Hat der Lauschangriff von Amazons Echo-Geräten bald ein Ende? Ein neuer Wunder-Chip soll Alexa mehr Eigenständigkeit bringen und die Anbindung an Amazons Server kappen.

Amazon Alexa: Mehr Privatsphäre dank neuem Wunder-Chip
Bildquelle: GIGA

Amazon Alexa wird erwachsen und löst Aufgaben viel schneller

Die smarten Lautsprecher von Amazon mit der integrierten Sprachassistentin Alexa helfen im Alltag, spielen Musik und steuern das Licht. Ohne eine Verbindung zum Mutterkonzern übers Internet geht allerdings gar nichts. Das komplette Wissen von Alexa liegt auf Servern in den USA, auf die der Lautsprecher bei jeder Anfrage zurückgreift.

Wie The Information berichtet, plant Amazon nun einen besseren Chip in die Geräte einzubauen, damit sie Anfragen auch selbstständig ausführen kann. Das Zauberwort des „Wunder-Chips“ heißt wie so häufig künstliche Intelligenz.

Mit den neuen Chips soll die Spracherkennung schneller erfolgen, weil die Befehle lokal im Gerät umgesetzt werden können und nicht erst zu Amazon-Servern übertragen werden. Gerade für einfache Befehle wie dem Stellen eines Timers kann das sinnvoll sein. Zusätzlich bekommen die Nutzer mehr Privatsphäre, weil nicht mehr jeder Befehl an Amazon geschickt werden muss. Alexa lauscht also in Zukunft deutlich weniger.

Darum braucht Alexa einen KI-Chip

Für eine Spracherkennung reichen normale Chips nicht aus, weil jeder Befehl anders ist. Deswegen müssen Algorithmen entwickelt werden, die den Befehl des Nutzers verstehen, analysieren und umsetzen.

Mit einer Anbindung an leistungsstarke Server werden diese rechenintensiven Schritte einfach ausgelagert. Wenn sich das Gerät selbst darum kümmern soll, braucht es einen leistungsstarken KI-Chip. Amazon wird die Chips aber nicht selbst herstellen, aber maßgeblich entwickeln. Bereits 2015 hatte der Konzern den Chiphersteller Annapurna Labs übernommen und die eigene Chip-Abteilung immer weiter ausgebaut.

Wann Alexa endlich erwachsen wird und mit den neuen Chips Befehle auch selbst verarbeiten kann, verrät Amazon noch nicht. Mehr Privatsphäre und schnellere Anfragen wären ein großer Pluspunkt für alle Kunden. Amazon wird sich diese Vorteile sicher nicht entgehen lassen, um Siri und den Google Assistant auf Abstand zu halten.

Quelle: The Information, The Verge

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