Apple-Music-Manager Jimmy Iovine will mehr Einschränkungen für Gratis-Musik

Florian Matthey
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Der Apple-Music-Manager Jimmy Iovine hat sich in einem Interview zur Lage der Musikbranche geäußert. Iovine will mehr Einschränkungen für kostenloses Streaming und mehr Exklusivität durch Videos – und stellt eine steile These auf.

Apple-Music-Manager Jimmy Iovine will mehr Einschränkungen für Gratis-Musik

Musik sollte nicht kostenlos sein

Jimmy Iovine spricht in einem Interview mit Music Business World über die Lage des Musikgeschäfts und die Zukunft des Bereichs Streaming. Wieder einmal erklärt er das kostenlose Streaming zu einem Problem: Zwar hätten einige seit dem Phänomen Napster in den späten 1990ern und frühen 2000ern das Ziel aufgegeben, dass Konsumenten etwas für Musik bezahlen. Er habe aber ebenso wie die damaligen und heutigen Apple-Vertantwortlichen nie daran geglaubt, dass Musik jetzt kostenlos sein sollte.

Aktuell hätten Künstler den Eindruck, dass sie mit Musikverkäufen kein Geld mehr verdienen könnten; stattdessen konzentrierten sie sich nur noch auf Promotion und Konzerte. Das sei ein Problem. Die Einschränkungen für kostenloses Musik-Streaming müssten größer werden, wodurch sich kostenpflichtige Angebote stärker absetzen könnten.

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Mehr Exklusivität durch Videos

Exklusiv-Musik, die Apple in der Vergangenheit Ärger mit Musik-Labels eingebracht hat, sei dabei vielleicht nicht die richtige Strategie. Stattdessen könnten Videos eine größere Rolle spielen. Tatsächlich plant Apple selbst produzierte Videoinhalte, die es exklusiv bei Apple Music geben wird – beispielsweise die eigene Fortentwicklung von Carpool Karaoke. Insgesamt sei es wichtig, so Iovine, dass diejenigen, die für Musik bezahlen, den Eindruck bekommen, dass sie auch etwas Besonderes erhalten.

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Carpool Karaoke bei Apple Music

Könnte Apple Music 400 Millionen Benutzer haben?

Eine kostenlose Variante von Apple Music, die über die drei Testmonate hinausgeht, wird es also auch in Zukunft nicht geben. Dabei glaubt Iovine, dass diese ausgesprochen erfolgreich wäre: Wäre Apple Music kostenlos, hätte es „mehr als 400 Millionen Benutzer“. Eine steile These: Selbst Spotify hat trotz kostenlosem Angebot „nur“ 100 Millionen Benutzer, von denen über 51 Millionen die kostenpflichtige Variante gewählt haben. Zum Vergleich: Apple Music hat aktuell insgesamt 32 Millionen Benutzer.

Quelle: Music Business World

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