iCloud.com: MobileMe-Benutzer fühlen sich zu Hause – Apple integriert “Meinen Mac finden”

Seit Anfang dieser Woche können bei Apple registrierte Entwickler eine Beta-Version von iCloud.com testen. Nach einigen Tagen lässt sich sagen: Die Web-Oberfläche von iCloud ähnelt in weiten Teilen Apples bestehendem Online-Dienst MobileMe, wobei Apple allen Web-Apps ein Update spendiert hat. iCloud.com bringt aber auch einige Neuerungen wie eine iWork-Integration, Photo Stream und zusätzlich zu “Mein iPhone finden” auch die Funktion “Meinen Mac finden”.

Keine steile Lernkurve für MobileMe-Benutzer

Die Macher der Website Engadget haben iCloud einige Tage ausprobiert und beenden ihren Kurz-Test der Beta-Version mit einem eher positiven Fazit. Zwar gab es Komplikationen beim Einsatz der Beta-Version der neuen iWork-Apps auf einem iPad – sie stürzten zunächst dauernd ab. Allerdings handelt es sich eben nur um Vorab-Versionen der Apps. Auch mussten die Tester zunächst iCloud für OS X Lion installieren, eine neue Beta-Version von iOS 5 herunterladen und sich die iWork- und iPhoto-Betas besorgen, um alle Funktionen testen zu können. Das dauerte erst einmal seine Zeit.

Wer bereits MobileMe-Kunde ist, sollte sich ohne größere Probleme bei iCloud.com zurechtfinden können. Zwar hat Apple allen Web-Apps eine Verjüngungskur spendiert. Im Prinzip hat sich optisch aber nicht sehr viel verändert, und auch die Technik ähnelt der des iCloud-Vorgängers: Apple hat auch die iCloud.com-Web-Apps mit dem von Apple mit entwickelten JavaScript-Framework SproutCore erstellt. Das Open-Source-Framework hilft beim Erstellen von JavaScript-/HTML5-Inhalten und gilt für einige Einsatzgebiete als eine Alternative zu Adobes Flash. Der geistige Vater von SproutCore, Charles Jolley, hatte Apple letztes Jahr allerdings verlassen, um ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die einzelnen iCloud.com-Web-Apps entsprechen dann auch denen, die es bereits für MobileMe-Benutzer gibt: Die Web-Mail-Oberfläche ähnelt in weitem Teilen ihrem MobileMe-Pendant, bisher können Entwickler über die Web-App auch nur auf bestehende MobileMe-Mail-Accounts zugreifen. Die Kontakte-App ähnelt äußerlich nun der iOS-5-Kontakte-App und dem Adressbuch von OS X Lion, iCloud gleicht alle Daten zwischen der Web-Oberfläche mit Lion und den iOS-Geräten miteinander ab. Das ist allerdings auch mit MobileMe schon so.

Die Kalender-Web-App ist eine Art Mischung aus der Lion- und der iOS-5-Version mit eigenen Elementen. Die Übersicht über einzelne Kalender stellt die App ähnlich wie in früheren Mac-OS-X-Versionen als Spalte und nicht als Pop-Up-Menü dar, unterhalb der eigentlichen Termine gibt es eine Art Schiebe-Regler, um zwischen Wochen oder Monaten zu wechseln – wie in der iOS-5-App. Auch die Kalender-App bietet wie ihr MobileMe-Vorgänger eine direkte Synchronisation mit ihren Mac- und iOS-Pendants, auf Wunsch lassen sich Daten auch in einem Cache des Macs ablegen.

iCloud-iWork: Synchronisation, aber keine Browser-Bearbeitung

iWork-Dokumente lassen sich nun mit Hilfe der neuen iOS-Apps, die es bisher ebenfalls nur als Beta-Version gibt, direkt mit iCloud synchronisieren. Wer also beispielsweise ein Dokument mit Pages auf dem iPad bearbeitet, findet es später im gleichen Stadium auf einem iPhone wieder und umgekehrt. Auch in der iCloud.com-Web-App, die das bisherige iWork.com ablösen dürfte, lassen sich die iWork-Dokumente wiederfinden. Dort lassen sie sich allerdings nicht bearbeiten, sondern nur auf einem Mac oder PC herunterladen – dafür aber auf Wunsch auch direkt als Word-, Excel-, PowerPoint- oder PDF-Datei. Umgekehrt lasen sich iWork-Dokumente von einem Mac über iCloud.com auf Apples Online-Speicher hochladen, später erscheinen sie dann auch auf den iOS-Geräten.

Die Funktion Photo Stream erlaubt es wiederum, Fotos, die der iCloud-Benutzer mit einem iPhone, iPad 2 oder iPod touch der vierten Generation geschossen hat, direkt in iPhoto wiederzufinden – ohne das Gerät manuell mit iPhoto verbinden zu müssen. Im Engadget-Test hat auch dieses Feature ohne Probleme funktioniert.

“Mein iPhone finden” bekommt Schwester-Funktion: “Meinen Mac finden”

Seit letzter Nacht gibt es auch eine neue Version der “Mein iPhone finden”-Web-App – in den ersten Tagen verlinkte Apple nur auf die MobileMe-Version. Die Funktionalität scheint sich gegenüber der MobileMe-Variante nicht verändert zu haben, dafür erscheint die App in einem neuen Gewand: Die Google-Maps-Karten sehen klassischer aus, außerdem gibt es iOS-ähnliche Pop-Up-Menüs. Spannender ist derweil die Integration einer “Meinen Mac finden”-App: Lion-Benutzer werden die Funktion im in den iCloud-Systemeinstellungen aktivieren und einen verloren gegangenen oder geglaubten Mac auf einer Landkarte verfolgen können. Der Mac erkennt seine eigene Position anhand der WLAN-Router, zu denen er eine Verbindung aufnehmen kann. Dass Apple ein entsprechendes Angebot plant, hatte bereits eine der Beta-Versionen von OS X Lion verraten.

Bilder: Engadget, 9 to 5 Mac

iPhone-Display kaputt? Akku zu schnell leer? Kein Problem: Display oder Akku selbst tauschen mit den Komplettsets zur iPhone-Display-Reparatur oder dem iPhone-Akku-Wechsel von GIGA & Fixxoo!

iCloud

Weitere Themen: iTunes für Mac, MobileMe, Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz