fruux: Plattformübergreifende iCloud-Alternative für Kontakte, Kalender, Aufgaben

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fruux.com ist ein aufstrebender, junger Cloud-Service mit Sitz in Münster, der den großen Diensten Konkurrenz machen will. Mit schickem Design, einfacher Bedienung und der Synchronisation über alle Geräte von OS X bis Android und Nokia – und in der Basisversion kostenlos. Das Startup bietet schon jetzt einiges und hat noch mehr vor.

fruux: Plattformübergreifende iCloud-Alternative für Kontakte, Kalender, Aufgaben

Unter den iCloud-Alternativen kommt fruux frisch und freundlich auf den Schirm. Die Palette der iCloud-Dienste ist jedoch beschränkt, fruux bietet den Austausch bzw. die Synchronisation von Kontakten, Kalendern und Aufgaben. Dafür jedoch über eine breite Palette an Plattformen. Die reicht über Mac OS X, iOS, Android, Nokia N9, Thunderbird, Evolution und nennt natürlich auch die Standard-Formate CalDAV und CardDAV, auf denen es basiert.

Das Setup für die Synchronisation ist recht einfach: In “Add a device” wählt man sein zu synchronisierendes Gerät wie den Mac oder ein iOS-Gerät und wird dann Schritt für Schritt durch die Konfiguration geführt, bis hin zu den Systemeinstellungen für “Mail, Kontakte & Kalender”. So lassen sich beispielsweise auch verschiedene Kalender oder Adressbücher synchronisieren. Die Daten sind dann im Web und auf den Geräten immer auf dem gleichen Stand, natürlich nur einsehbar für den Nutzer. In der kostenlosen Basisversion lassen sich nur drei Geräte auf gleichem Stand halten, in der Pro-Version für 4 Euro pro Monat laufen zehn Geräte synchron und es gibt “Premium-Support”. Außerdem kann man Kalender auch mit Familie, Freunden oder Partnern teilen.

Englisch aber deutsch

Auffällig zunächst, dass fruux sich mit einer rein englischsprachigen Seite offenbar eher dem internationalen Markt zuwendet. Trotz des Sitzes in Münster. Weil man auch viel vorhat, setzen die Münsteraner auf die skalierbaren Services von Amazon Web Services, einem Tochterunternehmen von Amazon.

fruux macht als Ergänzung für andere Dienste einen guten Eindruck und kommt offenbar vor allem im internationalen Sektor bereits an. Wir fragten Dominik Tobschall, wie die Jungs in Münster ihren Dienst positionieren und wo die Reise hingehen soll.

Giga: Dominik, fruux wirkt sehr frisch und jung. Wie alt ist fruux?

Dominik Tobschall: fruux existiert seit 2007. Damals war fruux noch ausschließlich für den Mac – seit Anfang 2012 ist fruux ein plattformübergreifender Dienst, denn eine immer größer werdende Zahl von Geräten und Applikationen unterstützt die von uns verwendeten offenen Standards CardDAV und CalDAV.

G: In der Cloud tummeln sich Dutzende von Diensten wie Euer. Was war der Grund für fruux?

DT: Wir waren mit existierenden Lösungen unzufrieden: zu komplex, zu unzuverlässig und kein schönes Design. Zugegebenermaßen war fruux Anfangs gar nicht als Produkt gedacht. Wir wollten für uns selbst eine Lösung, die einfach ist, gut funktioniert und uns gefällt.

G: Doch Euer Angebot ist reduziert und kein vollständiger iCloud-Ersatz. Kontakte, Kalender, Aufgaben, das bietet fruux. Warum nicht mehr?

DT: Kontakte, Kalender und Aufgaben sind für uns die essentiellen persönlichen Daten. Wir wollen kein “Gemischtwarenladen” sein, der alles bietet. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, die bestmögliche Lösung für ein technisch sehr anspruchsvolles Problem anzubieten. Die Komplexität ist wohl auch der Grund dafür, dass viele mit den existierenden Synchronisierungs-Lösungen sehr unzufrieden sind.

G: Der Markt der Möglichkeiten ist groß. Welche Vorteile bietet Ihr gegenüber der Konkurrenz?

DT: Wir sind unabhängig, Geräte- und Hersteller-agnostisch und sind überzeugt, dass wir sowohl technologisch als auch mit unseren Funktionen und dem Design eine sehr gute Lösung anbieten.

G: Wenn jemand Euch wählt, wen empfehlt Ihr für den Fotostream, E-Mail, Lesezeichen-Sync, Dokumente und Daten, Backup?

DT: Für E-Mail würde ich persönlich FastMail empfehlen, bei Fotos bin ich ganz altmodisch und verwende tatsächlich noch die SD-Karte aus der Spiegelreflex. Was Lesezeichen angeht, habe ich leider keine richtig gute Empfehlung. Wir würden gerne Lesezeichen unterstützen, es hapert noch an einem offenen und flächendeckend unterstütztem Standard. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Privat nutze ich Dropbox. Da gefällt mir der Fokus auf ein hartes Problem, eben FileSync, und die damit erreichte Qualität bei der Lösung. Fürs Backup empfehle ich zusätzlich ein kleines RAID5 NAS.

G: fruux.com erscheint mit einer englischsprachigen Seite. Richtet Ihr euch ausschließlich an englischsprachige Kunden?

DT: Wir sind ein sehr kleines Team und müssen unsere vorhandenen Ressourcen möglichst effektiv nutzen. Mit Englisch haben wir die größte Reichweite mit nur einer Sprache. Das Thema Lokalisierung haben wir aber natürlich auf dem Schirm und sobald wir uns damit beschäftigen können ohne andere Themen zu bremsen, werden wir auch weitere Sprachversionen veröffentlichen. Support bieten wir übrigens in Englisch, Deutsch und Niederländisch. Und zur Not verwenden wir auch mal den Google Übersetzer.

G: Ihr nutzt den skalierbaren Service von Amazon Web Services (AWS) für eure Server und Datenspeicherung. Das ist ein US-amerikanisches Unternehmen, für das das deutsche Datenschutzgesetz nicht gilt. Trotzdem werbt Ihr mit dem Standort Deutschland. Wie passt das zusammen?

DT: Das Thema Datenschutz hat für uns oberste Priorität. Selbst wenn es in Deutschland kein Datenschutzgesetz gäbe, würden wir niemals Nutzerdaten veröffentlichen. Als deutsches Unternehmen halten wir natürlich unsere Datenschutzgesetze ein. Das ist uns möglich, weil Amazon für das von der Europäischen Union und dem U.S. Department of Commerce entwickelten Safe Harbor Programm zertifiziert ist. Wir nutzen Amazon Web Services, weil uns die Themen Hochverfügbarkeit und Zuverlässigkeit sehr wichtig sind und wir überzeugt sind, das man bei AWS sowohl die Themen operationelle als auch physische sowie technische Sicherheit im Griff hat. Ich verweise da gern auf ein interessantes Video dazu vom AWS Chief Security Officer. Sowohl was die Prozesse, als auch was den technischen Betrieb der Infrastruktur angeht, geht AWS mit gutem Beispiel voran.

G: Hin zu den wirklich wichtigen Dingen des Lebens: Welche Rechner, Phones benutzt Ihr selbst?

DT: Wir verwenden ganz überwiegend Macs und iPhones. An Betriebssystemen haben wir aber von Ubuntu über OS X bis Windows alles im Einsatz.

G: Wieviele Leute arbeiten bei fruux?

DT: Aktuell sind wir zu viert, suchen aber definitiv noch Unterstützung. Wer talentiert ist, und in einer Product-Company arbeiten möchte – wir freuen uns auf ein Gespräch.

G: Wie sieht Eure weitere Perspektive aus?

DT: Wir haben gerade vor ein paar Tagen unsere neue Kalender-Sharing Funktion veröffentlicht. Damit ist es ein Kinderspiel mit der Familie, Freunden oder Kollegen einen Kalender zu teilen. Für die Zukunft wollen wir uns vor allem um die Integration mit anderen Diensten und unser zukünftiges Produkt für Teams kümmern. Sowohl was die Synchronisation mit externen Diensten, als auch was unser API für Drittentwickler angeht. Unsere Vision ist einfach: “The last address book and calendar you’ll ever need!”

G: Dominik, danke für das nette Gespräch und Euch viel Erfolg mit fruux.

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