SwiftKey X: Kostenlose Beta der intelligenten Tastatur-App im Test

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Es soll ja Leute geben, die nicht so gern wie wir mit Swype über den Bildschirm wischen, um schnell Text auf dem Android-Smartphone einzugeben. Nutzer, die ein klassisches Software-Keyboard bevorzugen, können mit der Beta SwiftKey X eine neue Version der beliebten Tastatur-App SwiftKey (wir berichteten) ausprobieren, die Daten von Facebook, Twitter und Google Mail aufnimmt, um die Texterkennung zu verbessern.

SwiftKey X: Kostenlose Beta der intelligenten Tastatur-App im Test

SwiftKey X — Darum geht’s

Auf der SwiftKey-Seite heißt es selbstbewusst:

Unsere preisgekrönte Tastatur-App lernt, so zu schreiben wie du — damit du weniger tippen und mehr sagen kannst.

Zu diesem Zweck liest SwiftKey X die SMS auf dem Gerät aus. Auf Wunsch verbindet sich SwiftKey X zudem mit dem eigenen Facebook-, Google Mail- und/oder Twitter-Konto und “lernt” dabei Wörter, die man häufig verwendet. Das sind unter anderem die Namen von Kontakten, häufig verwendete Wörter und, nun ja, Eigenkreationen (Atomrofl, Hyperpottsau, Beömmelungsaggregator und vergleichbares Vokabular). Die Begriffe werden dem Nutzer einerseits angezeigt, wenn er das Wort noch nicht ausgeschrieben hat, andererseits springt bei leichten Vertippern eine mit dem iPhone vergleichbare Autokorrekturfunktion (of Internet Fame) an.

Weiterhin — und das ist das wohl coolste Feature von SwiftKey X — schlägt die Tastatur-App nach Beendigung eines Wortes das nächste Wort vor. Wenn man also häufig “du blöde Sau” tippt, schlägt SwiftKey X nach Beendigung des Wortes “blöd”e von ganz allein das Wort “Sau” vor. SwiftKey X lernt auch auf weitere Arten von der Texteingabe des Nutzers, sodass sich die App mit der Zeit immer besser an die Schreibgewohnheiten des Nutzers anpasst.

Aber bringt das was? Wir testen, ob und wenn ja, wie gut SwiftKey X funktioniert.

SwiftKey X installieren und einrichten

Zunächst einmal muss erwähnt werden, dass SwiftKey X nichts für Nutzer ist, die paranoid in Bezug auf den Datenschutz sind. Denn um den Wortschatz des Benutzers zu erlernen, braucht SwiftKey X Vollzugriff auf die Konten von Twitter, Facebook und Google Mail. Ja richtig, Vollzugriff. Der Service analysiert den kompletten Mailverkehr. Immerhin gibt der Entwickler in der App an, dass sie den Datenschutz sehr ernst nehmen. Na wenn das so ist…

Nach der Installation von SwiftKey über den Market begleitet ein Konfigurations-Wizard den Nutzer durch die initialen, leider durchgehend englischsprachigen, Einstellungen: So muss man zunächst die Tastatur im Android-System aktivieren, dann eines der 17 Sprachpakete (Deutsch ist dabei) downloaden und anschließend SwiftKey X mit den Accounts verknüpfen, die man benutzt. Dass die Personalisierung funktioniert, erfährt man über Benachrichtigungen, die prompt eintrudeln — SwiftKey X ist sehr schnell beim “Lernen”, nach ein paar Sekunden ist der Vorgang abgeschlossen. Bei mir funktioniert leider die Google Mail-Personalisierung aus unbekannten Gründen nicht, bei den Kollegen Amir und Daniel hingegen schon.

Anschließend muss man angeben, ob man eher dazu neigt, bedächtig und präzise, im Vertrauen auf Wortvorschläge oder schnell und mit Rückgriff auf die Autokorrekturfunktion tippt. Diese Einstellung kann man im Nachhinein ändern, es ist durchaus sinnvoll, beide Varianten auszuprobieren.

Zum Schluss muss man SwiftKey X als Standardkeyboard festlegen und kann noch einen Blick in die Einstellungen werfen. Dort sollte man vom hässlichen “Dark”-Theme auf das gut aussehende “Light”-Theme wechseln, sowie das “QWERTZ”-Tastaturlayout aktivieren. Nun ist SwiftKey X einsatzbereit und kann getestet werden. Ich nutze die Google Mail-App zum Ausprobieren.

Nach einigen Minuten des Testens entscheide ich mich für die “präzise” Einstellung, welche anscheinend eher meinem Schreibstil entspricht. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Ich als an Swype gewöhnter Grobmotoriker kann auch ohne große Eingewöhnungszeit mit SwiftKey X schnell Texte schreiben. Manchmal verhaspelte ich mich freilich beim Tippen, dabei finde ich es ärgerlich, dass das falsch hingeschriebene Wort scheinbar sofort in das Wörterbuch aufgenommen wurde, sodass mir bei jedem Korrekturversuch das falsche Wort wieder hingeschrieben wird. Oben bei den Wortvorschlägen steht aber auch immer das “unkorrigierte” Wort — daran muss man sich gewöhnen. Toll ist die Wortvorhersage. Fängt ein Satz mit “Das ist kein” an, wird als nächstes Wort “Problem” vorgeschlagen. Mit ein bisschen Übung lässt sich so viel Zeit sparen.

Ein paar Probleme hatte ich auch bei der Interpunktion, die aber sicher auf meine fehlende Erfahrung mit SwiftKey X zurückzuführen sind. Leider musste ich hin und wieder Abstürze feststellen, hier ist aber festzuhalten, dass SwiftKey X noch in einem frühen Betastadium befindet und der Hersteller hoffentlich der Stabilität der App bis zur Finalversion noch höhere Aufmerksamkeit widmet.

Fazit: SwiftKey X bietet bereits nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit ein paar “magische” Momente, in denen man bereits ahnen kann, wie gut die Tastatur-App funktioniert, wenn man ihr und sich selbst eine gewisse Zeit zum Lernen und Aneinander-Gewöhnen gönnt. Die Frage ist, ob SwiftKey X somit auch für Nutzer wie uns geeignet ist, die einmal die Woche ein neues ROM flashen. Ein Cloud-Backup für die Lerndaten wäre praktisch. SwiftKey X macht ansonsten einen guten Eindruck. Da sie kein völlig anderes Eingabekonzept zu den Standardtastaturen von Android- oder iOS-Devices hat, ist die Lernschwelle zur SwiftKey X-Benutzung niedrig. Wenn der Hersteller nun noch an der App-Stabilität arbeitet und ein paar kleine Bedienungsmacken aus dem Weg räumt, könnte sich die App auch nach der Betaphase als Paid App durchsetzen, so wie der ohnehin beliebte Vorgänger.

Download SwiftKey X: Hersteller | Market | AppBrain

swiftkey-beta-qr

Hier noch ein kleines Werbevideo von SwiftKey:

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