giropay

Beschreibung

giropay ist der große deutsche Konkurrent zu PayPal. Immer mehr Shops greifen auf diesen Online-Bezahldienst zurück und die Kunden vertrauen ihm, weil alles über die eigene Bank läuft. Wie das funktioniert, wer es nutzt und welche Vorteile es hat, stellen wir hier vor.

Der Hauptunterschied zwischen giropay und PayPal liegt sicherlich darin, dass wir bei PayPal einer wildfremden Firma die Zahlung überlassen und ihr dazu eine freie Abbuchungserlaubnis für unser Konto geben. giropay hingegen ist ein Gemeinschaftsunternehmen von rund 1.500 deutschen Banken und Sparkassen. Also ist vermutlich auch unsere Bank daran beteiligt und die Bezahlung nimmt einen direkten Weg über unser Konto. Doch dabei haben wir die hundertprozentige Kontrolle und müssen uns beim Bezahlen einloggen, wie sonst beim Homebanking auch.

Ob man nun die eine oder die andere Methode besser findet, ist sicher eine Sache der persönlichen Vorlieben. Bei PayPal ist nicht für jede Zahlung eine sichere TAN-Kontrolle vorgesehen. Das macht das System angreifbar. Wer E-Mail-Adresse und Passwort hat, kann mit unserem PayPal-Konto auf große Einkaufstour gehen.

Wie funktioniert giropay?

Damit ein Kunde giropay nutzen kann, müssen grundsätzlich zwei Bedingungen erfüllt sein.

  1. Der betreffende Shop muss die Zahlungsweise giropay anbieten.
  2. Der Kunde muss ein Girokonto (daher der Namensbestandteil Giro) bei einer der Banken haben, die am giropay-System teilnehmen. Das sind bereits mehr als 1.500 Kreditinstitute in Deutschland und teilweise bereits auch in Österreich. Außerdem muss er sein Konto natürlich fürs Online-Banking freigeschaltet haben

Im Grunde kann giropay als eine etwas bequemere Möglichkeit der Überweisung betrachtet werden, die zugleich den Vorteil der sofortigen Bezahlungsbestätigung bietet. Wie bei einer normalen Überweisung auch, muss der Kunde bei seiner Bank einloggen und zur Bezahlung auch das TAN-Verfahren nutzen, das seine Bank üblicherweise verlangt. Hierin sehen die Befürworter dieser Online-Bezahlung auch den großen Vorteil. Die Sicherheit entspricht genau der, die uns die Bank üblicherweise beim Onlinebanking bietet.

Und so muss man sich die Bezahlung per Giropay vorstellen:

  • Man meldet sich bei einem Onlineshop an, der giropay unterstützt. Theoretisch geht das sogar ohne ein Konto beim Anbieter.
  • Dort sucht man sich Artikel aus und legt sie in den Warenkorb.
  • Wenn es ans Bezahlen geht, wählt man als Zahlweise giropay.
  • Anschließend muss man die Daten noch einmal kontrollieren, bestätigen und danach den Namen der Bank, die Bankleitzahl oder BIC angeben.
  • Dann wird man direkt zur Bank umgeleitet. Alle kaufwichtigen Daten werden mit übertragen.
  • Nach dem Login bei der Bank ist das Überweisungsformular bereits vollständig ausgefüllt. Eine letzte Kontrolle und der Kunde kann die Überweisung abschließen, wie er es normalerweise beim Onlinebanking auch macht. Also beispielsweise mit einer TAN aus dem TAN-Generator oder über eine SMS-Tan.
  • Nach Abschluss der Überweisung geht der Weg zurück zum Shop. Der Händler bekommt gleichzeitig übertragen, dass die Zahlung erfolgt ist und kann nun den Versand starten.

Ob die eigene Bank giropay unterstützt, erfährt man im giropay Bankencheck.

Vorteile von giropay

Giropay ist definitiv ein guter Online-Bezahldienst für Sicherheitsfans. Sämtlicher Verkehr läuft über Leitungen, die mit 128 Bit verschlüsselt wurden. Zu keinem Zeitpunkt hat der Händler Zugriff auf das Bankkonto und er gibt auf der Shop-Seite auch nur seine Bankleitzahl an. Danach finden sämtliche weiteren Transaktionen auf den sicheren Bankservern statt. PINs, TANs und andere sicherheitsrelevante Daten bekommt der Händler nie zu Gesicht.

Das ist, wie auch Stiftung Warentest warnt, bei Anbietern wie sofortüberweisung.de anders. Hier werden PINs und TANs auf den Seiten dieses Bezahldienstes eingegeben und dieser leitet sie dann weiter an die Hausbank. Auch wenn es bis dato noch nicht vorgekommen ist, besteht die Möglichkeit einer Ausspähung durch den Bezahldienstleister. Immerhin erhält er nicht nur Kontozugriff, sondern gleich auch noch die nötigen Daten zur Zahlungsabwicklung. Auch der Telekom-Bezahldienst wurde von Stiftung Warentest wegen der gleichen Problematik kritisiert.

Neben den Bezahldiensten bietet giropay auch noch eine Altersverifizierung. Wenn es darauf ankommt, seine Volljährigkeit nachzuweisen (etwa beim Ausleihen von FSK18-DVDs), kann man auch giropay nutzen, wenn der Shop das unterstützt. Genauer gesagt giropay ID. Auch in diesem Fall wird man zur Bank weitergeleitet, die ja alle persönlichen Daten, also auch das korrekte Geburtsdatum bestätigen kann. Man gibt eine TAN ein und wird zur ursprünglichen Webseite zurückgeleitet. Dort ist man danach sofort als volljährig anerkannt und kann seine Bestellungen abschließen.

giropay und die Rückerstattung

Eine Besonderheit beim giropay-Verfahren ist der Verzicht des Kunden auf Rückbuchung. Wer an diesem Verfahren teilnimmt, verzichtet bei Eingabe der Transaktionsnummer (TAN) auf sein Widerrufsrecht, das bei Überweisungen normalerweise zum Tragen kommt. Damit sollen u.a. Betrugsversuche verhindert werden, bei denen jemand teure Waren bestellt, sie mit giropay zahlt und sich dann einfach sein Geld zurückholt.

Es ist aber nicht so, dass man in diesem Fall sein Geld riskiert. Händler, die am giropay-Dienst teilnehmen wollen, müssen standardisierte Rückerstattungs-Regeln anbieten. Man hat also hier, wie bei jedem Onlinehandel, die üblichen Rechte auf Widerruf, Rückgabe und Garantie. Wenn der Kunde sein Geld zurückbekommt, dann erfolgt das auf dem Wege einer Rückerstattung durch den Händler. Insofern unterscheidet sich das Verfahren nicht von z.B. PayPal.

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