Flutkatastrophe in Thailand – Analyst: Globaler PC-Markt betroffen durch sinkende Festplattenlieferungen

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Die Flutkatastrophe in Thailand zieht weiter ihre Kreise und trifft auch den weltweiten PC-Markt durch den Ausfall der dortigen Fabriken. Die Überschwemmungen sorgen dafür, dass Festplatten-Hersteller und deren Lieferanten nicht mehr produzieren können.

Flutkatastrophe in Thailand – Analyst: Globaler PC-Markt betroffen durch sinkende Festplattenlieferungen

Betroffen sind dadurch aber nicht nur wir Endbenutzer, die im Laden nun entweder keine oder nur teure Festplatten kaufen können. Auch die PC-Hersteller und Anbieter von Cloud-Lösungen, die für ihre Server und Rechenzentren Festplatten benötigen müssen nun sehen, wo sie in den kommenden Monaten neue Laufwerke her bekommen.

Wie CNET berichtet, haben die Analysten von Barclays Capital das bisher anvisierte Wachstum des PC-Markts im 4. Quartal 2011 von 7,2 Prozent auf 4,3 Prozent heruntergesetzt. Für das gesamte Jahr wird nun nur noch mit 3,4 statt 4,4 Prozent gerechnet. Die Probleme sollen sich noch bis ins 1. Quartal 2012 fortsetzen.

Bereits am Freitag meldete DigiTimes, dass einige PC-Hersteller versuchen, über andere Wege an Festplatten zu gelangen. Kostete eine 500-GByte-Festplatte auf dem Grau-Markt bislang 45 US-Dollar, werden nun Preise jenseits der 100-US-Dollar-Marke aufgerufen. Einige Quellen sagten, dass die Hersteller “panisch” werden, um ihre Lager zu füllen.

Betroffen von den mehr als 1.000 überfluteten Fabriken, von denen eben viele auch Festplatten oder deren Bestandteile produzieren, sind aber auch Unternehmen wie Amazon, Google, Facebook oder Apple. Diese Firmen sind aufgrund ihrer Rechenzentren abhängig von den großen Massenspeichern.

Wie die New York Times berichtet, könnte der fehlende Nachschub von Festplatten große Probleme für das Internet bedeuten.

Durch die Katastrophe in Thailand wird damit gerechnet, dass 30 Prozent der Festplattenproduktion oder umgerechnet 50 Millionen Laufwerke wegfallen. Hersteller in China, den Philippinen oder Malaysia können einen Teil der Produktionsverluste auffangen, arbeiten aber zum Teil bereits bei 90 Prozent ihrer Kapazitäten, in China seien einige bei 98 Prozent.

Vor einigen Wochen gaben sowohl Seagate als auch Western Digital bekannt, dass sie mit starken Einbrüchen bei der Festplatten-Produktion rechnen.

Seit mehr als einem Monat kämpft Thailand gegen die Überschwemmungen. Seit Ende Juli starben bereits mehr als 440 Menschen durch die von heftigen Monsunregen ausgelösten Fluten. Auch die Hauptstadt Bangkok steht mittlerweile unter Wasser.

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