Das Internet ist schuld: Kinder verlieren früher Glauben an Weihnachtsmann und Christkind

Florian Matthey
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Können Weihnachtsmann und Christkind im Internet-Zeitalter überleben? Eine Umfrage zeigt, dass Kinder in Deutschland heutzutage deutlich früher nicht mehr an die Figuren glauben. Schuld ist offenbar die omnipräsente Verfügbarkeit von Informationen durch das Internet.

Das Internet ist schuld: Kinder verlieren früher Glauben an Weihnachtsmann und Christkind

Der VPN-Anbieter Hide My Ass! hat beim Marktforschungsinstitut Censuswide eine Umfrage unter 2.001 Eltern in Deutschland mit Kindern zwischen 2 und 32 Jahre in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie sich der Glauben an Weihnachtsmann und Christkind im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat. Für fast die Hälfte der deutschen Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder an den Weihnachtsmann oder das Christkind glauben – 48 Prozent bejahten diese Frage.

Dennoch lässt der Glauben an die Geschenke-bringenden Figuren deutlich nach: Die heutige Elterngeneration habe mit durchschnittlich 7,88 Jahren aufgehört, an Weihnachtsmann und Christkind zu glauben. Bei heutigen Kindern liege der Wert nur noch bei 6,61 Jahren.

Das liege daran, dass es für Kinder heute wesentlich einfacher ist, an Informationen zu kommen – und somit auch an die „Wahrheit“ über Weihnachtsmann und Christkind. 40 Prozent der Eltern, deren Kinder im Jahr 2008 geboren sind, erlauben ihren Kindern den Zugriff aufs Internet für bis zu eine Stunde am Tag. Auch bei 2009 Geborenen hat schon ein Drittel der Eltern damit kein Problem mehr. So können Kinder natürlich viel lernen; aber eben auch Informationen bekommen, die die Eltern eigentlich noch nicht weitergeben wollten.

Dabei müssen Kinder Weihnachtsmann und Christkind noch nicht einmal googeln: 44 Prozent der Eltern geben als wichtigsten Grund für den Glauben-Wegfall ihrer Kinder Online-Werbung für Geschenke an. Das wecke Zweifel bei den Kindern. Das ist ja auch nur logisch: Warum sollte der Weihnachtsmann für den Kauf von Geschenken werben?

Hide My Ass! teilt diese Information natürlich selbst nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern möchte seinerseits für das eigene Produkt werben: Mit der VPN-Lösung ist es möglich, die Internet-Aktivität des Sprösslings zu überwachen und zu kontrollieren. Beispielsweise lassen sich so auch „‚heikle‘ Inhalte“ bezüglich des Weihnachtsmanns herausfiltern.