Compartments und der liebe Hausrat: Die Verwaltung unendlicher Listen

Thomas J. Weiss
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Haben Sie bereits einmal versucht, den Wert Ihres Hausrats zu schätzen, beim Abschluss einer Versicherung beispielsweise? Wahrscheinlich ging es Ihnen dabei wie der Mehrheit all jener, die über Hab und Gut eben nicht penibel Buch führen. Man kann es auch übertreiben mit der Ordnung. Pardon, das meinen Sie nicht? Dann ist die Hausratsverwaltung Compartments vielleicht genau das richtige für Sie.

Mit Compartments macht sich wieder ein Programm auf, den Mac zu erobern, das für mehr Ordnung sorgen will. Für mehr Ordnung in einem Chaos, dessen Vernichtung ein Hauptziel der Menschheit ist und damit die Existenzberechtigung aller Bürokratie und Verwaltung. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Compartments verwaltet die Gegenstände des täglichen Lebens, Kaffeetische, Aquarien und Fernseher beispielsweise, wie ein Screenshot des Herstellers zeigt.
All diese Dinge lassen sich virtuell in ihrer natürlichen Umgebung vereinen, sprich: nach Räumen und Zimmern ordnen. Besonders geschickt ist dies, wenn man einmal vergessen haben sollte, dass neben dem Computer noch ein Drucker stand, beispielsweise nach einem Hausbrand. In solchen Fällen allerdings empfiehlt sich, die Daten nicht zuvor just auf jenem Computer gespeichert zu haben.
Doch nun ganz ohne Augenzwinkern: Compartments ist hervorragend gemacht, organisiert Dinge in intelligenten Listen, kann Daten mit anderen Instanzen synchronisieren, Bilder einfügen, Backups auf MobileMe anlegen und vieles mehr.
In hübsche Eingabemasken tippt der Anwender für jeden Gegenstand seines Besitzes schnell Informationen wie das Datum des Kaufs, die genaue Modellnummer, den Kaufwert und die Seriennummer ein. Er kann sogar Notizen hinterlassen, Tags vergeben und ein putziges Icon hinzufügen. Compartments kostet derzeit 19,95 US-Dollar, lebenslange Aktualisierung gehört zum Preis.

Zur Lektüre empfehlen wir allen Fans von Compartment indes das Werk “Die unendliche Liste” von Umberto Eco, das die “kulturgeschichtliche Bedeutung und Verbreitung der Liste, des Katalogs, der Aufzählung” behandelt, schreibt die Zeit.

“Wenn eine Katastrophe unser Heim und die Umgebung zerstört, stillt ein Heiminventar das Bedürfnis, die Informationen nach dem Ereignis zusammenzupuzzlen”, zitiert Compeartements-Hersteller LittleFin die nationale Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe der USA. Und man mag sich solch eine Katastrophe gar nicht vorstellen. “Wir mögen Listen, weil wir nicht gern sterben wollen”, sagt Eco. Auch diese nicht.

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