Tutorial iPad-Bildbearbeitung: Bereiche korrigieren

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Das Fotomotiv ist sehr schön, aber die Schattenpartien sind zu dunkel, der Himmel zu flau und die Kontraste stellenweise zu schwach? In vielen Bildbearbeitungsprogrammen kannst Du mit wenigen Handgriffen diese Mängel reduzieren. Manchmal ist es nicht sinnvoll, die Korrekturen über das ganze Foto zu jagen, sondern nur einzelne Stellen zu behandeln. Wie sich das ganz einfach auf dem iPad, ja sogar auf dem iPhone machen lässt, zeige ich in einem kleinen Tutorial.

Ich verwende dazu die Universal-App Snapseed des renomierten Entwicklers Nik Software. Im Test zu Snapseed kam ich zu dem Schluss, dass die Anwendung wirklich zu empfehlen ist und außer Retusche die wichtigen Bildbearbeitungsmöglichkeiten bietet. Für die RAW-Entwicklung – die aber wahrscheinlich nicht sehr viele nutzen – fehlt zudem Scharfzeichnung und Rauschreduzierung.

Snapseed (AppStore Link)
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Snapseed
| Preis: Gratis

Für die Verbesserungen am Bild habe ich die Anwendung gewählt, weil die Bereichskorrektur dank der U-Point-Technologie (Selective Adjust), eine Nik Software-Spezialität, besonders einfach geht.

1. Allgemeine Einstellungen

Starte die App und öffne anschließend das Foto über Open Image. Du kannst ein Bild aus der Fotobibliothek des iPads/iPhones verwenden, oder eines mit der eingebauten Kamera schießen.

Das Bild wird geladen. Funktionen und Filter zeigt die App links beziehungsweise im Hochformat unten an.

Auto Correct anklicken. Über einen vertikalen Wisch kannst Du den einzelnen Filter aufrufen, über einen horizontalen Wisch die Stärke einstellen. Ziel ist es nun, Helligkeit, Farbe und Kontrast für das gesamte Bild zu optimieren, aber nicht zu übertreiben.

Noch genauer geht das mit dem Filterpaket Tune Image. Besonders Ambiance leistet bei kontrastreichen Motiven gute Dienste. Bei starken Einstellungen (hier oben im Beispiel) ist es sinnvoll, die Sättigung wieder etwas zu reduzieren.

Ich gehe hier nur ganz behutsam vor: Ambiance + 7, White Balance etwas wärmer (+3). Über Compare (Finger liegen lassen) mit dem Original verlgeichen, mit Apply bestätigen.

2. Bereichskorrektur: Himmel intensivieren

Nun gehen wir zu der Spezialität, die Snapseed auszeichnet: Selective Adjust. Du kannst damit Bearbeitungspunkte in Bildbereiche setzten, die Du verändern möchtest. Die Punkte sind insofern intelligent, als dass sie Farbbereiche erkennen und nur die betreffenden Stellen bearbeiten. Am deutlichsten wird es mit einem Beispiel:

Ich will den Himmel des Bildes intensivieren. Dafür klicke ich in Selective Adjust das + und anschließend in den Himmel. Ein Punkt erscheint. Mit zwei Fingern bestimme ich die Größe. Der Auswahlbereich wird währenddessen rot angezeigt. Hier wird deutlich: Snapseed nimmt sich nicht den gesamten Auswahlkreis, sondern nur Farbbereiche aus, auf denen der Punkt sitzt. Maskenerstellung wird damit überflüssig.

Die Punkte löschen sich gegenseitig aus. Möchtest Du also einen Bereich nicht in der Farbe verändern, kannst du an die entsprechende Stelle einen neuen Punkt setzen. Für den Himmel macht das keinen Sinn, zeigt aber ganz gut, wie ein kleiner Punkt (mitte) gegen einen großen Punkt (links, rot markiert) arbeitet:

Ist der gewünschte Teil des Bildes markiert, kannst Du mit einem vertikalen Wisch die gewünschte Anpassung auswählen (Helligkeit, Kontrast, Sättigung), mit einem horizontalen Wisch die Stärke. Ich verdunkle den Himmel (Brightness -30) und erhöhe die Farbintensität (Saturation +75).

Für den Himmel benutze ich sinnvollerweise mehrere Punkte: Ein kurzer Klick auf den Punkt, und Du kannst ihn kopieren. Klicke an eine andere Stelle im Bild, und Du setzt einen neuen Punkt mit identischen Einstellungen.

Um einen stimmigen Eindruck zu erhalten, musst Du gegebenenfalls noch etwas nachsteuern. In der Mitte und Rechts drehe ich die Helligkeit nicht so stark herunter.

3. Bereichskorrektur: Schatten und dunkle Stellen aufhellen

Das Prinzip dürfte jetzt verstanden sein. Während sich so eine glatte Fläche wie der Himmel leicht mit den Werkzeugen anderer Programme bearbeiten lässt, kommt Select Adjust in detaillierteren Bereichen richtig zum Tragen.

Ich zeige das anhand der linken unteren Ecke im Bild. Dieser Schattenbereich lässt sich sehr schön aufhellen. Dafür setze ich den Bearbeitungspunkt auf eine dunkle, graue Stelle. Schon die rote Markierung zeigt: Nur die dunklen Bereiche liegen in der Auswahl, während Burg und das Grün der Bäume nicht so bleiben werden, wie sie sind.

Helligkeit ziehe ich auf + 80. Damit der Bildteil nicht zu flau wirkt, ziehe ich den Kontrast auf +35 (Bild: links vor, rechts nach der Bearbeitung).

4. Weiterer Einsatz der Bereichskorrektur von Snapseed

“Helligkeit, Kontrast und Sättigung” – das klingt nach wenigen Optionen, doch können damit einige Bildfehler korrigiert werden.

In meinem Bild begrüne ich Tanne ganz rechts im Bild (Saturation + 20, Contrast + 10). Zudem intensiviere ich die Hausdächer in der Bildmitte (Brightness -15, Contrast + 15). Der Punkt auf dem Fluss soll die Sättigung der blauen Bereiche vermindern, die aufgrund der Himmelskorrektur zu stark sind.

Nicht vergessen: Mit Apply bestätigen, sonst war alle Mühe umsonst.

5. Fertigstellen und Speichern

Mit einem Zuschnitt und/oder Rahmen kannst Du das Bild in Snapseed noch aufwerten.

Hier zum Schluss: Originalbild…


…und die Korrektur auf dem iPad mit Snapseed:


Ein Druck auf Save speichert das Bild im Album Aufnahmen der iPad-Bibliothek. Das Original wird dabei nicht überschrieben. Über Share kannst Du das Ergebnis direkt aus der App per Mail verschicken, drucken oder auf Facebook und Flickr laden.

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Weitere Themen: iTunes für Mac, flickr, Bildbearbeitung, iPad

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