Aufwind für Amazon: iCloud-Konkurrent und App-Store-Etappensieg

Flavio Trillo
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Amazon hat einige Änderungen seines Cloud Drive Dienstes angekündigt. Damit scheint das Unternehmen auf Apples iCloud zu reagieren, denn wer die Neuerungen betrachtet, findet alte Bekannte. Darüber hinaus lehnte ein Richter in Kalifornien zugunsten des Online-Riesen Apples Antrag auf einstweilige Verfügung im Streit um die Bezeichnung “App Store” ab.

Mit dem günstigsten kostenpflichtigen Abonnement (20 US-Dollar pro Jahr) erhält man derzeit unbegrenzten Speicherplatz für MP3- und M4A-Dateien. Damit ist das Angebot, Musik kostenfrei in der Cloud zu lagern, nicht mehr nur auf Titel aus dem Amazon MP3-Store beschränkt.

Doch auch für alle, die sich mit den kostenfreien 5 Gigabyte zufrieden geben, die Amazon allen Kunden zur Verfügung stellt, gilt: Alles, was der User im Amazon MP3-Store erwirbt, wird nicht auf die Kapazität angerechnet. In freier Abwandlung eines geflügelten Berliner Wortes: iCloud, ick hör’ Dir trapsen.

Für US-Kunden erfreulich, die im Besitz eines iPad sind: Der Cloud Player, mit dem die gespeicherte Musik aus dem Webbrowser heraus abgespielt werden kann, wurde für das Apple-Tablet optimiert. Leider funktioniert der Zugang nur von einem Server aus den USA, hierzulande läuft das Web-Streaming nicht.

Apples iCloud startet zusammen mit iTunes Match noch in diesem Herbst. In dieser Kombination jedoch, wiederum, vorerst nur in den USA. Das Paket wird mit 24,99 US-Dollar pro Jahr voraussichtlich etwas teurer als Amazons Alternative. Dafür klappt die iOS-Integration natürlich besser.

Ins Cloud-Geschäft dringt jetzt auch Dell vor und erweitert sein Programm namens Stage um diverse Cloud-Funktionen. Die Möglichkeit, mehr als kostenlose 2 Gigabyte mit Fotos, Videos und mehr zu füllen, kostet hier ab etwa 20 US-Dollar im Jahr für 5 Gigabyte. 100 Gigabyte gibt es für 150 US-Dollar per annum.

Übrigens: Hierzulande können Smartphone-Besitzer seit neuestem einen Synchronisations-Dienst von simyo nutzen. Mit simyo Synch stellt der Anbieter nicht nur den eigenen Kunden eine kostenfreie Möglichkeit zur Verfügung, Kontakte und Kalendereinträge in der Cloud zu speichern. Bei einem Geräteverlust oder -wechsel lassen sich diese Daten dann problemlos übertragen.

Noch mehr gute Nachrichten für Amazon, die Apple sorgen könnten, kommen aus Kalifornien. Ein dortiges Bezirksgericht lehnte einen Antrag der Anwälte aus Cupertino auf eine einstweilige Verfügung ab. Das Unternehmen wollte erreichen, dass der Richter Amazon vorerst und mit sofortiger Wirkung untersagt, den Namen “App Store” zu verwenden.

Die ehrenwerte Phyllis Hamilton sah jedoch in Apples Vorträgen keine ausreichenden Anzeichen für die “Wahrscheinlichkeit der Verwirrung” unter den Kunden. Der Mac-Macher verwies einer Meldung von Reuters zufolge auf vorige Stellungnahmen, in denen Amazon gebeten wurde, den Namen App Store nicht zu verwenden, da er die Kunden “verwirren und in die Irre führen” könne. Dieses Vorbringen war jedoch nicht substantiiert genug, um das vergleichsweise drastische Rechtsmittel einer einstweiligen Verfügung zu erwirken.

Allerdings ist der Prozess damit nicht beendet. Richterin Hamilton hatte bereits zuvor einen Verhandlungstermin für Oktober 2012 angesetzt. Bis zum Urteilsspruch wird Amazon also weiterhin ungehindert mit dem eigenen App Store werben dürfen.

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