Macs am Abgrund: Was von Sicherheitswarnungen zu halten ist

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Viren und Würmer auf dem Mac: Rich Mogull nennt auf TidBits fünf Tipps, um Nachrichten über mögliche Bedrohungen richtig einschätzen zu können.

Mit fünf Fragen im Hinterkopf sollte der Leser Sicherheitswarnhinweise auf Herz und Nieren prüfen.

Basiert die Mitteilung auf einer Presseinformation eines Herstellers?

Vor allem Anbieter von Sicherheitslösungen veröffentlichen Warnhinweise zu möglichen Bedrohungen. Das liegt in der Natur der Sache: Schließlich sollen ihre Produkte und Dienste möglichst rasch vor neuen Schädlingen schützen.

Allerdings helfen Meldungen über Schadsoftware den Unternehmen auch, ihre Produkte zum Schutz des Rechners besser verkaufen zu können.

Der erste Blick sollte deshalb auf die Quellen einer Sicherheitswarnung fallen: Finden sich dort überwiegend Hersteller von Sicherheitslösungen oder handelt es sich um eine Pressemitteilung eines solchen Unternehmens, so sollte man die Nachricht mit diesem Wissen im Hinterkopf lesen und beurteilen.

Wie aktuell ist die Meldung?

Einige Nachrichten beziehen sich auf Sachverhalte, die Monate und sogar Jahre zurück liegen. Als Beispiel führt Mogull die Botnet-Geschichte an, die letzte Woche durch die Medien geisterte. Das Sicherheitsproblem stammt vom Januar 2009, Blogs haben es im April ohne erkennbaren Grund wieder aufgekocht.

Ist das geschilderte Sicherheitsproblem wirklich neu?

Oft beruhen Neuigkeiten darauf, dass eine altbekannte Sicherheitslücke durch neue Angriffstaktiken wieder in das Blickfeld rückt. Tatsächlich handelt es sich aber um keine neue Bedrohung, sondern ein nach wie vor nicht behobenes Sicherheitsproblem.

Wo ist die Sicherheitslücke und wie funktioniert ein Angriff?

Gerade, wenn die Mitteilung kaum Details zur Wirkungsweise einer Schadsoftware und der Lücke im System nennt, sollte der aufmerksame Leser sie mit Skepsis betrachten und nach weiteren Informationen zum geschilderten Problem suchen.

Verteidigt der Verfasser Mac OS X mit Argumenten, die auf längst vergangene Zeiten verweisen?

Auch diese Frage sollte sich ein Leser von Sicherheitswarnungen stets stellen. Nennt der Schreiber einer Nachricht zwar eine mögliche Bedrohung, erwähnt aber im selben Atemzug die hohe Sicherheit von Mac OS X in der Vergangenheit, weist dies eher auf Effekthascherei hin, meint Mogull.

Bild: keizi, “Biohazard”. Some rights reserved. Flickr.


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