Review - Ich - Einfach Unverbesserlich

Leserbeitrag
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Mit Ich – Einfach Unverbesserlich wagt Universal Pictures den Sprung in die Animations-Branche. So kommt der Film nicht umher sich mit Größen wie DreamWorks oder Pixar zu messen. Ob Universal den Einstieg geschafft hat und einen lustigen UND kindergerechten Film (Sony Pictures ist ja einige male dran gescheitert) geschaffen hat?

Es geht um Gru, einem Anfangs noch nicht ganz so liebeswürdigen Superschurken, der den Coup des Jahrhunderts plant. Neben seinen anderen Schätzen, wie dem Bildschirm vom Time Square oder der Freiheitsstatue aus Las Vegas, soll sich nun auch der Mond gesellen. Um diesen Plan auszuführen, benötigt Gru einen Schrumpfstrahler, der im Moment jedoch leider im Besitz seines Erzfeindes Vektor ist (der erst vor kurzem die Cheopspyramide gestohlen hat). Gru adoptiert drei Waisenkinder, die durch ihren häuslichen Kecksverkauf ganz leicht in Vektors ”Festung” gelangen können. Und mit Hilfe der Cookie-Robotor gelingt es ihm auch letztendlich die Waffe seiner Begierde zu stehlen. Doch wie man es schon ahnen kann wird die Verbindung zwischen den anfänglichen ”Mittel-zum-Zweck-Kindern” und Gru immer tiefer.

Mehr muss von der Story hier nicht verraten werden. Vielleicht noch, dass Gru nicht alleine arbeitet. Er hat viele kleine gelbe, kartoffelförmige Helfer, die Minions. Mit teilweise einem oder zwei Augen helfen sie ihrem Meister, wo sie nur können. Schon hieran lässt sich erkennen, dass Universal eine perfekte Charakterauswahl getroffen hat: Ein Bösewicht mit einer schweren Kindheit, drei süße Kinder und die eigentlich noch knuffigeren, treudoofen Minions, ohne die der Film noch nicht einmal halb so gut wäre.

Die Story bietet grundsätzlich nichts wirklich neues. Es werden typische moralische Werte wie Familie, Freundschaft oder Gut statt Böse vermittelt und natürlich gibt es auch (ohne zu Spoilern) ein Happy End.

Minions

Neben der Geschichte bietet Ich allerdings noch eine ganze Menge mehr. Der Film weiß mit Situations- und Wortwitz zu überzeugen. Groß und Klein können sich an viele Stellen den Bauch vor Lachen halten, wenn die kleinen Minions als Menschen getarnt in einem Auto fahren oder der etwas schrullige Prof. mit seinem Rolator ”mal richtig Gas gibt”. Was uns die Trailer versprochen haben, setzt sich im Film also nahtlos fort. Eine Hürde, an der manch einer schon gescheitert ist. Das Abenteuer lebt von seinen hervorragenden Charakteren und deren urkomischem Verhalten. Schon das Aussehen der Figuren (vor allem natürlich der Minions) brachten den halben Kinosaal zum Schmunzeln. Ein Film mit Herz und Seele, der die Gratwanderung zwischen Originellem und Altbewährtem, Witz und ernsthafter Story sowie Spaß für Jung und Alt gekonnt meistert.

Offizieller Trailer

Dennoch schafft es Universal nicht an die Pixar-Filme heran zu kommen. Dafür sind die einzelnen Personen trotz super Dialogen zu wenig ausgeführt. Man fühlt nicht mit; was auch an der Story liegen kann, die gegen Ende eigentlich ordentlich Fahrt aufnehmen sollte, dies aber aus irgendeinem Grund nur bedingt passiert. Dennoch mindert dieser kleine ”Aussetzer” das Filmvergnügen in keinster Weise, lässt im Zuschauer aber unter Umständen den Gedanken zurück, dass da mehr drin gewesen wäre. Denn aus irgendeinem, für mich unerklärlichen Grund, schafft es Pixar in derselben Laufzeit viel mehr Story und Tiefe reinzubringen, die die Filme auch auf lange Sicht zu einem Hit machen.

Kindgerecht ist der Film aber allemal. Der Witz ist einfach gehalten und schlichtweg sehr unterhaltsam, die Laufzeit mit knapp 90 Minuten ist für kleine Kinogänger genau das Richtige. Doch auch Ältere müssen sich vor diesem Film nicht fürchten, so können auch Erwachsene darüber lachen und manchmal sogar nur Erwachsene (Beispiel: Die ”Bank des Bösen” trägt den Untertitel ”ehemals: Lehman Brothers”).

Fazit

Ich – Einfach Unverbesserlich reicht zwar nicht an die Pixar-Filme heran, verspricht aber dennoch eine Menge Spaß für wirklich JEDEN Kinogänger. Mit Situations- und Wortwitz weiß die Inszenierung zu überzeugen und sogar der 3D-Effekt wurde an einigen Stellen (z.B.: die Achterbahnfahrt) sehr schön eingesetzt. Ein überzeugender Einstand also, der Hoffnung auf mehr aus der Animationsstube von Universal macht. Kleine Minions – großer Spaß!!!

Hier noch zwei kleine Extras:

Erste Szene

Soundtrack

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