Was hat das FBI aus Megaupload.org gemacht?

Tuan Le
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Erschließt das FBI sich neue Geschäftsfelder? Nach dem umfangreichen Schlag gegen Kim Dotcom und den berühmt berüchtigten Dienst Megaupload.org zeigt die Webseite nach der Übernahme durch die U.S.-amerikanische Bundespolizei auf einmal schlüpfrige Werbung.

Was hat das FBI aus Megaupload.org gemacht?

Das Urheberrecht wird durch das moderne Internet auf eine Bewährungsprobe der besonderen Art gestellt: In vielen Gesetzesfragen zu Raubkopien, Streaming und vor allem dem Download von illegal verbreiteten Dateien bewegt sich ein Großteil der Nutzer in einer ziemlich großen Grauzone, bei der niemand so recht weiß, ob mit einer Strafverfolgung zu rechnen ist, oder nicht. Verstärkt gehen die Behörden daher nicht etwa gegen die Nutzer selbst, sondern die Betreiber entsprechender Plattformen vor – prominentestes Beispiel ist da Kim Dotcom, der Gründer von Megaupload, welcher seit Jahren in einem anhaltenden Rechtsstreit mit der Regierung verwickelt ist.

Die URL Megaupload.org hat dabei das FBI im Rahmen der Ermittlungen übernommen – eigentlich. Denn wie einige Nutzer kürzlich festgestellt haben, zeigt der ehemalige Upload-Dienst jetzt nur noch Werbeanzeigen für “casual sex,” “adult affair dating,” “adult cam chat,” und “live sex cams”  an, inklusive eindeutiger Bilder leichtbekleideter Damen.

Vermutlich hat das FBI vergessen die Domain zu erneuern

Dass das FBI die Webseite selbst verhökert und für solche Zwecke bereitgestellt hat, ist dabei wohl doch eher abwegig. Per WHOIS lässt sich ermitteln, dass die Nameserver bei NS5.CIRFU.NET and NS6.CIRFU.NET liegen – vermutlich hat der zuständige FBI-Mitarbeiter nach einem Jahr schlichtweg vergessen, die Domain zu erneuern und es dann findigen Webseiten-Betreibern aus dem Erotik-Milieu ermöglicht, die renommierte Domain zu kaufen. Kein glorreiches Ende für Megaupload.org. 

Quelle: Arstechnica

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