iPhone bei Verizon: modifizierte Hardware, hohe Subventionen

Florian Matthey
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Heute wird der amerikanische Mobilfunkbetreiber Verizon voraussichtlich ein iPhone mit CDMA-Chip vorstellen. Die Tatsache, dass Verizon und nicht Apple selbst die Presse einlädt, spricht dafür, dass es sich lediglich um eine neue Version des iPhone 4 und nicht etwa ein iPhone 5 handeln wird. Amerikanische Kunden dürften derweil von einem anstehenden Preiskampf zwischen Verizon und AT&T profitieren.

Monopol-Ende

AT&T war seit der Veröffentlichung des ersten iPhones im Jahr 2007 Apples Exklusiv-Partner in den USA. Nachdem entsprechende Monopole bereits in vielen anderen Ländern fielen – zuletzt Ende letzten Jahres auch in Deutschland -, dürften ab heute auch die Amerikaner die Wahl haben. Der Konkurrenzkampf führt für sie zu niedrigeren Preisen: Verizon soll das iPhone für seine Kunden kräftig subventionieren.

Hohe Subventionen von Verizon

Für den Abschluss einen Laufzeitvertrages wird der Netzbetreiber rund 400 US-Dollar für das Apple-Handy beisteuern, so der UBS-AG-Analyst John Hodulik. Das iPhone werde Verizon so viele neue Kunden bescheren, in diesem Jahr aber auch den Gewinn kräftig nach unten drücken.

Neue Hardware: iPhone mit CDMA-Chip

Ein Stolperstein auf dem Weg zum Verizon-iPhone war bislang, dass das Mobilfunknetz des Unternehmens auf den Standard CDMA setzt. Für AT&Ts Netz sowie ausländische Netze gab es das Smartphone bisher nur mit einem GSM- beziehungsweise UMTS-Chip. Der neue Mobilfunk-Chip soll wiederum etwas teurer sein und den Preis für das iPhone 4 um 20 bis 30 Dollar nach oben treiben, so der J.P.-Morgan-Analyst Mark Moskowitz. Dementsprechend müsste Verizon noch etwas mehr beisteuern als AT&T, um das Handy für den gleichen Preis zu verkaufen. Dass Apple ein anderes Unternehmen die eigene Hardware vorstellen lässt, sieht Jim Dalrymple von TechCrunch wiederum als Zeichen dafür, dass sich bis auf die CDMA-Integration nicht viel ändern wird.

Attraktive Datentarife für Verizon-Kunden

Für den Ansturm auf das eigene Mobilfunknetz durch datenhungrige iPhone-Benutzer, ein weiterer wichtiger Kostenfaktor, will Verizon derweil gewappnet sein. Nach Informationen des Wall Street Journal will der Mobilfunkbetreiber seinen iPhone-Kunden unbegrenzte Datenmengen anbieten – und das, obwohl das Verizon-Netz der Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports deutlich zuverlässiger sein soll als das von AT&T. AT&T verkauft seinen Kunden bislang nur bestimmte Volumenmengen.

Tethering will sich aber auch Verizon zusätzlich bezahlen lassen: Bei AT&T zahlen Kunden bisher 15 Dollar für 200 Megabyte oder 25 Dollar für zwei Gigabyte plus 10 Dollar für jedes weitere Gigabyte-Paket. Zwei Gigabyte mit Tethering kosten 45 Dollar. Verizon-Kunden sollen wiederum für 150 Megabyte 15 Dollar bezahlen, die Flatrate soll 30 Dollar kosten. Eine 5-Gigabyte-Tethering-Option soll es für 30 Dollar geben.

AT&T verkauft iPhone 3GS günstiger

AT&T dürfte dieses Jahr wegen der neuen Konkurrenz deutlich weniger iPhones verkaufen. Analysten gehen von sechs Millionen AT&T-iPhones im Jahr 2011 aus, im Jahr 2010 lag der Wert noch bei 15 Millionen. Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat das Unternehmen zumindest den Preis für das iPhone 3GS bereits gesenkt: Beim Abschluss eines AT&T-Vertrags bezahlen Kunden für das Gerät nur noch 49 statt 99 Dollar – auch im amerikanischen Apple Store Sollten die Auswirkungen der neuen Konkurrenz tatsächlich so groß sein wie von Analysten erwartet, muss sich AT&T aber noch mehr einfallen lassen.

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