Google Music - iTunes-Killer oder doch nur ein weiterer Musik-Store?

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Gestern Abend präsentierte Google in Los Angeles wie vermutet seine Musik-Angebote. Zum einen beendete man die Beta-Phase von Google Music, zum anderen stellte man den Musik-Store vor, der in den USA über den Android Market erreichbar ist. Doch ist Googles Angebot ein iTunes-Killer?

Google Music - iTunes-Killer oder doch nur ein weiterer Musik-Store?

Googles Musik-Angebote bestehen aus der Online-Bibliothek “Google Music”, die bereits seit einigen Monaten als Beta kostenlos verfügbar war. Am Preis wird sich nichts ändern, lediglich das Beta wurde aus der Bezeichnung entfernt. Neu hinzugekommen ist der Google Music Store, welcher aktuell aber nur aus den USA nutzbar ist.

Die Bibliothek bietet in der kostenlosen Variante Platz für bis zu 20.000 Songs, die allerdings alle hochgeladen werden müssen. Eine automatische Song-Erkennung, wie es sie bei iTunes Match gibt, existiert bei Google Music nicht. Für den Upload bietet Google ein kleines Programm an, welches die Tracks aus iTunes oder einem beliebigen Ordner in den Online-Speicher kopiert. Dies kann bei mehreren tausend Songs ein langwieriger Prozess sein.

Einmal hochgeladen können die Songs über die Website, welche dank einer angepassten Version auch auf iOS-Geräten tadellos funktioniert, oder die Android App gestreamed werden. Ein normaler Download ist nicht vorgesehen.

Die neue Komponente ist der Google Music Store, in dem Songs im MP3-Format bei 320 kbps zu Preisen von 99 US-Cent bis 1,29 US-Dollar angeboten werden. Drei der vier großen Labels sind mit an Bord, lediglich Warner Music hat noch keinen Deal mit Google. Insgesamt sollen 8 Millionen Songs bei Google Music zur Verfügung stehen.

Gekauft werden kann aktuell nur über die reguläre Website oder die Android Market App. Erworbene Songs oder Alben können auf Google+ geteilt werden. Freunde können sich diese Titel daraufhin einmal kostenlos komplett anhören. Die gekauften Songs können im MP3-Format heruntergeladen werden, landen nach dem Kauf aber auch direkt in der Online-Bibliothek.

Hier zeigt sich die klare Trennung von iTunes und Google Music. Bei mobilen Geräten können iOS-Nutzer Songs nur mit Verrenkungen bei Google einkaufen, der Weg über iTunes ist bedeutend einfacher. Der direkte Kauf etwa vom Smartphone ist nicht möglich. Ähnlich sieht es andersherum aus: Android-Nutzer können mit dem iTunes Store nicht viel anfangen, wenn sie nicht am Rechner sitzen und iTunes installiert haben.

Für Google füllt der Musik-Store eine wichtige Lücke im eigenen Lager. Der normale Android-Nutzer kann jetzt ohne Umwege Songs kaufen und direkt auf dem Gerät hören.

Ein interessantes Detail des Google Music Store ist allerdings die Möglichkeit für Independent-Künstler ihre Musik direkt und ohne Umwege hochladen und verkaufen zu können. Der Zugang zum “Artist Hub” kostet die Musiker 25 US-Dollar im Jahr.

Insgesamt scheint Google Music bislang nur ein weiterer Online-Store für Musik zu sein. Die Preise der Stores unterscheiden sich wenn überhaupt nur minimal. Solange es keine iOS-App von Google Music oder einen iTunes Store für Android-Geräte gibt, sind Überschneidungen eher eine Seltenheit.

Das vollständige Video des gestrigen Google-Events könnt ihr euch hier nochmal ansehen:

Was sagt ihr zu Google Music? Wäre der Dienst für euch interessant, sofern er denn in Deutschland verfügbar wäre? Was sagt ihr zur Google+-Integration?

Weitere Themen: iTunes, iTunes für Mac, Google

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