5 Tipps für Android-Einsteiger

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Wir möchten an dieser Stelle alle neuen Leser herzlich begrüßen, die gestern ein funkelnagelneues Android-Smartphone von Motorola, LG, HTC, Samsung, oder einem anderen Hersteller unter dem Weihnachtsbaum entdecken durften. Willkommen im Club! Damit ihr zum Start mit eurem Traumhandy nicht ganz auf euch allein gestellt seid, haben wir 5 Tipps für euch und alle Android-Neulinge.

5 Tipps für Android-Einsteiger

1. Das Gerät aktualisieren

Viele Geräte sind bei Auslieferung nicht mit der neuesten Firmware (Gerätesoftware) ausgestattet. Das Geräteupdate lohnt sich aber in jedem Fall, da mit jeder neuen Version bessere Performance, Bugfixes, neue Android-Versionen und Ähnliches zu erwarten sind.

htc desire update
So geht’s: Stelle zunächst sicher, dass du mit einem WLAN verbunden bist, da die bei Firmware-Updates übertragene Datenmenge gerne mal dutzende MBytes sind und das Übertragungsvolumen bei mobilen Flatrates wegschmelzen lassen. Dann das Menü Einstellungen -> Telefoninfo -> Softwareupdate aufrufen (der letzte Menüpunkt kann auch “Geräteaktualisierung” o.ä. heißen) und den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Achtung: Bei einigen Android-Geräten gibt es diese Möglichkeit des so genannten OTA-Updates (Over the Air, sinngemäß: Kabellos) nicht, etwa bei Samsung-Handys. Hier muss man eine Software wie Samsung KIES auf dem Rechner installieren, das Handy per USB mit dem PC verbinden und dann über die Software nach Updates suchen.

Nach erfolgtem Firmware-Update sind wir fast fertig. Jetzt noch die Market-App starten und unter “Meine Apps” nach Updates für die installierten Google-Anwendungen suchen, also Google Maps, Google Mail und Co. Voilà – das Handy ist auf dem neuesten Stand.

2. Synchronisierung nutzen

Einer der größten Vorteile von Android ist, dass man es nicht an den Rechner anschließen und mit einer aufgeblähten Software verbinden muss, um Daten synchron zu halten. Die Daten werden automatisch synchronisiert, sofern man Google-Services wie Google Mail, Google Reader, Google Kontakte oder den Google Kalender verwendet. Ein Google-Konto reicht übrigens — man kann es für alle Google-Dienste verwenden.

synchronisierung
Synchronisierung bedeutet: Änderungen, die man am PC vornimmt, also Daten, die man hinzufügt, Mails die man schreibt, abonnierte Feeds, Termine die man anlegt, usw. tauchen sofort auf dem Handy auf und umgekehrt. Wenn man nicht ganz Google-paranoid ist, sollte man von diesen Möglichkeit auch Gebrauch machen. So ist es beispielsweise viel komfortabler, seine Kontakte am PC zu verwalten und dort gleich mit einem Bild zu versehen als weiter die leidige SIM-Karte oder den internen Gerätespeicher für die Nummernverwaltung zu verwenden. Auch sinnvoll ist es, alle vorhandenen E-Mail-Konten auf Google Mail weiterzuleiten und zukünftig alle E-Mails an einer Stelle zu haben. Warum das so praktisch ist? Zunächst liegen alle Daten im Web. Wenn das Handy einmal verlorengeht, sind die Daten nicht fort (auch wenn man so schnell wie möglich sein Passwort für das Handy ändern sollte). Vielleicht möchtest du in 6 Monaten auch schon ein neues Android-Handy haben. Spätestens dann wirst du es zu schätzen wissen, dass du dich nur mit deinem Google-Benutzerkonto einloggen musst und all deine Daten schon auf dem Gerät sind.

Gleiches gilt für andere Dienste: Jede App kann sich bei Android zur Synchronisierung registrieren. So ist es beispielsweise möglich, Facebook-Freunde, die in ihrem Profil ihre Handy-Nummer angegeben haben, direkt in das Android-Adressbuch zu holen, sofern man die offizielle Facebook-App installiert hat.

Und was ist mit Dateien? Nun, wer Dateien vom PC auf das Handy bringen möchte, hat dafür dutzende Möglichkeiten. Eine der komfortabelsten und elegantesten ist aber Dropbox. Diese App unter Android (und das entsprechende Programm auf dem PC/Mac) zu nutzen ist unserer Meinung nach essentiell. Anwendungs-Beispiel: Man hat irgendwo eine APK-Datei (Installer-Format für Android-Apps) entdeckt, die man schnell auf das Gerät bringen möchte. Am PC zieht man die Datei in den Dropbox-Ordner, sofort kann man sie auf dem Smartphone herunterladen und installieren. Gleiches gilt für Bilder, MP3s, Office-Dateien und mehr.

3. Alternativen Launcher installieren

homescreen

Fast alle Android-Handys kommen mit einer Benutzeroberfläche daher, die von den Geräteherstellern individuell angepasst wurde, etwa TouchWiz bei Samsung, MotoBlur bei Mototola oder Sense bei HTC. Diese Oberflächen sind nicht immer perfekt, aber da Android ein offenes System ist, kann man sie spielend leicht austauschen durch so genannte Launcher. Streng genommen ist ein Launcher nur der Programmstarter, man versteht darunter aber komplette Änderungen an der Benutzeroberfläche und den Homescreens – meist zum Besseren. Wir empfehlen, den LauncherPro, ADW oder den leichtgewichtigen Zeam Launcher für schwächere Geräte zu verwenden.

Nicht wundern, die Vorteile eines alternativen Launchers sind nicht sofort offensichtlich. Die Stärke von LauncherPro und Co. liegt in den nahezu endlosen Konfigurations- und Anpassungsmöglichkeiten, die sich – zugegeben – erarbeitet werden müssen. So existieren für den ADW.Launcher Unmengen an Themes, mit denen man den Homescreen und die Programm-Icons verschönern kann, LauncherPro besitzt eine durchscrollbare Dock und ermöglicht das Verwenden eigener Symbole in derselben und vieles mehr. Das mag jetzt profan klingen, ist aber wahr: Den besten Launcher für die eigenen Ansprüche findet man heraus durch Ausprobieren, Herumspielen und Testen. Direkt daran anschließend:

4. Sei neugierig (aber bremse dich)

Das tolle an Android ist, dass man mit diesem OS unheimlich viel machen kann, und das auf viele unterschiedliche Arten. Neben je einem gefühlten Dutzend unterschiedlicher Browser gibt es vermutlich ebenso viele Musikplayer, Tasklisten-Apps, Kamera-Apps und so weiter. Freilich kann man sein Android-Telefon im Auslieferungszustand belassen und glücklich damit werden, aber es entgeht einem die ganze Vielfalt an Möglichkeiten, die dem Nutzer in einer Monokultur wie der von Apple verschlossen bleiben. Deswegen raten wir: Sei neugierig. Lies Blogs und Newsseiten, installiere Apps und probiere sie aus, hol dir Tipps von Freunden, melde dich in unserem Forum an.

Aber du solltest dich auch bremsen: Es ist ganz normal, dass man besonders am Anfang viel mit Android ausprobiert, herumschraubt und viele, viele Apps installiert. Android ist schließlich ein System, das verflucht nochmal dazu einlädt. Tu dir selbst einen Gefallen: Setze nach deiner ersten Woche mit Android dein Gerät auf den Werkszustand zurück. Richtig gelesen, alles löschen. Warum das? Ganz einfach: Naturgemäß lädt man nach in der ersten Zeit unheimlich viel Software auf sein Android-Gerät, die man “nur kurz ausprobieren” wollte oder von der man denkt, sie könne “ja mal nützlich sein”. Ein schlankes Gerät läuft aber viel schneller und verhindert effektiv Nutzer-Überforderung. Wer gelegentlich alle Daten von seinem Gerät löscht, filtert automatisch die Apps heraus, die er nicht wirklich braucht und erkennt die Essenz seiner Smartphone-Bedürfnisse. Das klingt jetzt esoterischer, als es gemeint ist.

Lesetipp am Rande, um mit dem Herumprobieren anzufangen: Unsere Liste der 10 besten Android-Apps für Einsteiger sowie unsere Kategorie Android-Apps.

5. Lerne Android besser kennen

android

Android ist ein durchweg faszinierendes System. Okay, wir sind auch parteiisch, von daher zählt unsere Meinung wohl nicht ganz so viel. Aber es macht wirklich Spaß, tiefer in die Materie einzudringen und etwas über die Geschichte, Funktionsweise und den Aufbau von Android zu lernen. Ein zwar recht techniklastiger, aber trotzdem auch für Einsteiger interessanter Einblick in Android vermittelt zum Beispiel die Folge zum Thema Android des auch sonst hörenswerten Podcasts Chaosradio Express. Und natürlich lohnt es sich auch, regelmäßig androidnews.de zu lesen. Setz dir doch ein Browser-Lesezeichen oder abonniere gleich unseren RSS-Feed. Wir freuen uns über jeden neuen Leser.

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