Grooveshark sperrt Zugang für deutsche User, beschuldigt GEMA (UPDATE)

Hank
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Grooveshark sperrt Zugang für deutsche User, beschuldigt GEMA (UPDATE)

Schwarzer Tag für alle Fans des Streamingdienstes Grooveshark: Seit heute Morgen erwartet alle deutschen User beim Versuch, die Seite aufzurufen, folgende Hiobsbotschaft: “Aufgrund unverhältnismäßig hoher Betriebskosten stellt Grooveshark den Zugriff aus Deutschland ein.“ Was das konkret bedeutet, wird einige Sätze später klar: Die Gebühren der Verwertungsgesellschaft GEMA seien zu hoch, um die Seite hierzulande aufrechtzuerhalten. Daher ruft Grooveshark in der Stellungnahme die deutschen User dazu auf, sich direkt an die GEMA zu wenden, um höflich um niedrigere Gebühren für Online-Streaming-Anbieter zu bitten. Nutzer der Seite können über einen Link ihre Musik exportieren.

Die Selbstabschaltung könnte tatsächlich eine Reaktion auf die neuen Tarife der GEMA für Online-Streaming-Angebote sein. Eingeführt wurden diese vor gut einem Monat. Die Regelung sieht vor, dass derartige Anbieter zwischen 8,2 und 10,25 Prozent ihr Umsatzes an die Verwertungsgesellschaft abführen  müssen, dazu kommen 0,02 bis 0,6 Cent für jeden zusätzlichen Streaming-Vorgang. Das scheint Grooveshark zu teuer geworden zu sein.

Dennoch sollte man auch nicht außer acht lassen, dass wohl auch die laufenden Klagen so ziemlich aller großen Majorlabels gegen Grooveshark dessen Betreiber Escype Media Group in den vergangenen Wochen ziemlich unter Druck gesetzt haben dürften. Denn im Gegensatz zum anderen Streaming-Anbietern verfügt Grooveshark keinerlei Lizenzvereinbarungen mit den Labels und hat Verhandlungen mit den Labels von Anfang an umgangen. Nun verlangt alleine Universal für über 100.000 illegal hochgeladenen Songs aus eigenen Programm rund 15 Milliarden Dollar.

Von der GEMA in Berlin gibt es übrigens derzeit noch keine Stellungnahme – gut möglich, dass man in Beschwerden von Grooveshark-Usern versinkt. Im Laufe des Tages will die Verwertungsgesllschaft eine Presseerklärung veröffentlichen. Grooveshark indes verweist in seiner Stellungsnahme auf den Konkurrenten simfy als Ausweichlösung. Der Anbieter hat inzwischen gegenüber via Pressemitteilung erklärt, dass eine Partnerschaft zwischen simfy und dem dem Grooveshark-Betreiber eingegangen wurde. Deutsche Besucher der url grooveshark.com werden in Zukunft auf die simfy-Seite weitergeleitet.

UPDATE: Die GEMA hat sich inzwischen in dem Streit zu Wort gemeldet und eine Stellungname zu den Vorwürfen seitens Grooveshark veröffentlicht. Darin heißt es: “Der Anbieter Grooveshark hat seinen Dienst in Deutschland – entgegen seiner Angaben – nicht wegen unverhältnismäßig hoher Betriebskosten eingestellt. Vielmehr weigert sich Grooveshark grundsätzlich, den von ihm betriebenen Dienst überhaupt in irgendeiner Form zu vergüten. Mit der GEMA hat Grooveshark bislang auch noch in keiner Form Kontakt aufgenommen.” Hier das volle Statement.

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