Google Drive, iCloud, SkyDrive, Dropbox: Was ist eine Cloud?

Ben Miller
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Cloud-Dienste spriessen wie Pilze aus dem Boden. Jedes große Internet-Unternehmen will ein Stückchen vom Cloud-Hype abhaben – Google Drive, iCloud, SkyDrive, Dropbox, Wuala etc. Wir präsentieren eine kurze Einführung für all jene, die noch nicht so recht wissen, was eine Cloud eigentlich ist oder wozu eine Cloud verwendet werden kann.

Zu Beginn sei an Sebastians iTunes Match Tutorial-Video erinnert, in dem er auch die Funktionsweise einer Cloud erklärt:

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iTunes Match

Google Drive und Co: Was ist eine Cloud?

Eine Cloud (die “Wolke”, jetzt auf Speicherdienste bezogen, hehe), beispielsweise à la Dropbox, ist im Grunde vergleichbar mit einem FTP- oder Webspace, jedoch mit dem Unterschied, dass viele Cloud-Dienste das Synchronisieren bzw. Abgleichen von Dateien zwischen Cloud und Computer selbstständig managen, mit kleinen Helfer-Programmen automatisieren und somit sehr vereinfachen.

Auch lagert die persönliche Cloud in der Regel nicht auf einem einzelnen Server sondern verteilt sich gleichmäßig auf viele Server, was einen Datenverlust bzw. einen Systemausfall sehr unwahrscheinlich macht.

Manche Cloud-Dienste spezialisieren sich auf das Abgleichen und Teilen von Dateien zwischen mehreren Computern. Bei anderen Anbieter wiederum steht das Sichern bzw. Backupen von Daten im Vordergrund.

Im Grunde funktionieren aber alle Cloud-Dienste gleich. Man wählt einzelne Dateien oder ganze Ordner für das Hochladen in die eigene Cloud aus.

Hierzu werden in der Regel die zu synchronisierenden Dateien wiederum in einen speziellen Synchronisations-Ordner auf der eigenen Festplatte gelegt.

Das jeweilige Helfer-Programm überwacht diesen Synchronisations-Ordner, erkennt Änderungen in diesem Ordner und gleicht dessen Inhalt mit dem Inhalt der eigenen Cloud ab. So hat man dann im Idealfall auf allen Computer, Smartphones und Tablets, die mit der eigenen Cloud verbunden sind, dieselben Dateien zur Verfügung.

Fast alle derzeit populären Dienste bieten auch Web-Applikationen und Smartphone-Apps für den plattformübergreifenden und unkomplizierten Zugriff auf die eigene Cloud.

Was kann ich mit einer Cloud alles machen?

Back-up

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Wie zuvor bereits angesprochen kann man eine Cloud für manuelle und automatische Back-ups nutzen. Da die kostenlosen Standard-Speicherkontingente der populärsten Services aber meist zwischen zwei und sieben Gigabyte liegen und zusätzlicher Speicher (im Umfang einer Festplatte – sagen wir 250 Gigabyte) doch schon ins Geld gehen kann, empfiehlt sich bei den größten Cloud-Anbietern nur ein selektives Back-up einzelner Dateien und Ordner oder direkt die Wahl eines speziellen Online-Back-up-Dienstes, beispielsweise CrashPlan.

In Sachen Backups sollte man auch den Sicherheitsaspekt nicht ausser Acht lassen. Zwar bieten fast alle großen Cloud-Dienste verschlüsselte Datenübertragungen und verschlüsselten Speicher an, jedoch behalten sich Google, Apple, Dropbox und Co. den Einsatz eines “Generalschlüssels” zu den Clouds ihrer User vor. Das bedeutet, dass wenn eine “autorisierte Person“ den Zugriff auf die Cloud-Daten eines Users verlangt, diese Anbieter die Cloud des jeweiligen Users aufsperren und dessen Daten aushändigen können.

Eine erwähnenswerte Ausnahme stellt Wuala da. Der Cloud-Dienst des Festplattenherstellers LaCie verschlüsselt die User-Daten bereits auf dessen Computer und lädt diese erst dann in die Wuala-Cloud hoch.Einen “Generalschlüssel” gibt es bei Wuala nicht (egal welche Regierung oder Person anklopft). Das bedeutet, dass wirklich nur der jeweilige User selbst Zugriff auf seine Cloud-Daten hat. Dafür muss man bei Wuala, wohlgemerkt aus Sicherheitsgründen, aber auch auf eine Web-Applikation verzichten.

Datenabgleich

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Ein zweites wichtiges Einsatzgebiet einer Cloud ist natürlich der Datenabgleich bzw. das Verknüpfen von verschiedenen Geräten – beispielsweise Computer und Smartphone.

Eine Cloud kann hier sehr einfach als Dreh- und Angelpunkt eingesetzt werden, um Daten schnell vom einen auf das andere Gerät zu laden – besonders wenn man viel unterwegs ist. Legt man beispielsweise seine Dokumente bzw. Tabellen in der eigenen Cloud ab, kann man diese Dokumente im Grunde auf jedem Computer und jedem Smartphone mit Internetverbindung bearbeiten.

Man spart sich so also auch das Hantieren mit einem USB-Stick bzw. das manuelle Synchronisieren des jeweiligen Devices.

Sharing

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Dropbox, Google Drive und Co. machen das Teilen von Dateien, ganz besonderes größeren Dateien, äußerst einfach.

Fotos, Videos, Audio-Dateien und Dokumente können direkt aus der Cloud heraus mit Freunden und Arbeitskollegen geteilt werden. Auch hier ersetzt die Cloud den USB-Stick bzw. macht auch E-Mails mit übergroßen Dateianhängen obsolet.

Automatisierung

Dank kostenlosen Services wie “If This Then That“ oder “WappWolf“ (welche als Add-ons für die Cloud verstanden werden können) kann man der eigenen Cloud Arbeitsaufgaben zuteilen, beispielsweise automatisch favorisierte Youtube-Videos oder E-Mail-Anhänge in die eigene Cloud laden.

Wappwolf unterstützt derzeit Dropbox als auch Google Drive. IFTTTversteht sich aktuell nur mit Dropbox.

Wieviel Speicherplatz brauche ich?

Diese Frage höre ich überraschend oft. Eine allgemeingültige Antwort gibt es natürlich nicht. Man sollte jedoch nicht sofort auf kostenpflichtigen Zusatzspeicher upgraden sondern erst einmal versuchen mit dem bereits verfügbaren Speicher auszukommen oder seinen Speicher kostenlos über eine Promo-Aktion upzugraden.

Gelingt dies nicht bzw. ist dies nicht möglich, empfiehlt es sich zuerst einen Blick auf Konkurrenzprodukte zu werfen und etwaig auf diese umzusteigen.

Dropbox beispielsweise bietet seit kurzem eine automatische Upload-Funktion für Fotos. Wird eine Kamera oder ein Smartphone an den Computer angeschlossen, werden die darauf befindlichen Fotos automatisch in die eigene Dropbox hochgeladen.

Besonders interessant ist hier der Umstand, dass die so hochgeladenen Fotos nicht dem eigenen Speicherkontingent angerechnet werden. Bis zu drei Gigabyte zusätzlichen und kostenlosen Speicher spendiert Dropbox für diese Fotos. Und bei Skydrive kann man aktuell von den standardmäßigen 7 Gigabyte kostenlos auf satten 25 Gigabyte upgraden

Bilder: Dropbox

Weitere Themen: Dropbox, Microsoft SkyDrive 2013, iCloud, Google