Faszination Wargaming: Warum begeistern World of Tanks und Warships die Welt?

Martin Küpper
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Wargaming hat über all seine Spiele hinweg 150 Millionen registrierte Nutzer, doch ich war bis vor Kurzem keiner davon. Als Unbeteiligter versuchte ich der “Faszination Wargaming” auf dem Launchevent zu World of Warships auf den Grund zu gehen – und habe eine Antwort gefunden.

Faszination Wargaming: Warum begeistern World of Tanks und Warships die Welt?

Wargaming.net ist ein Phänomen. Nachdem sich der weißrussische Spieleentwickler lange Zeit mit rundenbasierten Strategiespielen beschäftigte, gelang 2011 mit World of Tanks der große Durchbruch. Die historisch akkurate Panzersimulation begeistert seit der Veröffentlichung weltweit Millionen von Spielern und ließ bei Wargaming die Kassen klingeln. Dieser Erfolg scheint sich nun mit World of Warships nahtlos fortzusetzen, denn bereits in der offenen Beta fand der neuste Streich des Entwicklers gewaltigen Anklang.

Anfänger-Guide für World of Warships

Laut Wargaming bringen es World of Tanks, World of Warships und das etwas weniger erfolgreich laufende World of Warplanes gemeinsam auf über 150 Millionen registrierte Nutzer. Wie viele dieser Accounts tatsächlich aktiv sind, möchte man bei Wargaming nicht an die Öffentlichkeit tragen. Doch es besteht kein Zweifel daran, dass insbesondere World of Tanks – aber eben auch World of Warships – über eine große, aktiv spielende Community verfügen.

Ich persönlich bin kein Teil dieser Community und hatte bis vor Kurzem nicht einen der angesprochenen Titel gespielt. Der Erfolg von Wargaming hat mich jedoch immer fasziniert. Wie gelingt es dem Studio, mit ihren Spielen derart viele Leute zu begeistern? Eine Frage, der ich auf dem großen Launch-Event im englischen Chatham endlich nachgehen konnte.

Hier seht ihr noch meine World-of-Warships-Dokumentation aus der Sicht von Kapitän Hain Davidson:

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World of Warships: So ist das Leben auf dem Kriegsschiff

Spürbare Begeisterung

Bereits kurz nach meiner Ankunft in der historischen Werft von Chatham, die mit ihren Museumsschiffen die ideale Kulisse für das Event bot, spürte ich bei den anwesenden Mitarbeitern von Wargaming eine außergewöhnliche Begeisterung für die eigenen Produkte. Mit wem ich auch sprach, jeder schien von World of Warships restlos überzeugt. Natürlich ist mir klar, dass gerade Mitarbeiter der PR-Abteilung dafür bezahlt werden, das eigene Spiele derart zu verkaufen. Doch selten habe ich eine derartige Hingabe für die eigene Sache gespürt, die weit über die klassische PR-Arbeit hinaus geht. Ein Eindruck der sich fortsetzte, als spätabends Wargamings CEO Victor Kislyi eintraf und uns per Handschlag begrüßte.

Wargaming ist mitlerweile ein gewaltiges, international agierendes Unternehmen, doch auch Victor Kislyi scheint die Begeisterung für die eigenen Spiele nicht abhanden gekommen zu sein. Der sehr nahbare CEO spielt laut eigener Aussage selbst immer wieder einige Runden in World of Tanks, Warplanes oder Warships. Scherzhaft meinte er zu mir, dass er das bei seiner Frau ja als Notwendigkeit für seine Arbeit rechtfertigen könne.

Am nächsten Tag spürte ich genau diese Begeisterung auch bei einigen der anwesenden Kollegen von der Presse. Nach der ersten Führung durch die Werft, wurde ich beim Mittagstisch, im Rumpf eines alten Weltkriegsschiffes, Zeuge einer äußerst angeregten Unterhaltung. Die beiden Kollegen unterhielten sich über die unterschiedlichen Schiffe im Spiel, ihre Vor- und Nachteile und ihre persönlichen Präferenzen. Dabei gingen sie derart tief ins Detail, dass ich mich wie eine außenstehende Landratte fühlte. Eines verstand ich jedoch sofort: das fachkundige Gespräch war ein Ausdruck einer aufrichtigen Passion für das Spiel. Doch woher kommt eine derartige Begeisterung? Wie gelingt es Wargaming, seine Spieler derart zu faszinieren?

Free to Play statt Pay to Win

Eines war mir bereits klar: Da die Spiele von Wargaming.net auf ein Free-to-Play-Modell setzen, fällt der Einstieg leicht. Account erstellen, Spiel herunterladen und installieren – schon kann man in das Geschehen mit einsteigen. Auf dem Event wurde man zudem nicht müde zu betonen, dass man bei Wargaming großen Wert darauf legt, dass das Free-to-Play-Konzept sehr fair umgesetzt wird. Auch wer kein Geld für kostenpflichtige Inhalte ausgibt, soll mit den Spielen seinen Spaß haben können. So gibt es bei World of Warships zwar einige exklusive Premium-Schiffe, die ihr nur für Echtgeld freischalten könnt, doch Wargaming stellt euch bewusst einige der besten und interessantesten Schiffe auch kostenlos zur Verfügung. Das Motto bei Wargaming lautet: Free to Play statt Pay to Win.

Historisch, akkurat, detailverliebt

Doch ein faires Free-to-Play-System macht natürlich noch kein gutes Spiel. Ich will wissen, was die Leute denn an den Titeln von Wargaming ganz genau fasziniert? Im Gespräch mit den Kollegen wurde ein Punkt immer wieder betont: World of Tanks, Warplanes und Warships überzeugen unter anderem durch ihre historische Korrektheit. Panzer, Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe sind echten Vorbildern nachempfunden, die man im Spiel äußerst sorgfältig umgesetzt hat. Das bezieht sich nicht nur auf die detailreichen Modelle, sondern auch auf das Verhalten im Spiel. Geschwindigkeit, Wendigkeit, Bewaffnung etc. sind dem Vorbild also nachempfunden. Wer sich für die Materie an sich interessiert, der wird bei Wargaming also bestens versorgt und mit einem liebevollen Detailgrad verwöhnt.

Ich interessiere mich weder für Panzer, noch für Kampfflugzeuge oder Kriegsschiffe, doch ich kann sehr gut verstehen, dass Leute mit einer derartigen Faszination darauf brennen, die unterschiedlichen Modelle im Spiel auszuprobieren, und sich an dem authentischen Schauspiel erfreuen können.

Der Spaß steht im Vordergrund

Noch wichtiger als die detailverliebte Umsetzung der unterschiedlichen Kampffahrzeuge ist jedoch ein ganz anderer Punkt: Die Spiele machen einfach Spaß. Das ist natürlich eine äußerst generische Aussage, die ich jedoch derart oft gehört habe, dass ich sie an dieser Stelle wörtlich wiedergeben muss, bevor ich ins Detail gehe.

Warum machen die Titel von Wargaming also so viel Spaß? Die Prämisse der Spiele ist ja recht simpel gehalten: Mit Panzern, Kampffliegern oder Kriegsschiffen duelliert man sich in actionreichen Team-Schlachten. Das ist leicht zu verstehen und ermöglicht einen schnellen Einstieg.

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World Of Warships

Der Tiefgang kommt durch die unterschiedlichen Kampffahrzeuge, die sich spielerisch sehr stark voneinander unterscheiden. Jeder Spieler findet somit also auch etwas Passendes, das seinem jeweiligen Spielstil entspricht. Bis man seine ideale Wahl gefunden hat, kann man sich mit dem vielfältigen Angebot austoben und hat reichlich Zeit zu experimentieren. In dieser Beziehung faszinieren World of Tanks, Warplanes oder Warships also ähnlich wie beispielsweise ein League of Legends, das mit seinen verschiedenen Champions eine ähnliche Herangehensweise bietet.

Das Abschießen von Gegnern ist zudem ein derart befriedigender Erfolgsmoment, dass der Suchtfaktor bereits früh greift. Als ich mein erstes Kriegsschiff in World of Warships versenkt habe, begriff ich sofort, wieso dieses Spiel so viele Spieler faszinieren kann.

Mein Kollege Jürgen, selbst begeisterter World-of-Warships-Spieler, machte mich zudem noch auf einen weiteren Punkt aufmerksam: Wargaming versteht es stets, seine Spiele durch neue Inhalte interessant zu gestalten. World of Warships wird beispielsweise durch die deutsche und russische Marine erweitert. Das heißt nicht nur, dass es eine ganze Ladung neuer Schiffe ins Spiel schaffen, sondern auch das Balancing auf dem Schlachtfeld entscheidend verändert wird. Durch solche Updates und Erweiterungen hält Wargaming die Spieler äußerst geschickt am Ball. Statt dem Spiel irgendwann überdrüssig zu werden, sorgen derartige Veränderungen schließlich dafür, dass man immer wieder neue Dinge ausprobieren kann und sich neuen Herausforderungen stellen muss.

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World of Warships: German Fleet incoming

Das Fazit: Wie fasziniert Wargaming seine Spieler?

Fassen wir also nochmals zusammen: Wargaming hat es geschafft, aktive Communities aufzubauen, deren Begeisterung absolut ansteckend wirkt. Durch das faire Free-to-Play-System und das leicht verständliche Spielkonzept, ist der Einstieg ins alle Spiele des Entwicklers schnell geschafft. Man hat bereits nach kurzer Zeit Erfolgserlebnisse, die derart befriedigend sind, dass sich jedem Spieler die Faszination schnell erschließt.

Die vielen unterschiedlichen Kampffahrzeuge sorgen wiederum für Komplexität und Vielfalt – da ist für jeden Spielertyp etwas dabei. Die Schiffe, Panzer oder Flugzeuge sind zudem realen Vorbildern akkurat nachempfunden, sodass Leute mit entsprechendem Interessengebiet voll auf ihre Kosten kommen. Und zu guter Letzt sorgt Wargaming mit regelmäßigen Updates und neuen Inhalten dafür, dass das Spiel auch langfristig nicht so schnell langweilig wirkt.

Auch ich habe nun also begriffen, dass der Erfolg von World of Tanks und World of Warships nicht von Ungefähr kommt. Wargaming.net weiß, wie es die Bedürfnisse und Wünsche seiner Zielgruppe erfüllen kann. Vielleicht gelingt ihnen das ja gerade auch deshalb so gut, da man bei Wargaming bis zum CEO an der Spitze selbst ein Teil dieser Zielgruppe ist. Es ist schließlich um einiges leichter (und in meinen Augen besser), wenn man Spiele entwickelt, von denen man auch selbst überzeugt ist. Entwickler, die Spaß an ihrem eigenen Spiel haben, sind jedenfalls immer ein äußerst gutes Zeichen – und das habe ich selten so eindrucksvoll gespürt, wie bei diesem Launch-Event zu World of Warships.

Weitere Themen: World of Warships, World of Warplanes, World of Tanks, World of Tanks Blitz, Wargaming.net

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