WhatsApp will Geld von den Nutzern: Das sind die Pläne

Johann Philipp
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Facebook will seinen Messenger-Dienst aus den roten Zahlen holen und profitabel machen. Dazu führen sie einen neuen kostenpflichtigen Dienst ein. Das ändert sich für den normalen Nutzer:

WhatsApp will Geld von den Nutzern: Das sind die Pläne
Update vom 06.09.2017, 14:22 Uhr:In einem Blogeintrag macht WhatsApp seine Pläne für ein „Firmen-WhatsApp“ nun offiziell und erläutert die Details. Als Beispiel werden Ladenbesitzer genannt, die mit ihren Hunderten Kunden von „einem einzigen Smartphone aus“ kommunizieren möchten. Auf der anderen Seite steht die Kundschaft, die sicher sein möchte, dass es sich um den echten und verifizierten Firmen-Account handelt.

WhatsApp arbeitet nach eigenen Aussagen an einer kostenlosen Lösung für kleine Unternehmen, aber auch an einer „Enterprise-Lösung“ für Airlines, Banken oder Onlineshops. In der entsprechenden FAQ zu WhatsApp Business wird das grüne Siegel gezeigt, das einen verifizierten Kontakt markiert.

Ob WhatsApp mit einer Business-Version seines Messengers auch hierzulande Fuß fassen kann, bleibt abzuwarten. Einige deutsche Unternehmen – auch im Mittelstand – haben sehr strenge Vorschriften, die unter anderem die Speicherung und Übertragung von (Kommunikations-)Daten außerhalb der EU verbieten. Zudem finden sich bereits Angebote für Geschäftskunden auf dem Markt, etwa Threema Work aus der Schweiz („Der Messenger für Unternehmen“) oder Memoio aus Deutschland („Der B2B-Messenger made in Germany.“). Gut möglich, dass deutsche Firmen diesen Anbietern den Vorzug vor dem zu Facebook gehörenden WhatsApp geben.

Originalartikel vom 28.08.2017:

Die Neuerung von WhatsApp ist schon seit einiger Zeit in der Gerüchteküche. Facebook sucht nach einem Finanzierungsmodell um die Kosten für die Übernahme des Messenger-Dienstes von damals 19 Milliarden US-Dollar wieder reinzuholen und WhatsApp endlich profitabel zu machen. Rund 1,3 Milliarden Personen nutzen die App, doch bisher beschert sie Facebook überwiegend Verluste. Die Lösung sollen kostenpflichtige Business-Accounts sein, über die geprüfte Unternehmen direkt mit ihren Kunden und Geschäftspartnern kommunizieren können.

Grüner Haken für Unternehmen

Damit mögliche Adressaten den offiziellen und verifizierten Account des Unternehmens erkennen, erscheint neben dem Namen künftig ein grünes Häkchen. Diese Vorgehensweise kennen wir schon von anderen Plattformen wie Twitter. Hintergrund der Business-Accounts ist aber auch, dass WhatsApp mehr als nur eine reine Kommunikationsplattform für private Anwender werden möchte und dafür immer neue Funktionen vorstellt. Gestartet als reines Chat-Programm für private Nachrichten, kann man sich heute Newsticker und Neuigkeiten auf das Smartphone schicken lassen und bald auch Geld senden:

Diese neuen WhatsApp-Funktionen solltest du beherrschen

Vorerst nur Pilotprojekt – Für Normal-Nutzer kostenlos

Die neuen Business-Accounts werden zu Beginn allerdings nur selten zu sehen sein, denn aktuell läuft ein Pilotprojekt mit nur ein paar wenigen ausgewählten Unternehmen. Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, soll die Funktion ausgeweitet werden. Für den normalen WhatsApp-Nutzer bleibt der Dienst kostenlos und werbefrei. Sie bekommen lediglich eine weitere Möglichkeit, um direkt über WhatsApp mit einem Unternehmen zu chatten. Die Accounts bieten für die Firmen auch einige weitere Funktionen: So können sie ihre Geschäftszeiten in ihren Status eintragen und eine automatisierte Antwort einstellen, wenn ein Kunde sich außerhalb der Zeit bei ihnen meldet.

Ob genug Geld in die Kassen kommt, um die Verluste von zuletzt 230 Millionen US-Dollar auszugleichen, bleibt abzuwarten.

Quelle: Wabetainfo, WhatsApp

Weitere Themen: WhatsApp APK, WhatsApp Hintergrundbilder, WhatsApp Inc.

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