Lovefilm-Alternativen: Wer tritt in Amazons Fußstapfen?

Marco Kratzenberg

Kurz nach der Ankündigung von Amazon Lovefilm, den DVD-Verleih einzustellen, begannen zahlreiche Kunden mit der Suche nach Lovefilm-Alternativen. Bei wem kann man denn überhaupt noch DVDs online ausleihen? Wer bietet endlich FSK-18-Filme oder sogar Erotik-Filme?

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Mitte August 2017 war es nach vielen Jahren soweit: Nachdem erste Andeutungen in der Presse zu finden waren, informierte der DVD-Verleih Amazon Lovefilm seine Kunden per E-Mail über das kommende Aus. Gleichzeitig bot man allen Kunden an, einen Amazon Fire TV Stick 15 Euro günstiger zu bestellen und so endgültig aufs Film-Streaming umzusteigen. Amazon  hatte sich mit dem eigenen Video-on-Demand-Dienst das Verleihgeschäft selbst kaputtgemacht. Immer mehr Menschen sehen sich Filme über einen Internetdienst an, während sich angeblich weniger Kunden noch echte DVDs ausleihen.

Das sehen allerdings zwei Konkurrenten ganz anders und bieten sich als Lovefilm-Alternativen an.

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Watchever Maxdome Lovefilm Video On Demand Test

Gibt es überhaupt noch Lovefilm-Alternativen?

Es ist tatsächlich so, dass VoD-Dienste wie , und (um nur die Größten zu nennen) den Markt für DVD- und BluRay-Verleiher reichlich ausgedünnt haben. Es sind nicht mehr viele Firmen übrig geblieben, bei denen man Scheiben für den Videoabend aussuchen und mieten kann.

Bei Amazons Lovefilm funktionierte das so, dass man verschiedene Miet-Pakete bezahlte und dann DVDs zugeschickt bekam. Nach dem Anschauen wurden sie in frankierte Rückumschläge gepackt und zurückgesendet, woraufhin die nächsten Scheiben aus der Liste kamen. Zumindest war das bei einer Flatrate so. Bei den kleineren Paketen gab es nur 2 beziehungsweise 4 DVDs pro Monat.

Ähnlich teilen sich heute die Lovefilm-Konkurrenten den Markt auf. Während der eine auf Mitglieder mit regelmäßigen Ausleihzahlen oder sogar Flatrates setzt, vermietet der andere seine Filme einzeln. Das heißt, dass ein Anbieter wie Videobuster verschiedene Pakete anbietet, die sogar bis hin zu einer unbegrenzten Flatrate (bei 2 Filmen im Austausch gehen), während ihr beim Verleihshop einfach für jeden ausgeliehenen Film bezahlt – ohne Grundgebühr.

Unterm Strich sind beide Anbieter teurer als Lovefilm, aber das ist der saure Apfel, in den die Kunden jetzt beißen müssen. Die Absicht scheint klar zu sein: An Video-on-Demand verdienen die Anbieter besser. Es muss kein riesiges Lager vorgehalten werden, Portogebühren entfallen und vermutlich braucht man auch nicht so viele Mitarbeiter.

Lovefilm-Alternative #1: Videobuster

Das Verleihmodell von Videobuster ähnelt dem von Lovefilm, auch hier gibt es Ausleihpakete mit Stückzahlbegrenzung, die Flatrates gegenüberstehen. Die Zahl der angebotenen Filme ist angeblich sogar höher als bei Lovefilm: 60.000 Filme stehen hier einem Lovefilm-Angebot von 50.000 Filmen gegenüber. Das ist sicher nicht nur so, weil Videobuster – im Gegensatz zu Lovefilm – auch FSK18-Filme verleiht.

Das Versandprinzip ähnelt Lovefilm ebenfalls, sodass es hier zu keiner Umgewöhnung kommen dürfte. Man meldet sich an und zahlt einen Tarif mit monatlicher oder jährlicher Laufzeit, wobei letztere natürlich günstiger sind.

Dann sucht man sich aus dem Angebot die interessanten Filme aus und bekommt sie nacheinander zugesandt. Der Rückversand erfolgt im frankierten Umschlag und sobald der Film im Lager angekommen ist, wird – zumindest bei einer Flatrate – der nächste losgeschickt. Parallel dazu betreibt Videobuster noch den „aLaCarte-Verleih“, bei dem man ohne Abo recht preisgünstig einzelne DVDs leihen kann.

Preislich ähneln sich die Modelle von Lovefilm und Videobuster. Letztere bieten allerdings auch eine „2er-Flatrate“ an, die es zuletzt bei Amazon nur noch für Uralt-Bestandskunden gab. In der teuersten Variante, mit monatlicher Laufzeit, kostet sie 24,99 Euro. Bei einer jährlichen Kündigung reduzieren sich die Kosten auf 22,99 Euro. Das Erfolgsmodell ist die 1er-Flatrate, die 12,99 Euro bei jährlicher Laufzeit kostet.

Es gibt bei Videobuster keine spezielle Umsteiger-Aktion, allerdings erhält ohnehin jeder Neukunde einen 10-Euro-Gutschein. Der kann beispielsweise auch für den „aLaCarte-Verleih“ eingesetzt werden, was immerhin etwa 4 Gratisfilmen entspricht.

Extraservice für den Umzug

Damit der Umzug von Lovefilm zu Videobuster für die Kunden bequemer wird, können diese ihre Leihliste nun zum neuen Anbieter mitnehmen. Eine schrittweise Anleitung, wie das funktioniert, könnt ihr in diesem Video sehen.

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Lovefilm Leihliste zu Videobuster umziehen

Lovefilm-Alternative #2: Verleihshop.de

Bei Verleihshop.de gibt es ein ganz anderes Modell. Hier ist überhaupt kein Abo nötig. DVDs werden nicht von einer Leihliste verschickt, sondern ihr entscheidet euch spontan für einen Film, bestellt ihn und kriegt ihn ohne Wartezeit sofort zugesendet. Das – und eine Zahl von derzeit über 185.000 Filmtiteln – machen den Verleihshop zu einer interessanten Lovefilm-Alternative.

„Bei uns warten sie nicht Wochen oder gar Monate auf einen bestellten Film. Wir haben von jedem Titel genügend DVDs vorrätig, um ihre Bestellung sofort auszuführen!“, teilte Geschäftsführer Jan Jakob auf Anfragen mit.

GIGA-Exklusiv-Gutschein für Neukunden bei Verleihshop.de

Mit einem exklusiven Gutschein könnt ihr beim Verleihshop 10 Euro sparen.

Ihr braucht euch bloß dort anzumelden und gebt den nachfolgenden Code bei der Bestellung im Warenkorb ein:
GG148

Der Gutschein gilt nur für Neukunden und ist bis zum 30.11.2017 einlösbar.

Angesichts der großen Anzahl von Titeln und der sofortigen Erfüllung der Leihwünsche ist der Verleihshop sicher eine interessante Lovefilm-Alternative. Ihr müsst kein Abo abschließen, das selbst im Urlaub kostenpflichtig weiterläuft. Serien kommen nicht einzeln, sondern komplett. Die monatlichen Kosten bestimmt der Kunde bei diesem Modell selbst. Und natürlich gibt es auch hier FSK18-Titel.

Selbstverständlich ist so ein Modell unterm Strich teurer als eine Flatrate. Bei einem Preis von 2,50 Euro pro DVD/Blu-ray (Bonus-DVDs beziehungsweise –Blu-rays werden nicht extra berechnet) plus Porto wird dieses Verleihmodell bei Intensivnutzung recht teuer. Andererseits lohnt sich das für Gelegenheits-Seher schon. Wer bislang in einem 4er-Abo bei Amazon gefangen war, bestimmt ab sofort seine monatlichen Kosten selbst.

Davon abgesehen gibt es beim Verleihshop immer wieder Preisaktionen und für jeden ausgeliehenen Artikel sammeln sich Punkte an, die man wiederum als Verleihguthaben nutzen kann.

Und ganz nebenbei, obwohl das sicher keinen von euch interessiert: Verleihshop hat auch eine Erotik-Abteilung mit rund 70.000 Titeln.

So holt man alles aus Amazon Prime heraus

Fazit der Lovefilm-Alternativen

Gelegenheits-Seher, die sich spontan entscheiden, sind sicher beim Verleihshop besser aufgehoben. Hier gibt es die größte Zahl von Filmtiteln, in Kombination mit einem Abo-freien Verleih.

Intensiv-Nutzer, bei denen die Silberscheiben das normale TV-Programm ersetzen, sind mit einem Abo bei Videobuster besser bedient. Wenn alles gut läuft, bekommt man pro Monat rund 16 DVDs und zahlt dafür 22,99 Euro monatlich. Das wäre in der Einzel-Ausleihe deutlich kostspieliger.

Dass der Umstieg auf reines Film-Streaming eine wirkliche Lovefilm-Alternative ist, darf getrost bezweifelt werden. Wie man uns bei Videobuster mitteilte, gibt es eben immer noch eine große Zahl von Kunden, die Wert auf eine hohe Qualität legen, die beim Streaming in absehbarer Zeit unerreichbar ist. Außerdem gibt es eine anspruchsvolle Fan-Gemeinde, die alle Bonusmaterialien und Zusatz DVDs ebenfalls sehen will.

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