Grooveshark-Alternative: Was taugt Cantio?

Hank
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Grooveshark-Alternative: Was taugt Cantio?

Nachdem sich der Online-Musikstreamingdienst Grooveshark am Mittwoch mit Verweis auf zu hohe GEMA-Gebühren vom deutschen Netz abgeklemmt hat (Updates dazu in unserem Posting zur Grooveshark-Sperre), beginnt nun für viele User der Seite die Suche nach Alternativen. Neben Tricks wie einer Proxy-Umleitung (in diesem Artikel vom Kollegen Peer für Google Music beschrieben) oder einer Registrierung bei kostenpflichtigen Diensten wie simfy.de, kommt dieser Tage nun auch immer wieder der kostenlose Streamingdienst Cantio als Alternative  ins Gespräch. Aber was kann Cantio eigentlich? Wir haben sie uns die Webapp mal genauer angesehen.

Hübsch & übersichtlich
Cantio wurde im vergangenen Jahr von drei ungarischen Webentwicklern gestartet und gibt sich als übersichtlicher Grooveshark-Klon im hübschen Holzdesign mit den Amtssprachen Englisch, Ungarisch, Türkisch und Spanisch. Die Registrierung ist unkompliziert, nicht einmal eine Bestätigung über einen per Mail zugeschickten Link ist nötig.

Die aufgeräumt gestaltete Startseite bietet neben dem Player im Grooveshark-Stil, einer einfachen Navigationsleiste und dem Suchfenster eine Übersicht der Top 10 der aktuellen US-Billboard-Charts sowie die Möglichkeit, verschiedene Musikgenres im “Radiomodus” per Zufallsplaylist vor sich hin plätschern lassen. Im Seitenmenü lassen sich über den Reiter “Artists” aktuell angesagte Künstler, sowie selbst erstellte Playlists und Favoriten aufrufen.

Zwiespältige Angelegenheit: Streaming via YouTube
Wer nicht auf die vorgeschlagenen Songs aus den Charts oder den Radiomodus zugreifen möchte, gibt den gewünschen Track oder Künstler in die Suchleiste ein. Das dann per Doppelklick aufgerufene Stück wird zu einer “Now Playing”-Liste hinzugefügt und kann bei Facebook oder Twitter geteilt oder einer entsprechende Playlist zugeordnet werden. Quelle der Musik sind bei Cantio YouTube und Last.fm, was sich in unserem Test schnell als Stärke und zugleich als große Schwäche der Seite offenbart hat.

Denn zwar umgeht Cantio durch das Streamen über andere Plattformen Probleme mit Lizenzen oder Künstlerabgaben (wie jene, die die GEMA eintreibt). Zugleich geht gerade das jedoch häufig auf Kosten der Qualität der Songs – wer schon mal versucht hat, YouTube auf einer Party als Webradio zu benutzen, kennt das. Die Qualität des Sounds ist dabei allerdings noch das kleinste Problem: Viele Songs bekannter Künstler lassen sich überhaupt nicht erst im Original, sondern nur in der Liveversion oder in Form dubioser Cover von Fans und anderen Künstler finden.

Dieses Klick-Glücksspiel nervt auf Dauer. Ein Generve, dass dadurch verstärkt wird, dass einige Songs zumindest im unserem Test zum Teil überhaupt nicht erst “anspringen” wollten. Am besten funktionierte der Player bei unserem Test noch Künstlern, die weder hoch in den Charts stehen, noch totaler Underground sind.

Fazit: Nett gemeint, aber nur ein Lückenbüßer
Man muss dem ungarischen Trio Janos, Gyorgy und Peter lassen, dass sie ihre Idee eines Online-Players via YouTube mit viel Liebe umgesetzt und dabei alle wichtigen Funktionen einer solchen Streamingseite miteinbezogen haben. Cantios oberflächliches Abgrasen anderer Dienste macht das Suchen nach Originalsongs in einer annehmbaren Qualität allerdings nicht selten zu einer Geduldsprobe. Mehr als das Prädikat eines “hübschen Lückenbüßers” nach dem Grooveshark-Breakdown können wir dafür allerdings nicht vergeben.

Link: http://cant.io 

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