iTunes Match: Aus Mono wird Stereo, aus Explicit wird Clean

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Vorsicht bei dem Musik-Update: iTunes Match, ein Synchronisationsdienst für Musik, unterscheidet nicht so genau zwischen den verschiedenen Versionen, die Künstler und Plattenfirmen veröffentlicht haben. Das hat Vor- und Nachteile.

iTunes Match: Aus Mono wird Stereo, aus Explicit wird Clean

iTunes Match schaut nicht so genau hin, wenn es um die Identifikation der Songtitel auf der privaten Festplatte geht. Viele Käufer werden sich freuen, dass sie durch die Synchronisation aktuellere Veröffentlichungen erhalten. Manche werden sich darüber ärgern.

Remaster With The Beatles: Aus Mono wird Stereo

Wie iTunes Match funktioniert, haben wir bereits erklärt. Die eigene Musikbibliothek wird mit den Titeln im iTunes Store verknüpft. Abonnenten können sich dadurch über das Internet die Songs auf ihre iOS-Geräte und Macs herunterladen – in der iTunes-Qualität.

Die Daten im iTunes-Store entsprechen nicht nur in der Komprimierung, sondern auch in der Version nicht immer denen, die auf der eigenen Festplatte liegen. Wie wir festgestellt haben, wirft iTunes Match zum Beispiel verschiedene Veröffentlichungen von Beatles-Alben in einen Topf. Stereo? Oder Mono? Oder Remastered? Egal, über iTunes Match gibt es für (fast) jedes dieser Alben die .

Die meisten Hörer dürfte so etwas freuen. Wer sich vor 20 Jahren eine gekauft hat, erhält nun über iTunes Match die Remastered-Version mit einem etwas knackigerem Sound. Nicht freuen wird sich der eingefleischte Liebhaber, der sich extra verschiedene Versionen eines Albums gekauft hat – zum Beispiel die . In der iTunes-Match-Bibliothek hat er zwar weiterhin jedes Lied doppelt mit verschiedenen Beschriftungen, also zum Beispiel Help! (Mono-Version). Aber die beiden Audiodateien sind identisch.

iTunes Match als Moralapostel

Wie bereits berichtet, kann iTunes Match auch nicht zwischen verschiedenen Text-Varianten unterscheiden. Also nicht wundern, wenn Rapper wie Kanye West nur noch halb so wild fluchen und schimpfen: Hier wurde wohl nicht die Originalausführung des Albums („Explicit“!), sondern die zensierte Clean-Version ohne F***-Wörter synchronisiert. Apple sei das Problem bekannt, das Unternehmen arbeite an einer Lösung.

Daher kommen die Ungenauigkeiten

iTunes Match untersucht, welche Songs in der privaten Musikbibliothek liegen. Dies geschieht nicht nur anhand der Titelbeschriftung. Auch das Audio-Material wird untersucht – allerdings nur auszugsweise, um den Vorgang zu beschleunigen.  Zudem „verzeiht“ der Dienst vernünftiger Weise kleine Klang- und Zeitunterschiede.

Die Folge: Nicht jeder Titel wird dem exakten Pedant im iTunes Store zugeordnet. Manche Versionen gibt es zudem bei Apple gar nicht zu kaufen (Beatles-Alben in mono etc.).

Das erklärt, worüber sich schon manche Match-Nutzer gewundert haben: Zum Beispiel werden von der “alten” Beatles-CD Help! die Titel teilweise mit dem iTunes Store verknüpft, teilweise aber auch nicht. Offensichtlich erkennt iTunes Match bei größeren Unterschieden eine andere Version, bei kleineren Unterschieden aber nicht. Die alten Alben (im Bild oben) werden deshalb nur teilweise im iTunes Store gefunden, während die remasterten Versionen (im Bild unten) dagegen komplett verknüpft werden.

Fazit: Diese Fakten im Hinterkopf behalten

Ein iTunes Match-Nutzer kann sich also manche Songs in einer neuen Version herunterladen – zum Beispiel auf seinen iPod touch.

Um besondere Raritäten in der eigenen iTunes-Bibliothek muss keiner Angst haben. Denn iTunes Match ersetzt keine Titel von sich aus. Nur wer etwas löscht, kommt vielleicht nicht mehr an die ursprüngliche Version. Also die Entfernen-Taste mit Bedacht benutzen – und das wöchentliche Backup nicht vergessen.

Weitere Themen: The Beatles, Kanye West, Beatles, iTunes für Mac, Apple


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