Deutsche Internetnutzer haben keine Probleme mit illegalem Medienkonsum, wie eine neue Studie jetzt bestätigt hat. Unklarheit herrscht weiter darüber, welche Quellen legal sind und welche nicht. Einen großen Unterschied gibt es je nach Alter.

kinox.to und Co.: Illegales Streaming in Deutschland trotz Netflix extrem angesagt
Bildquelle: Getty Images / OcusFocus

Mehr als die Hälfte zahlt nicht für Inhalte

Bei der neuen Studie zur „Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte im Internet durch deutsche Verbraucher“ des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb wurden über 5.500 Nutzer befragt. Sie alle wohnen in Deutschland und sind älter als zwölf Jahre. Befragt wurden sie nach ihrem persönlichen Nutzungsverhalten im Internet. Die Studie wurde von Mai bis Juli 2017 durchgeführt und ist dem Institut zufolge repräsentativ.

Mehr als die Hälfte der befragten Nutzer hat angegeben, dass sie für Musik und Videos nichts zahlen würden. Der Rest schaut Filme und Serien beziehungsweise hört Musik teils gegen Bezahlung, teils ohne. Fünf Prozent gaben an, dass ihr Medienkonsum im Internet vollständig illegal sei. Zehn Prozent teilten mit, dass sie Filme und Musik teil legal, teils illegal konsumieren. Bei den legalen Diensten spielen Netflix und Amazon Prime Video eine große Rolle.

Viele Nutzer sind der Studie zufolge überfordert, wenn es um die Einschätzung geht, welche Inhalte sie legal anschauen dürfen und welche nicht. Jüngere Nutzer haben diese Problematik aber weniger oft als Ältere. Insgesamt geben eher jüngere und männliche Nutzer an, teilweise ihren Medienkonsum im Internet illegal zu gestalten. Angst vor rechtlichen Konsequenzen haben nur wenige.

Bequemlichkeit und Schnelligkeit als Grund

Die Studie hat eine Vielzahl an Gründen zu Tage befördert, warum die Befragten illegale Quellen nutzen. Bequemlichkeit sei ein Faktor, ebenso wie die Schnelligkeit und Verfügbarkeit. Nutzer können es nicht verstehen, warum bestimmte Inhalte – wie zum Beispiel beliebte Fernsehserien oder Kinofilme – in manchen Teilen der Welt schon zu sehen sind, während sie hierzulande offiziell noch warten müssen. Bei illegalen Quellen kein Geld ausgeben zu müssen, ist natürlich auch ein wichtiger Faktor.

Manche Nutzer würden Abstand von illegalen Quellen nehmen, wenn die legalen Angebote kostengünstiger und flexibler wären. Nutzer stehen auch vor dem Problem, dass sie manche Inhalte gar nicht legal konsumieren können, weil manche Dienste zum Beispiel nur in den USA angeboten werden. Ein Teil der Nutzer wäre auch bereit, in diesem Fall dafür Geld auszugeben.

Quelle: Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb via golem.de

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