Hey Google, lasst mich endlich meine Gmail-Adresse ändern!

Frank Ritter
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Gmail war wegweisend in vielen Bereichen: Der erste kostenlose E-Mail-Dienst mit genug Speicher, um ein ganzes Leben an E-Mail-Korrespondenz zu sichern. Konversationsansicht, Inbox, Labels und Aliasse sowie ein funktionierendes und modernes Webinterface sind nur einige der Punkte, die Google mit seinem E-Mail-Dienst etabliert hat. Nur an einem Punkt hapert es: Einmal erstellt, kann man seine E-Mail-Adresse nicht mehr ändern. Warum eigentlich nicht?

Hey Google, lasst mich endlich meine Gmail-Adresse ändern!
Bildquelle: GIGA

In einigen Punkten sind meine Frau und ich konservativ. Bevor wir heirateten, entschieden wir uns dafür, dass sie meinen Nachnamen annimmt. Eine persönliche Entscheidung, die auch tausende anderer Paare jedes Jahr fällen. In Sachen Bürokratie war das kein großes Problem: Ein Besuch bei der Bank, einer bei der Krankenkasse und ein paar Mails an Stromanbieter, Vermieter und dergleichen und das Thema war gegessen.

Ausgerechnet bei ihrer E-Mail-Adresse stießen wir jedoch an eine Hürde, denn die Gmail-Adresse meiner Frau hat das Schema Vorname.Geburtsname@gmail.com. Diese E-Mail-Adresse lässt sich nicht auf ihren neuen Namen ändern. Nirgendwo. Glaubt mir, ich habe viele Stunden Foren gewälzt und recherchiert – es geht nicht.

Technisch gäbe es dabei eigentlich kein Hindernis, denn andere E-Mail-Anbieter zeigen, wie es gelöst werden kann: Beim immer noch populären Anbieter GMX etwa kann man sich mit ein paar Klicks eine zweite E-Mail-Adresse anlegen, deren Mails auf demselben Haupt-Account ankommen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass auch Mails ankommen, die an die „veraltete“ Adresse verschickt werden. Beim Senden kann man sogar auswählen, von welchem Absender die Mail verschickt wird.

Google selbst hat sogar eine entsprechende technische Möglichkeit: Bei den Google Apps for Business, Googles Firmenlösung für E-Mails, die wir auch bei GIGA nutzen, können problemlos mehrere E-Mail-Aliasse für einen Nutzer angelegt werden und die „Haupt“-E-Mail-Adresse nach Belieben gewechselt werden. Stellt sich die Frage, warum Google diese Möglichkeit nicht auch Privatnutzern einräumt.

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Gmail Passwort zurücksetzen

Nun mag jemand, der das liest, den berechtigten Einwand bringen, dass meine Frau auch einfach die neue Adresse als separaten Google-Account anlegen und alle Mails von der alten Adresse weiterleiten könnte. Google selbst empfiehlt diese Vorgehensweise:

You can change the name that’s linked to your email address, but you can’t change your email address. (...)
If you want to change your email address, sign up for a new address. After you sign up for a new address, you can transfer emails and contacts from your old address to the new one.

Nur hängt heutzutage weitaus mehr an Google-Accounts als nur die Mail-Adresse: gekaufte Apps, Logins, Daten in der Cloud. Das aufzugeben und umzustellen wäre eine Sisyphos-Arbeit und kann auch nicht im Sinne eines so auf eindeutig bestimmten Nutzern zuzuordnenden Daten fixierten Unternehmens wie Google sein.

Also, Google: Wir lieben Gmail. Sorgt doch mal bitte dafür, dass meine Frau endlich ihren aktuellen Namen als E-Mail-Adresse verwenden kann. Verlangt meinetwegen ein bisschen Geld für die Anpassung oder beschränkt sie auf eine Änderung alle Jubeljahre. Nein, mein Eheglück hängt nicht davon ab. Es wäre einfach schön.

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