Das Update von Leopard auf Snow Leopard hat nicht nur Freude bereitet. Das neue System beschert auch so manche Hakeligkeiten.

Snow Leopard ist mit dem Anspruch angetreten, für mehr Stabilität, Geschwindigkeit und Sicherheit von Mac OS X zu sorgen. Hohe Zuverlässigkeit war das erklärte Ziel Apples. Das haben die Entwickler alles in allem erreicht. Doch hier und da hakt es eben doch, nicht alle Programme sind mit Snow Leopard kompatibel und manchmal treibt das System selbst seltsame Sachen.

Standardprozedere

Zwei Programmtypen können unter Snow Leopard für Probleme sorgen: etwas ältere und ganz neue, noch unfertige Versionen, wie sie ­etwa bei einem öffentlichen Beta-Test vorliegen. Lassen sich Programme mal nicht starten oder nicht beenden, helfen meist die bewährten Hilfsmittel weiter: Neustart von Finder, Dock und Dashboard und das unsanfte Beenden störrischer Prozesse über die Aktivitätsanzeige.

Finder neu starten Wählen Sie im Systemmenü den Eintrag Sofort beenden. Sollte die Menüleiste nicht reagieren, drücken Sie . Wählen Sie den Eintrag Finder und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.

Dock/Dashboard neu starten Starten Sie das Terminal und geben Sie das Kommando „killall Dock“ ein (achten Sie auf die Groß-/Kleinschreibung). Das Dock verschwindet kurz und erscheint dann wieder. Gleichzeitig wird auch das Dashboard neu initialisiert.

Aktivitätsanzeige Lässt sich ein Programm nicht mehr beenden oder über das Systemmenü schließen, rufen Sie das Dienstprogramm Aktivitätsanzeige auf. Lassen Sie sich Meine Prozesse anzeigen, markieren Sie den Programmeintrag und klicken Sie auf Prozess beenden.

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Wenn DIE Grafik Abbaut

Wenn das Interface von Mac OS X nicht mehr korrekt aufgebaut wird, Dialoge nur noch weiße Flächen sind oder der Programmumschalter keine Symbole mehr zeigt, dann sind dem Sys­temprozess WindowServer die Ressourcen ­ausgegangen. Ursache für diese Knappheit ist vermutlich eine unsauber programmierte oder veraltete Applikation, die Ressourcen nicht korrekt freigibt. Abhilfe schafft ein kompletter Neustart von Mac OS X, sehr viel schneller geht es jedoch, wenn Sie nur das grafische Subsystem, also besagten WindowServer, neu starten. Doch Vorsicht! Dies ist ein zentraler Prozess von Mac OS X, der die gesamte Fensterverwaltung steuert. Ohne ihn gibt es kein GUI mehr. Wird er beendet, werden alle Programme sofort und ohne Rückfrage geschlossen. Dabei werden auch geöffnete Dateien ohne Rückfrage geschlossen. Gleichzeitig werden Sie abgemeldet und müssen sich neu einloggen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, WindowServer zu beenden. Rufen Sie die Aktivitätsanzeige auf und lassen Sie sich Alle Prozesse anzeigen. Sortieren Sie die Prozessliste nach Namen, markieren Sie den Eintrag WindowServer und kli­c⁠ken Sie auf Prozess beenden. Es erscheint ein Warnhinweis-Fenster, in dem Sie Sofort beenden wählen. Nach der Eingabe Ihres Kennworts wird der Server umgehend beendet. Nach einer Neuanmeldung sollte Ihr Mac wieder wie gewohnt reagieren. Alternativ dazu lässt sich der Prozess im Terminal mit dem Befehl sudo killall -HUP WindowServer beenden.

Von 64 zu 32 Bit

Die generelle Umstellung von Mac OS X von 32 auf 64 Bit führt zwar zu mehr Stabilität, aber leider auch zu Problemen. Manche Programme laufen nicht unter 64 Bit und benötigen eine 32-Bit-Basis. Dazu gehören, was für einen Mac schon ein wenig fatal ist, Produkte von Adobe, etwa der PDF-Treiber von Acrobat Pro. Die Option Save as Adobe PDF im Drucken-Dialog führt unter Snow Leopard unter Umständen zu einer Fehlermeldung oder gar einem Crash des Druckertreibers. Der Grund: Diese Funktionalität wird als 32-Bit-Skript im Automator ausgeführt, der seinerseits unter Snow Leopard im 64-Bit-Modus operiert. Hier kann es helfen, den Automator im 32-Bit-Modus zu starten.
Öffnen Sie im Finder den Programme-Ordner, klicken Sie Automator mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Informationen.
Aktivieren sie im Abschnitt Allgemein den Punkt Im 32-Bit-Modus öffnen.
Diese Option steht nicht nur bei Automator zur Verfügung, sondern auch bei anderen 64-Bit-Applika­tionen. Eine wirkliche Lösung des Problems gibt es erst, wenn der Hersteller des betroffenen Programms eine 64-Bit-Version vorlegt. Achten Sie also auf Updates.

Kopierprobleme

Wer Dateien von einem FAT32-Volume auf ein anderes kopieren möchte – etwa bei zwei angeschlossenen USB-Sticks –, der wird an einem Bug scheitern. Snow Leopard quittiert diesen Vorgang nämlich mit dem Hinweis, dass die zu kopierende Datei bereits auf dem Ziellaufwerk vorhanden ist. Hier hilft ein Zwischenstopp auf einem HFS-Laufwerk, also der Festplatte Ihres Macs. Kopieren Sie die Da­tei⁠en vom Quelllaufwerk auf den Schreibtisch und erst danach auf das Ziellaufwerk.

Wenn iSync streikt

Es kann passieren, dass sich iSync nicht mehr starten lässt oder MobileMe ein rätselhaftes Sync-Verhalten an den Tag legt. In diesem Fall sollten Sie versuchen, die Sync-Dienste zurückzusetzen. Lassen Sie sich dazu, falls noch nicht eingerichtet, das Sync-Menü in der Menüleiste anzeigen. Wählen Sie in den Systemeinstellungen den Eintrag MobileMe und aktivieren Sie auf der Registerkarte Sync den Punkt Status in der Menüleiste anzeigen. Halten Sie die Wahl-Taste gedrückt und klicken Sie auf das Sync-Symbol in der Menüleiste. Wählen Sie hier Sync-Dienste zurücksetzen.
Warnung: Versuchen Sie nicht, den Ordner /System/Library/SyncServices zu löschen, denn das führt fast immer zu Datenverlust.

Die Zeitmaschine reparieren

Wenn Ihr Time-Machine-Backup den Fehler meldet, dass auf dem Laufwerk keine Schreibzugriffe möglich sind, dann kann eine Reparatur des Backups helfen. Dazu müssen Sie zuerst das automatische Backup von Time Machine in den Systemeinstellungen ausschalten. Das Laufwerk selbst muss angeschlossen und eingeschaltet bleiben. Anschließend starten Sie das Festplatten-Dienstprogramm. Hier wählen Sie in der Seitenleiste das Backup-Laufwerk aus. Nun können Sie es mit Volume überprüfen testen und gefundenen Fehler gegebenenfalls mit Volume reparieren beheben. Anschließend schalten Sie das automatische Backup in den Systemeinstellungen wieder ein und starten ­einen Backup-Lauf.

Giesbert Damaschke/me

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