Kolumne: Weblogs, Tumblelogs und Microblogs - Worum geht's?

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(Holger) Heutzutage sind sie noch In, doch der Aufschwung hat definitiv abgenommen: Die Rede ist von klassischen Weblogs, wie sie seit langem von LiveJournal, Blogger, etc. angeboten werden. Inzwischen bekommt man für wenig Geld eine Domain samt Webspace, auf der sich ein eigenes Blog einrichten lässt. Doch aus den USA schwappen vermehrt Trends wie Tumblr oder Twitter über den großen Teich. Aber was können die Dienste überhaupt und welche Probleme schaffen sie?

Kolumne: Weblogs, Tumblelogs und Microblogs - Worum geht's?

Wer heutzutage nur ein klassisches Blog mit WordPress benutzt setzt sich schon fast der Gefahr aus als konservativ eingestuft zu werden. Im neumodischen “Web 2.0″ müssen es aber schon trendigere Dienste sein, bei denen sich die Nutzer leichter miteinander vernetzen können.

Einer der einfachsten Dienste, wenn es nur darum geht im Netz gefundene Videos und Bilder zu verlinken, oder kurze Texte zu verewigen, ist Tumblr.com. Eine kurze Anmeldung genügt und schon könnt Ihr den Service nutzen. Der Vorteil ist die einfache Integration ins normale Surfverhalten. Einfach das Bookmarklet aus den “Goodies” des eigenen Profils in die Bookmark-Leiste ziehen und das war’s. Wenn Ihr jetzt auf eine interessante Seite stößt klickt Ihr das Bookmarklet an und es öffnet sich ein Popup-Fenster, dass in der Regel clever genug ist, um zu erkennen, was Ihr tun wollt. Seid Ihr beispielsweise auf Flickr.com und wollt ein Bild merken, ist das Popup standardmäßig auf “Photo” eingestellt. Surft Ihr auf einer der vielen Videoseiten, erkennt Tumblr auch dieses und will das Video einbinden.

Aber auch als Aggregator für andere Dienste kann Tumblr genutzt werden, da Ihr beliebige RSS-Feeds einbinden könnt, die automatisch auf Eurem Tumblelog eingeblendet werden.

Dort lassen sich dann “Microblogs” wie Twitter, Jaiku oder seit neuestem auch Pownce einbinden. Wie üblich dauerte es nicht lange auch deutschsprachige Kopien, wie zum Beispiel texteln.de, den Hype mitnehmen wollten.

Bei einigen Varianten dieser Tools können nur kurze Texte mit einer beschränkten Zahl von Zeichen gepostet werden, wie bei einer SMS eben. Jaiku.com hingegen bietet neben der Integration von externen Feeds auch die Einbindung von vordefinierten Icons. Wer ein Nokia-Handy mit dem Symbian OS sein eigen nennt, kann bequem über das Funknetz seine Updates posten. Einmal konfiguriert weiß die Anwendung wo Ihr Euch gerade befindet und updatet Euer Profil vollautomatisch.

Ganz frisch hinzugekommen ist seit letztem Wochenende Pownce.com. Hier könnt Ihr kurze Texte, Links, Events aber auch Dateien mit Euren Freunden sharen. Die Einbindung externer Daten ist momentan nicht möglich.

Wer diese Dienste benutzt wird aber schnell an ein essentielles Problem stoßen: Was mache ich mit den ganzen Freunden, die ich bei Dienst X habe, ich aber lieber nur Dienst Y aktualisieren würde? Anwendungen die mehrere Dienste gleichzeitig aktualisieren können sind nicht verfügbar, und wenn man sich einmal an eins der Angebote eingelassen hat fällt einem der Wechsel schwer.

Bei zwei parallel laufenden Diensten mag das Ganze ja noch überschaubar sein, doch alles was darüber hinaus geht kann man “Crossposting Hölle,” also dem Senden eines Textes an mehrere Ziele, bezeichnen.

Man hat also die Qual der Wahl: Lässt man sich darauf ein oder ist man konsequent und versucht die Freunde davon zu überzeugen, dass der neue Dienst viel mehr bietet als der Alte. Immerhin ist es sehr wahrscheinlich, dass die Freunde genau dieselben Probleme haben und so versuchen werden Euch für einen anderen Dienst zu begeistern.

Habt Ihr ein Blog? Benutzt Ihr Services wie Twitter? Oder lassen Euch derartige Dinge gänzlich kalt? Postet Eure Web-Tools in die COMMENTS!

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