Die Festplatte im Netz
Mit der iDisk bietet Apple seinen Kunden eine Festplatte im Internet. Doch das Angebot hat seine Tücken – um so besser, dass es verschiedene Alternativen gibt. Kostenlose, versteht sich.
Zum Umfang von Apples MobileMe-Paket gehört auch die iDisk. Dabei handelt es sich um Speicherplatz auf einem Webserver, der vom Mac wie eine externe Festplatte behandelt wird. Die Daten auf der iDisk liegen gleichzeitig auch lokal auf dem Mac vor, und der Datenbestand zwischen lokaler iDisk und der iDisk im Internet wird auf Wunsch automatisch synchron gehalten. Das funktioniert auch mit mehreren Macs, so dass man an all seinen Macs mit den gleichen Daten oder mit mehreren Personen am gleichen Projekt arbeiten kann.
Allerdings hat die iDisk einige Nachteile. So arbeitet das System ausgesprochen langsam und ist nur mit MobileMe für 79 Euro im Jahr zu haben. Wer auf eine Festplatte im Netz und die Datensynchronisation nicht verzichten möchte, muss nicht unbedingt MobileMe-Kunde werden – es gibt kostenlose Alternativen.
WEbDAV-Speicher als Laufwerk
Wenn die Synchronisierung der Daten keine Rolle spielt und Sie lediglich Speicherplatz im Internet als virtuelles externes Laufwerk einbinden möchten, finden Sie mit sogenannten WebDAV-Laufwerken eine Lösung. WebDAV ist eine Erweiterung des Internet-Protokolls HTTP und ermöglicht es, den Speicherplatz auf einem Webserver als Laufwerk anzusprechen.
Ein Anbieter ist GMX. Sobald man dort einen kostenlosen Account eingerichtet hat, steht 1 GByte Speicherplatz zur Verfügung. Benötigen Sie mehr Speicherplatz, müssen Sie auf einen Pro-Account wechseln, der je nach Ausbaustufe drei oder fünf Euro pro Monat kostet. 
Um Ihre virtuelle Festplatte bei GMX über den Finder anzusteuern, wählen Sie im Menü Gehe zu · Mit Server verbinden, tragen als Adresse „https://mediacenter.gmx.net“ ein und legitimieren sich mit Ihren GMX-Zugangsdaten. Nach einem kurzen Moment steht das WebDAV-Laufwerk im Finder unter Freigaben zur Verfügung und kann nun genauso behandelt werden wie jedes andere lokale Laufwerk auch.
Dateien synchronisieren
Ein WebDAV-Laufwerk ist zwar sehr praktisch, kann sich aber mit den Sync-Fähigkeiten von iDisk nicht messen. Doch keine Sorge, auch hier stehen Ihnen kostenlose Alternativen zur Verfügung wie Sugar Sync, Syncplicity oder das aktuell wohl bekannteste Angebot Dropbox.
All diese Dienste sind prinzipiell einander ähnlich. Sie bieten einen kostenlosen Account mit 2 GByte Speicherplatz und synchronisieren automatisch Dateien und Ordner. So haben Sie Ihre Daten einerseits lokal vorliegen, andererseits als Backup auf dem Server. Zudem können Sie Verzeichnisse für andere freigeben und so große Dateien mit Kollegen oder Freunden austauschen oder gemeinsam an Projekten arbeiten.
Damit Sie die Dienste nutzen können, müssen Sie lediglich einen kostenlosen Account einrichten und einen Client installieren, der sich um die automatische Synchronisierung der Dateien kümmert. Am Beispiel von Dropbox wird das generelle Vorgehen beschrieben.
Dropbox legt nach der Installation in Ihrem Benutzerverzeichnis einen Ordner Dropbox an und blendet ein Icon in der Menüleiste oben rechts ein. Über dieses Icon greifen Sie auf alle Funktionen zu und können jederzeit sehen, ob Dropbox aktuell Daten abgleicht – wobei Sie das Programm nicht stören sollten – oder ob die Synchronisation abgeschlossen ist und Sie Ihren Mac ausschalten können.
Dateien und Ordner, die Sie lokal im Dropbox-Verzeichnis speichern, werden automatisch, zeitnah und verschlüsselt auf den Server kopiert. Der eigentliche Clou besteht darin, dass das Programm jede Änderung der Dateien in Ihrer lokalen Dropbox protokolliert und praktisch verzögerungsfrei mit den Daten auf dem Server abgleicht. Ändern Sie ein Dokument auf Ihrem Mac und speichern Sie die Änderung, wird das Dokument auf dem Server ebenfalls sofort aktualisiert. Sollten Sie Ihre Dateien offline bearbeiten, werden die Änderungen übernommen, sobald Sie wieder online sind.
Dropbox speichert auch frühere Versionen und bietet so die Möglichkeit, länger zurückliegende Änderungen problemlos rückgängig zu machen. Da man auf Dropbox auch über ein Web-Interface zugreifen kann, stehen Dateien und Dokumente weltweit zur Verfügung.
Installieren Sie Dropbox auf mehreren Macs, so können Sie ein Dokument im Büro beginnen, unterwegs weiterbearbeiten und daheim beenden.
Stolperfallen beim SyncEN
Am besten funktioniert der Abgleich von Daten zwischen mehreren Macs und der Dropbox im Netz, wenn alle Computer laufen und online sind. Das ist nicht immer der Fall. Bevor Sie den Mac ausschalten oder vom Netz nehmen, sollten Sie auf den Sync-Status achten. Erst wenn das Dropbox-Icon einen grünen Haken zeigt, können Sie sicher sein, dass der lokale Datenbestand mit dem auf dem Dropbox-Server synchron ist.
Bearbeiten Sie ein Dokument auf verschiedenen Macs, sollten Sie überdies darauf achten, dass es immer nur auf einem Mac geöffnet ist, sonst kann es zu fatalen Sync-Fehlern kommen.
Knifflig wird es, wenn Sie mit iWork '09 arbeiten. Damit werden Dokumente als gezippte Bundles gesichert. Ändert sich nur eine kleine Datei innerhalb eines Bundles, muss Dropbox trotzdem das komplette Archiv syncen. Das spielt bei einem einfachen Text kaum eine Rolle, doch sobald Sie Grafiken einfügen, wird Dropbox langsam. In den Einstellungen von Pages sollte man unter Allgemein die Option Neue Dokumente als Pakete sichern aktivieren.
Speichern Sie zu oft, gerät Dropbox ins Stolpern. Das ist tückisch, wenn Sie in einem Programm ein zu kurzes Intervall für die automatische Sicherung angegeben haben. Bleiben Sie hier bei 5 Minuten.


