Der Suchmaschinengigant Google ändert sein Erscheinungsbild in der Regel kaum zu tagesaktuellen Anlässen, sondern gedenkt Geburtstagen lang verstorbener Helden der Menschheit oder wichtigen Ereignissen der Vergangenheit. Das heutige Ereignis scheint aber auch die Macher der weltweit beliebtesten Suchmaschine bewegt zu haben. So könnt ihr seit heute Abend auf der Startseite das veränderte Logo in Form der Sonde Philae sehen, welche heute erstmals in der Geschichte der Menschheit eine Landung auf einem Kometen vollführt hat.

Interaktiv ist das Doodle zwar nicht, dennoch könnt ihr zusehen, wie sich die Sonde etwas bewegt. Zudem gibt es mit Philae heute wieder eine willkommene Abwechslung zum inzwischen vermutlich tausendfach gesehenem Google-Schriftzug in normaler Form.

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Philae: Die erste gesteuerte Landung auf einem Kometen

Den weiten Weg bis zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko hat Philae nicht alleine hinter sich gebracht. Gestartet ist Philae mit der Raumsonde Rosetta. Der Start fand bereits vor 10 Jahren statt. Erst heute haben Rosetta und Philae das 500 Millionen Kilometer entfernte Ziel auch tatsächlich erreicht.

Die Kommunikation zwischen Gerät und Raumstation muss dabei asynchron durchgeführt werden, immerhin können die Signale untereinander aufgrund der enormen Entfernung nur mit einer Verzögerung von rund 30 Minuten übertragen werden.

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Philae: Google feiert mit Doodle

Die Raumsonde wurde von Airbus Defence and Space in Friedrichshafen konzipiert. Die Steuerung der Landung erfolgte über das Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt. Gestartet ist die Sonde bereits 2004 mit einer Ariane 5-Rakete in Kourou. Ziel der Mission ist es, Daten über die Entstehung unseres Sonnensystems zu erfassen. Es wird erwartet, dass sich dort noch Materie aus einer weit entfernten Vergangenheit befindet. Bei der Mission „Rosetta“ handelt es sich um die erste Landung auf einem Kometen. 2005 hat die japanische „Hayabusa“-Sonde immerhin schon Bodenproben von einem Asteroiden sammeln können.

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Der Name „Philae“ leitet sich ab von der Insel Philae im Nil. Ein Obelisk, der in Philae gefunden wurde, trug maßgeblich dazu bei, dass Hieroglyphen aus dem antiken Ägypten entziffert werden konnten. Philae 2014 soll es nun gleich tun und weitere Rätsel der Menschheitsgeschichte lüften. Wir sind gespannt, was Philae für Erkenntnisse auf dem Kometen sammeln kann. Erste Daten sind bereits im Lander Control Center des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln eingetroffen und müssen nun analysiert werden. Gleichzeitig wird die Euphorie allerdings gebremst, immerhin gab es Komplikationen bei der Landung. So steht derzeit noch nicht fest, ob Philae auch tatsächlich festen Halt auf dem Kometen hat.

Mission “Rosetta” und “Philae” kurz und knapp

  • 2004 wurde Rosetta auf den Weg durch das All geschickt.
  • 2007 passierte Rosetta den Mars in einer Entfernung von 250 Kilometern.
  • Am 10. Juli 2010 begegnet Rosetta dem Asteroiden Lutetia.
  • Am 20. Januar 2014 werden allmählich alle für die Landung wichtigen Instrumente reaktiviert.
  • Am 6. August trifft Rosetta am Kometen Tschurjumov-Gerasimenko ein.
  • 12. November 2014: Die Landeeinheit „Philae“ macht sich auf dem Weg auf die Oberfläche des Kometen.
  • Mittels Harpunen soll „Philae“ sich am Kometen befestigen.
  • Philae hat übrigens einen eigenen Account bei Twitter, auf welchem ihr über alle Ereignisse auf dem Laufenden gehalten werdet.
  • Philae kann keine Daten direkt an die Erde schicken.
  • Viel mehr müssen Signale erst an Rosetta übermittelt werden, bevor diese an die Station in Darmstadt transferiert werden können.

Weltraum-Fans können auch Live-Bilder von der ISS Webcam im Live-Stream verfolgen.

Bildquelle: Near Space Photography via Shutterstock

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