Google ehrt Leonhard Euler – so funktioniert das mathematische Doodle

Ohne Euler sähe die mathematische Sprache heute anders aus: Der Baseler Gelehrte erfand nicht nur den Namen der Konstanten Pi, das Summenzeichen und den Begriff der “Funktion”, sondern prägte auch die “Eulersche Zahl” e. Manche behaupten zu seinem 306. Geburtstag sogar, er habe Sudoku erfunden. Die Suchmaschine Google ehrt Leonhard Euler heute mit einem interaktiven Doodle.

Google ehrt Leonhard Euler – so funktioniert das mathematische Doodle

Dabei hatte der 1707 in Basel geborene Euler sicherlich anderes im Kopf, als einen Denksport für die Massen zu entwickeln. In seiner Beschäftigung mit den “Lateinischen Quadraten“, also Zahlen-Quadraten, in denen in jeder Zeile und jeder Spalte jede Zahl genau einmal vorkommt, ging es um die Findung einer präzisen Sprache und ein Erfassen der Eigenschaften. Diese Sudoku-ähnlichen Strukturen waren allerdings schon seit der Antike bekannt, genau wie ihre Geschwister, die “Magischen Quadrate” (bei denen jedes Feld eine unterschiedliche Zahl enthält, jede Spalte, Zeile und Diagonale aber dieselbe Summe ergeben). Die Faszination und zugeschriebene Mystik solcher Quadrate entspricht dem immer wieder verblüffenden Fakt, dass es total krumme (“irrationale”) Konstanten in der Mathematik gibt, die aber einen Umstand exakt beschreiben.

Wie die Zahl Pi, die eben den Kreis beschreibt. Oder die “Eulersche” Zahl e, die die Basis des natürlichen Logarithmus beschreibt. Oder die “Eulersche Konstante” Gamma, die die Fläche zwischen der Funktion 1/x und der ihrer Treppe beschreibt. Auch mit diesen Zahlen beschäftigte sich Leonhard Euler, legte nebenbei die Grundlagen für die Analysis, und wilderte in zahlreichen Schriften in nahezu allen mathematischen Bereichen. Und wie das in jener Zeit so war, als Euler der Nachfolger von Daniel Bernoulli in Sankt Petersburg wurde, hingen an der Mathematik auch gleichzeitig die Debatten um Philosophie, Astronomie, Physik und Theologie. Sein Briefwechsel mit Prinzessin Friederike Charlotte von Brandenburg-Schwedt wurde ein Bestseller, außerdem beschäftigte sich Euler mit Musiktheorie und dem Springerproblem im Schach – nach seinen Forschungen zu Himmelsbewegungen wurde sogar ein Mondkrater nach ihm benannt.

Das Euler-Doodle – so funktioniert’s

Leonhard-Euler-Doodle

Zum 306. Geburtstag von Leonhard Euler gratuliert Google mit einem eigenen Schriftzug: Das Doodle zeigt verschiedene “mathematische” Notizen, unten rechts ist die Eulersche Zahl e mit den ebenfalls von ihm geprägten Konstanten Pi und i (die imaginäre Zahl).

Die Interaktivität des heutigen Doodles beschränkt sich auf das zweite Google-”O”: Hier kann eine Kugel in ihren drei Dimensionen mit der Maus um das Koordinatensystem rotiert werden. Der Spielfaktor ist zwar nicht vergleichbar mit den komplexeren Geschichten wie dem Riesenrad-Doodle zum Valentinstag, dem Synthesizer-Doodle zu Ehren Robert Moog, dem Rechenmaschinen-Doodle für Alan Turing oder dem Star-Trek-Doodle, sorgt aber für einige schöne Effekte.

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