Von den Apps bis zum Web: Das neue neue Twitter

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Gestern Abend hat der Betreiber des sozialen Netzwerks Twitter eine Reihe aktualisierter Apps vorgestellt und zeitgleich seine Webseite überarbeitet. Die neuen Anwendungen stellen für den Micro-Blogging-Dienst aus San Francisco einen großen Schritt dar, für den sie bisher nicht nur Lobeshymnen gehört haben.

Sowohl die Apps für iPhone* und Android als auch die Website sind nun in vier wichtige Elemente unterteilt: Startseite, Verbinde, Entdecke und natürlich noch der eigene Account. Zugriff auf die neue Version der Website bekommt man derzeit, indem man eine der neuen Apps für iOS oder Android benutzt.

Die iOS-App entstammt der Übernahme von Tweetie, das ursprünglich von Loren Brichter entwickelt wurde. Dieser arbeitete bis letzten Monat auch noch bei Twitter und war maßgeblich an der Gestaltung der Apps beteiligt. Bis gestern waren neue Versionen der iPhone-App quasi Updates von Tweetie mit einem anderen Namen.

Die neuen mobilen Anwendungen deuten jedoch auf einen klaren Schnitt hin, sind doch viele der hilfreichen Funktionen in der überarbeiteten iOS-App über Bord geworfen worden. Auch das so genannte “attention to detail”, die Liebe zum Detail, fehlt an vielen Stellen. Die Kontrahenten der iPhone-App freuen sich derweil über die Kritik an dem neuen Programm.

Wie bereits erwähnt, unterteilen sich App und Website nun in vier Bereiche. Die Startseite der iOS-App zeigt die Updates der Freunde und hat sich vergleichsweise gering verändert. Aber schon hier wurden hilfreiche Funktionen gestrichen. So sind die Wisch-Funktionen für einen Tweet verschwunden, um beispielsweise schnell auf einen Status zu antworten oder ihn zu retweeten. Auch die Möglichkeit, mit Hilfe eines Swipes über die obere Statusleiste schnell von einer tief verlinkten Seite innerhalb von Twitter zur Startseite zurück zu kehren.

Die zweite Sektion ist Verbinde, welche die Interaktion mit den Freunden anzeigt. Hier wurde aber noch eine zweite Ebene hinzugefügt – sozusagen ein Tab innerhalb eines Tabs. So können nun nicht mehr nur Erwähnungen eingesehen werden, sondern auch die Aktivitäten der Freunde.

Der dritte Button der App und Webseite ist Entdecke. Ja, die direkten Nachrichten sind aus dem direkten Zugang verschwunden, dazu später mehr. Denjenigen, die sich noch an das Desaster der “Dickbar” erinnern wird hier gleich warm ums Herz. Mit Hilfe der “Dickbar” und auch der neuen Entdecke-Seite will Twitter sein Geld verdienen, etwa mit dem verkaufen von Trends oder so genannten “Hashtags”. Angezeigt werden dort unter anderem Geschichten und aktuelle Trends. Beim persönlichen Test war nicht eine einzige “Geschichte” vorhanden, die relevant war. Dasselbe gilt für die angezeigten Trends. Mit anderen Worten: Diese Sektion ist zum großen Teil überflüssig.

Im vierten und letzten Feld geht es um den eigenen Account. Hier kann man unter anderem auf Listen und die Direktnachrichten zugreifen. Tipp: Ein Wisch nach oben über dem Account-Knopf in der Navigationsleiste bringt euch ebenfalls direkt zu den Direktnachrichten. Dort zeigt sich ebenfalls, dass die Entwickler sich die Details der App noch einmal genauestens ansehen sollten. So wird der Löschen-Knopf außerhalb der Umrahmung angezeigt. Insgesamt hat Twitter die Direktnachrichten in all seinen Diensten in den Hintergrund gerückt.

Ein hilfreiches neues Feature der Webseite ist die Möglichkeit, ohne große Umstände Tweets in Blogs und sonstige Webseiten einzubinden. Dazu geht man einfach in die Detail-Ansicht eines Tweets und sieht daraufhin nach einem Klick auf “Diesen Tweet Einbinden” verschiedene Optionen für die Einbindung.

iOS- und Android-App sind sich mittlerweile sehr ähnlich, lediglich die Navigationsleiste ist bei der Android-App am oberen Ende des Bildschirms. Eine neue iPad- oder OS-X-Version gibt es bislang noch nicht. Dafür ist TweetDeck, welches ebenfalls seit kurzem zum Twitter-Imperium gehört, nun eine native App und benötigt damit kein Adobe Air mehr. TweetDeck ist kostenlos im Mac App Store* verfügbar und unterstützt unter anderem auch den Vollbild-Modus von OS X Lion.

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