Ihr wollt heute bei der Suchmaschine Nummer 1 Begriffe suchen und die Suchmaschinenseite sieht ganz anders aus als sonst? Keine Sorge – ihr habt euch keinen Browser-Virus wie websearch.webisawesome oder JollyWallet eingefangen. Viel mehr feiert der Suchmaschinengigant heute den 93. Geburtstag von Sophie Scholl.

Sophie Scholl: Google ehrt Widerstandskämpferin

Sophia Magdalena Scholl ist am 9. Mai 1921 in Forchtenberg geboren und war eine der führenden Widerstandskämpferinnen zur Zeit des Nationalsozialismus.

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Sophie Scholl und die Weiße Rose

Der Name Sophie Scholl steht insbesondere im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs gehörte Scholl der Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ an. Auch heutzutage ist ihre Zivilcourage gegen die Diktatur Hilters unvergessen. Auch wenn Sophie zunächst mit ihrem älteren Bruder Hans Scholl von der NS-Propaganda überzeugt war und sogar dem Bund Deutscher Mädel (BDM) beitrat, distanzierte sie sich später von Hitlers Ideologie und beteiligte sich schnell an der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose. Die Weiße Rose wurde 1942 gegründet und richtete sich rabiat gegen den Nationalsozialismus. 1943 wurde Sophie Scholl während einer Flugblattaktion von einem SA-Mann entdeckt und den Nationalsozialisten übergeben. Nach der Festnahme durch die Gestapo folgte eine Verhörung durch den Kriminalobersektretär Robert Mohr. Aufgrund von „landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung“ wurde Sophie Scholl am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt. Dabei hatte Scholl zweimal die Gelegenheit, dem Tode Falschaussagen zu entgehen. Ihre Tagebuchauftzeichnungen während ihrer Gefangenschaft spiegeln bis heute das Bild einer jungen Frau mit hoher Empfindsamkeit gegenüber dem tiefem christlichen Glauben wider. Zusammen mit ihrem Bruder Hans Scholl wurde Sophie Scholl am 22. Februar 1943 in München vom Scharfrichter Johann Reichhart per Guillotine enthauptet.

 

Als Hitler die Macht übernommen hat, war Scholl erst elf Jahre alt. Erste negative Erlebnisse mit den Nationalsozialisten machte Sophie Scholl 1937, als ihr Bruder Hans erstmalig aufgrund seiner Verbindung zur Jugendbewegung der Weimarer Republik inhaftiert wurde. Insgesamt arbeiteten die Geschwister Scholl an sechs Flugblättern gegen das NS-Regime mit.

In ihrer Jugend ließ sich Sophie Scholl als Kindergärtnerin ausbilden. Erste Kontakte mit dem Widerstand gab es erst, als Scholl ihr Biologie-Studium in München aufgenommen hat. Während sich Historiker darüber streiten, ob Scholl bereits bei den ersten vier Flugblättern mitgewirkt hat, gilt die Verbreitung des fünften Flugblattes der Weißen Rose als faktisch gesichert. Bei der Verteilung des sechsten Flugblatts am 18. Februar 1943 an der Universität in München wurde Sophie Scholl festgenommen.

Alle Flugblätter gibt es als PDF-Download bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

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Sophie Scholl – Google gedenkt der Widerstandskämpferin

Regelmäßig verändert Google das Outfit unserer beliebtesten Suchmaschine. Erst am Samstag wurde der bekannte Google-Schriftzug durch eine Zeichnung der bekannten und populären Schauspielerin Audrey Hepburn ersetzt. Heute steht keine mediale Künstlerin, die Millionen von Menschen auf der Leinwand begeistert hat, sondern eine politisch engagierte Frau, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus durch ihren Einsatz gegen die aktuelle politische Strömung einen Namen gemacht hat, im Mittelpunkt der beliebtesten Suchmaschine in Deutschland und vielen anderen westlichen Ländern. 1991 erhielt Sophie Scholl eine eigene Briefmarke der Deutschen Post. Google zeigt heute eine Zeichnung -ohne interaktive Inhalte- der Widerstandskämpferin Sophie Scholl auf der Suchmaschinen-Startseite. Wer auf das Sophie Scholl-Motiv bei Google klickt, erhält alle Suchergebnisse zur engagierten Widerstandskämpferin.

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