Megaupload & Kim Schmitz – Details der Anklageschrift

Martin Beck
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Dass Megaupload megadown ist und Kim Schmitz, seines Zeichens knödeliger Managervisionär, hinter Gittern schmort, dürfte spätestens nach der ersten Meldung auf GIGA bekannt sein. Doch was genau wird dem Mann eigentlich vorgeworfen? Wir kennen die „Höhepunkte“ der 72-seitigen Anklageschrift:

Megaupload & Kim Schmitz – Details der Anklageschrift






  • Die obersten Mitarbeiter von Megaupload hatten Zugang zu einer ungefilterten Suchmaschine des gesamten Inhalts.
  • Als Google erkannte, was bei Megaupload vor sich ging, wurde die komplette AdSense-Werbung gekippt. Megaupload reagierte mit der Entwicklung eines eigenen Werbe-Netzwerks namens Megaclick.
  • Das Digital Millenium Copyright Act-Kompatibilitäts-Tool, das Megaupload installiert hatte, um geschützte Dateien fernzuhalten, war bewusst fehlerhaft. Das Tool suchte zwar nach entsprechenden Titeln, doch diese wurden dann nur äußerst lückenhaft entfernt.
  • Kim Schmitz wohnt in Hongkong und Neuseeland. Außerdem hat er die deutsche und die finnische Staatsangehörigkeit.
  • Nach Angaben der US-Regierung verdiente Kim Schmitz 2010 42 Millionen Dollar mit Megaupload.
  • Megaupload hat Server in Virginia, Washington DC, Kalifornien und Toronto.
  • 110 Millionen Dollar wurden seit 2006 über den Paypal-Account von Megaupload umgesetzt.
  • Megaupload hat versucht, den kompletten Inhalt von YouTube herunterzuladen und auf ihrer eigenen Seite Megavideo wieder hochzuladen. Damit sollte der gestohlene Content, der sich hinter der Startseite verbarg, verschleiert werden.
  • Megaupload hat diversen Providern mehr als 65 Millionen Dollar für Hosting bezahlt. Des weiteren wurde zugegeben, dass bestimmte Leute Geld für das Hochladen urheberrechtlich geschützter Kopien erhalten haben.
  • Der private E-Mail-Verkehr zwischen Angestellten von Megaupload macht klar, dass sie sich bewusst waren, ein illegales Geschäft zu betreiben. Zitat aus einer E-Mail: „Wir haben einen lustigen Beruf...moderne Piraten:)“. Die Antwort darauf: „Wir sind keine Piraten, wir bieten Piraten nur einen Versand-Dienst an:)“
  • Ein Uploader erhielt 55.000 Dollar für 5845 Dateien mit vietnamesischem Inhalt, mindestens 10 gerippte DVDs, einige Pornos und eine italienische Fernsehserie.
  • Megaupload überwies Carpathia, einer Host-Firma aus Virginia, zwischen 700.000 und 1 Million Dollar pro Monat von einem Konto aus Hongkong.
  • Cogent Communications, ein Internet-Provider aus Atlanta, verdiente mit Megaupload zwischen 2009 und 2011 1 Million Dollar pro Monat.
  • Megaupload gab im Juni 2011 2,4 Millionen Dollar Miete für eine Yacht aus.
  • Die US-Regierung vermisst insgesamt 175 Millionen Dollar Vermögen, verteilt auf 59 verschiedene Bankkonten. Die meisten davon sind chinesisch, zwei gehören zur Citibank.
  • Des weiteren werden gesucht: 14 Mercedes, eine „Predator“-Statue, zwei Fernseher mit einem Durchmesser von 2,8 Metern, ein Seadoo, ein 1957er Cadillac, ein Maserati und ein Mini Cooper.
  • Kim Schmitz besaß einen Rolls Royce Phantom mit dem Kennzeichen „GOD“. Die Aufschriften auf seinen anderen Autos lauten: „GUILTY“, „STONED“, „GOOD“, „CEO“, „MAFIA“ und „HACKER“.



Was soll man sagen – der Mann steht im Duden unter „klotzen, nicht kleckern“. Wer gar nicht genug von Le Superschnitzel bekommen kann, sollte dringend mal die Seite „Kim Schmitz looking at things“ anklicken. Von „looking at Bruce Willis“ bis „looking outside his panic room“ ist alles dabei, was lautes Gelächter erzeugen kann.

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