Adalbert Czerny: Google ehrt den Arzt, der die Kinderheilkunde erfand

Peer Göbel
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Der Arzt, der die Kinder ins Zentrum rückte: Adalbert Czerny blieb der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, seine Forschung markierte jedoch einen Paradigmenwechsel in der Medizin, der die Kindersterblichkeit erheblich senkte und bis heute nachwirkt. Zu seinem 150. Geburtstag ehrt die Suchmaschine Google den Wissenschaftler mit einem Doodle.

Adalbert Czerny: Google ehrt den Arzt, der die Kinderheilkunde erfand

Als junger Arzt begegnete der 1863 geborene Adalbert Czerny einer medizinischen Situation, in der es üblich war, 50 bis 100 Kinder pro Stunde zu behandeln. Ende des 19. Jahrhunderts war die Kindersterblichkeit noch sehr hoch, Säuglinge wurden oft gar nicht in Krankenhäuser aufgenommen. Czernys Forschung, die sich schnell auf die ersten Lebenswochen und -jahre konzentrierte, stellte die Ernährung als wichtigen Faktor des Nicht-Krankseins neben echte Krankheitserreger. Mit seinem Buch “Der Arzt als Erzieher des Kindes” (1908) vertrat er außerdem die (moderne) Position, dass auch der Umgang mit dem Kind und die Erziehung einen Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden habe. Damit begründete er (neben anderen Medizinern seiner Generation) die moderne Kinderheilkunde.

Nach Stationen in Breslau und Straßburg trat Czerny in Berlin die Nachfolge Otto Heubners an der Charité an. Dort gründete er die bald international bekannte Ausbildungsstätte für Pädiatrie. Mehrere Kinderkrankheiten wurden nach ihm benannt, und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin verleiht jährlich den Adalbert-Czerny-Preis.

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Google-Doodle für Adalbert Czerny, den Kinderarzt

Zum heutigen Geburtstag ehrt Google den Kindermediziner auf seiner Startseite. Das zweite “o” Schriftzug der Suchmaschine ist durch einen großen Kreis ersetzt, der Czerny mit einem jungen Patienten zeigt. Das Doodle ist leider nicht interaktiv, sondern lediglich schön anzugucken. Google folgt damit seinem Grundsatz, auch weniger bekannte historische Persönlichkeiten ins Interesse zu rücken, die aber Gutes getan und bewirkt haben – frei nach dem inoffiziellen Google-Grundsatz “Don’t be evil“.

Zuletzt hatte die Suchmaschine etwa den Erfinder des Riesenrads, George Ferris, oder den Synthesizer-Pionier Robert Moog geehrt, oder vor einiger Zeit den eher unbekannten Gideon Sundback, dessen Erfindung wir aber jeden Tag in der Hand haben: den Reißverschluss.

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