Touch&Travel: Handyticket für Berliner Bus und Bahn

Marie van Renswoude-Giersch
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Das bereits vor Jahren von der Deutschen Bahn gestartete Pilotprojekt Touch&Travel wurde nun auch von der BVG eingeführt. Damit lassen sich bargeldlose Tickets für Bus und Bahn in Berlin und Potsdam einlösen – allerdings mit einigen Einschränkungen.

Das Handyticket-System der BVG kann vorerst bis Ende Oktober getestet werden. Mittels Positionsbestimmung und einem An- und Abmeldeverfahren berechnet eine Anwendung automatisch den Fahrpreis, der monatlich per EInzugsermächtigung vom Konto abgebucht wird. Zum bargeldlosen Einlösen von Tickets wird ein iPhone oder ein Android Smartphone mit Telekom- oder Vodafone-Vertrag, sowie die kostenlose App Touch&Travel (iPhone*, Android) benötigt. Zudem ist eine einmalige Registrierung eines Kundenkontos nötig.

Vor einer Fahrt meldet man sich über die Anwendung an. Dafür ist es nötig, die eigene Position zu bestimmen, was entweder über GPS-Signal oder durch Abfotografieren der an den Fahrplänen befindlichen QR-Codes geschieht. Alternativ kann man auch die Nummer der sogenannten Touchpoints eingeben. Die BVG weist darauf hin, dass die Anmeldung bei Nutzung der U-Bahn wegen mangelndem Empfang oberirdisch erfolgen sollte. Für die periodisch erfolgende Positionsbestimmung muss einmalig der Location Based Service des eigenen Providers freigeschaltet werden.

Ist man am Ziel angekommen, meldet man sich auf die gleiche Weise wieder ab. Die App rechnet alle gefahrenen Strecken und ermittelt automatisch den Fahrpreis und berechnet gegebenenfalls Kurzstrecke, Einzelfahrscheine oder auch am Ende des Tages eine Tageskarte, falls dies für den Fahrgast günstiger ist. Während beim direkten Umsteigen keine Positionsbestimmung nötigt ist, muss man sich für die Rückfahrt beziehungsweise bei längeren Unterbrechungen erneut an- und abmelden. Gerät man während der Fahrt in eine Fahrkartenkontrolle, wird dem Kontrolleur ein im Menüpunkt “Kontrolle” befindlicher QR-Code gezeigt.

Personen über 18 Jahren können das Handyticket mit allen Bussen und Bahnen im Berliner und Potsdamer Tarifgebiet AB sowie deutschlandweit bei Fernverkehrsverbindungen (ICE, IC/EC) nutzen. Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, wird das System von Datenschützern kritisiert, da sämtliche Bewegungsprofile sechs Monate lang gespeichert werden. Verbraucher wenden zudem ein, dass für das System ein Smartphone mit bestimmten Vertrag nötig sei. Bei einem ähnlichen System, dem Handy Ticket Deutschland, wäre dies nicht der Fall. Das Handy Ticket Deutschland wird bereits von 14 Verkehrsverbunden deutschlandweit genutzt und erfordert ein beliebiges Mobiltelefon und eine Internetverbindung.

Auf weitere Probleme im Zusammenhang mit dem bargeldlosen Handyticket geht der Radiosender radio eins in einem Beitrag ein. Nach einem Test stellte sich heraus, dass der Akku durch die ständige Ortung erheblich leidet. Im Fall einer Kontrolle stellt ein leerer Akku ein Problem dar. Außerdem spricht die Testperson die fehlenden Belege für Arbeitgeber und Finanzamt sowie die Schwierigkeiten bei vergessender Abmeldung nach einer Fahrt an. Übrigens ist der Versuch, erst während der Fahrt bei einer Kontrolle ein Ticket einzulösen, im Test gescheitert.

Bildquelle Teaser: bvg.de

Weitere Themen: Vodafone Smart III, Vodafone

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