WhatsApp-Übernahme: Facebook hat gelogen und muss 110 Millionen Euro Strafe zahlen

Stefan Bubeck
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Vor drei Jahren wurde WhatsApp von Facebook übernommen. Damals hat der kalifornische Konzern unter CEO Mark Zuckerberg versprochen, dass es keinen automatischen Datenabgleich zwischen den Benutzeraccounts beider Dienste geben werde. Das war gelogen – jetzt verordnet die EU-Kommission eine saftige Strafzahlung.

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Für schlappe 16 Milliarden US-Dollar ging einer der größten Tech-Deals aller Zeiten über die Bühne, als 2014 der Social-Media-Gigant Facebook den damals schon populären Messaging-Dienst WhatsApp übernahm. „WhatsApp wird unsere existierenden Chat- und Messaging-Dienste ergänzen, um unserer Community neue Tools zu bieten,“ so das damalige Statement von Facebook-Gründer Zuckerberg. Was das genau zu bedeuten hat, ist mittlerweile klar: Es geht um Nutzerdaten.

EU-Kommission: Möglichkeit zum Datenabgleich habe sehr wohl bestanden

Ursprünglich hatte Facebook bei der Anmeldung der Übernahme von WhatsApp behauptet, dass ein automatischer Datenabgleich nicht zuverlässig möglich sei. Als Facebook dann im August 2016 verkündete, die Telefonnummern von Benutzern beider Dienste zu verknüpfen, sah sich die Behörde in Brüssel getäuscht: Falsche Angaben bei Verfahren zur Fusionskontrolle – das wird Folgen haben.

Nun folgt endlich das Nachspiel: Facebook wird von der EU-Kommission zu 110 Millionen Euro Geldstrafe verdonnert. Die EU-Kommissarin für Wettbewerb, Margrethe Vestager: „Die heutige Entscheidung sendet ein klares Signal an Unternehmen, sich an alle Aspekte der EU-Übernahmeregelungen einzuhalten, inklusive der Pflicht korrekte Informationen zu liefern.“ Facebook wird die Strafe laut Angaben eines Firmensprechers akzeptieren: „Die heutige Ankündigung bringt die Sache zum Abschluss.“

Ein Schuldeingeständnis? Ja, aber mit Einschränkungen: Denn die Fehler in den Papieren von 2014 seien keine Absicht gewesen, so die Erklärung des Social-Media-Giganten.

Ob der auf den ersten Blick stattliche Strafbetrag tatsächlich für Reue bei Facebook sorgen wird, ist kaum einzuschätzen. Die Übernahme ist längst über den Tisch und WhatsApp beliebt wie nie zuvor. Den einzig echten Druck auf den Konzern werden wohl nur skeptische Nutzer machen können, die konsequent auf alternative Dienste umsteigen. Das allerdings ist gar nicht so einfach, solange viele wichtige Kontakte nicht mitwechseln.

Quellen: tagesschau, EU-Kommission, Zeit

Weitere Themen: WhatsApp APK, WhatsApp Hintergrundbilder, WhatsApp Inc.

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