Ende der YouTube-Sperre für Musikvideos in Deutschland: Historische Einigung zwischen Google und GEMA

Peter Hryciuk
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Google und die deutsche Verwertungsgesellschaft für Musikrechte GEMA haben nach Jahren der verhärteten Fronten überraschend eine Übereinkunft erzielt. Google wird demnach für auf YouTube angeschaute Musikvideos künftig an die GEMA zahlen. Bislang in Deutschland gesperrte Musikvideos und mit Musik unterlegte Videos werden dafür freigeschaltet.

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YouTube und GEMA schließen Vertrag

Wer in Deutschland Musikvideos auf YouTube schauen wollte, wurde bisher oft von einer Sperre davon abgehalten. Damit ist nun Schluss: Wie YouTube im eigenen Blog offiziell verkündet, hat man sich mit der Verwertungsgesellschaft endlich geeinigt und wird ab sofort alle in der Vergangenheit blockierten Musikvideos freischalten. Nicht explizit genannt, aber mutmaßlich inbegriffen sind Videos, die Musik von Rechteinhabern verwenden. Laut Angaben des Unternehmens kann die Freischaltung aller Videos noch etwas dauern und bittet um etwas Geduld. Ab sofort werden aber neue Musikvideos auf YouTube grundsätzlich nicht mehr blockiert, sodass die Videoplattform für Künstler eine noch wichtigere Bedeutung bekommt.

Der Durchbruch ist nur gelungen, da Google und GEMA den jahrelangen Streit um die faire Entlohnung von Künstlern beigelegt und einen Lizenzierungsvertrag unterschrieben haben. Soll heißen: YouTube zahlt nun an die GEMA für jedes abgerufene Musikvideo. Teile der Werbeeinnahmen werden damit also an die Verwertungsgesellschaft ausgeschüttet und gelangen auf diesem Wege zu den Künstlern. Über die Höhe der Zahlungen und Anteilen, die YouTube an die GEMA ausschüttet, ist nichts bekannt. Google spricht (natürlich) von einer fairen Bezahlung für Komponisten, Songwriter und Musikverleger, wir gehen aber nicht davon aus, dass Google die von der GEMA ursprünglich geforderten 0,375 Cent zahlt.

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YouTube Red - Promo-Clip

YouTube wird weiterhin in sein Rechtemanagementsystem und Content ID investieren, um Rechteinhaber zu schützen. Weiterhin sollen neuen Technologien bei YouTube integriert werden – dazu zählen VR- und 360-Grad-Videos. Deutsche Künstler zeigen sich erfreut über die Einigung. Eventuell ist das auch der erste Schritt, um YouTube Red nach Deutschland zu bringen, die Zeichen dafür stehen nun sehr gut.

Quelle: YouTube-Creators-Blog

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