder das größte Raumschiff aller Zeiten – der 45-jährige Unternehmer weiß, wie man positive Aufmerksamkeit erzeugt.

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Nun also der nächste lässige Move von Musk, diesmal in Form einer Wette auf Twitter – was ist da gelaufen? Es geht um die Energieprobleme (Stromausfälle) des Bundesstaates Südaustralien: Lyndon Rive (CEO der Tesla-Tochter SolarCity) hat angeboten, Batteriespeichersysteme in der Größenordnung von 100-300 Megawattstunden zu installieren. Das Unternehmen könne das sehr schnell, in unter 100 Tagen aufbauen. Daraufhin hat Mike Cannon-Brookes (australischer Milliardär und Atlassian-Mitgründer) getwittert: „Wie ernst meint ihr das, Lyndon und Elon? Könnt ihr die 100 Tage garantieren?“

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Die Antwort kam als Retweet innerhalb eines Tages und zwar von Elon Musk persönlich: „Tesla wird das System installieren und zum Laufen bringen: innerhalb von 100 Tagen nach Vertragsunterzeichnung – wenn nicht, dann bekommt ihr es kostenlos. Ist das ernst genug?“ Musk wettet also per Twitter-Nachricht um einen 200-Millionen-Auftrag.

Ist der Mann wahnsinnig geworden? Schwer zu sagen, aber man kann davon ausgehen, dass er sich sicher ist, wie der Aufbau dieser Anlage in so kurzer Zeit gelingen kann. Immerhin hat Tesla im Januar 2017 die Batteriefabrik „Gigafactory“ in Betrieb genommen, dort laufen Energiespeicher wie Teslas Powerwalls vom Band. Der Name ist Programm: Die Gigafactory ist das größte Produktionsgebäude der Welt. Keine schlechten Voraussetzungen für Musk und seine Wette.

Quellen: Twitter via Guardian, Tesla (Update), CNET (Update)

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