Google ehrt Nikolaus Kopernikus – so dreht sich das Planeten-Doodle

Eine Revolution der himmlischen Kreise: Zum 540. Geburtstag von Nikolaus Kopernikus widmet Google dem Astronomen den Schriftzug auf seiner Startseite. Der preußische Universalgelehrte stellte die Sonne in den Mittelpunkt des Weltalls – was sich auch im heutigen Doodle widerspiegelt.

Google ehrt Nikolaus Kopernikus – so dreht sich das Planeten-Doodle

Nikolaus Kopernikus (auch: Nicolaus Copernicus) wirkte als Arzt, Jurist, Verwalter, Mathematiker und Domherr. Seine Bedeutung verdankt der 1473 im heute polnischen Torun geborene Preuße aber seiner Schrift “De Revolutionibus Orbium Coelestium”, mit der er die Astronomie vom Kopf auf die Füße stellte. Kopernikus formulierte als erster prominent die Hypothese, dass nicht die Erde im Mittelpunkt des Weltalls steht, sondern die Sonne. Die Planeten sind bei ihm in Sphären um den zentralen Himmelskörper angeordnet, in der Reihenfolge Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn. In der siebten und letzten Sphäre, am Rand der Welt, befinden sich die Fixsterne. Der Mond kreist um die Erde, und unser Planet dreht sich einmal am Tag um sich selbst. Und genau dieses Modell stellt das Google-Doodle dar.

Google-Doodle über Kopernikus

Das Buch erschien im Todesjahr von Kopernikus, 1543, und löste keineswegs sofort eine Revolution aus. Die These wurde auch nicht als Ketzerei betrachtet, sondern zunächst als wenig plausibel abgetan. Kopernikus hatte das Buch sogar Papst Paul III. gewidmet, und katholische wie evangelische Astronomen griffen später auf seine Berechnungen zurück. Dass die Veröffentlichung als solcher Wendepunkt in die Geschichte eingegangen ist, der die Moderne einleitete und den Niedergang der Kirche bestimmte, ist eine weit spätere Zuschreibung. Das heliozentrische Weltbild bestand über Jahrhunderte gleichwertig zum Ptolemäischen, erst durch Kepler, Gallileo und Newton konnten die Hypothesen bestätigt werden – und die “kopernikanische Wende” ihre Bedeutung entfalten.

Was fehlt beim Google-Doodle zu Nikolaus Kopernikus?

Die sieben “Sphären” von Nikolaus Kopernikus erwiesen sich als brauchbare Näherung zu einem Modell unseres Sonnensystems, das besser mit den Beobachtungen von damals übereinstimmte als vorherige Modelle. Bis heute hat sich das Bild weiter verfeinert, und in 500 Jahren sieht das geeignete Modell vermutlich wiederum detaillierter aus. Nach heutigem Wissensstand fehlen dem Doodle etwa die elliptischen Planetenbahnen (anstelle von runden “Sphären”), die komplexen Bewegungen hinter dem Sonnensystem, und natürlich die Planeten Neptun und Uranus.

Das Doodle simuliert die Planetenbewegungen nach dem Modell von Kopernikus, langsam laufen die Himmelskörper im richtigen Verhältnis ihre Bahnen. Als Google-Besucher kann man zusehen, aber leider nicht eingreifen – das heutige Logo ist also nicht interaktiv, wie zuletzt das Riesenrad-Doodle am Valentinstag, der spielbare Moog-Synthesizer, die Star-Trek-Ausgabe oder Alan Turings Rechenmaschine.

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