Erpressungsfall Apple: Gestohlene Daten wohl echt

Florian Matthey
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Apple hat sich jetzt offiziell zu dem Fall der Erpressung durch Hacker geäußert und damit gleichzeitig bestätigt. Die Hacker hätten aber keinesfalls Daten bei Apple direkt geklaut.

Erpressungsfall Apple: Gestohlene Daten wohl echt

Die Hacker-Gruppe „Turkish Crime Family“ macht mit einer erpresserischen Aufforderung von sich Reden – wobei der Sachverhalt im Allgemeinen etwas seltsam ist: Man habe Zugriff auf mehr als 500 Millionen iCloud-Accounts und werde die Daten der betroffenen Benutzer löschen, wenn Apple nicht 100.000 US-Dollar Lösegeld bezahlt. Die Hacker widersprechen sich bezüglich der Zahl der betroffenen Accounts allerdings selbst – mal ist von 300 Millionen, mal eben von 559 Millionen Accounts die Rede. Auch, dass sie 75.000 US-Dollar in Bitcoins oder 100.000 US-Dollar in Form von iTunes-Gutscheinen verlangen, ist ziemlich skurril.

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Apple hat sich jetzt gegenüber Fortune zu dem Fall geäußert. Das Unternehmen versichert, dass es keinen unerlaubten Zugang auf iCloud- oder Apple-ID-Benutzerdaten gegeben habe. Die Liste an E-Mail-Adressen und Passwörtern, die die Hacker-Gruppe haben will, scheint von einem Dienst von Dritten zu stammen. Damit sagt Apple indirekt aber auch: Mit den Daten könnte ein Zugang zu Apple-Konten möglich sein, falls Nutzer die selben Zugangsdaten mehrfach verwenden und selten ändern.

Denkbar ist, dass die Hacker Benutzerdaten von einem anderen Dienst haben – beispielsweise Yahoo, das in der Vergangenheit mehrfach Opfer von entsprechenden Angriffen wurde. Ein Risiko bestünde dann für diejenigen Personen, die bei Yahoo und bei iCloud dasselbe oder ein sehr ähnliches Passwort benutzt haben. Alle, die ihr iCloud-Passwort auch an anderer Stelle verwenden oder verwendet haben, sollten dieses jetzt ändern – dann dürfte nach Apples Aussagen auch keine Gefahr bestehen. Siehe auch unsere Tipps zu dem Vorfall.

Quelle: Fortune via Mac Rumors

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