Kommentar: Ärger, weil ihr Youtube-Videos nicht sehen könnt? Selbst schuld!

M. Göbel
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Kommentar: Ärger, weil ihr Youtube-Videos nicht sehen könnt? Selbst schuld!

Seit Jahren zanken sich GEMA und Youtube um die Vergütung von Video-Streaming. Die Folge: Youtube sperrt Musikvideos. Die User sind genervt. Und selbst schuld daran. Ein Kommentar

Könnt ihr das noch hören? GEMA und Youtube vor Gericht. GEMA und Youtube verhandeln. Youtube sperrt Videos. Youtube sagt, GEMA ist schuld. GEMA sagt, Youtube ist schuld. GEMA und Youtube wieder vor Gericht. Verhandeln trotzdem weiter.

Bei dem Streit geht es ums Geld: Die GEMA will eine Gebühr pro abgespieltes Lied haben (wenn dieses urheberrechtlich geschützt ist). Youtube bietet einen Anteil an den Werbeeinnahmen. Beide führen gute Gründe ins Feld: Für die GEMA ist Youtube ein Streaming-Dienst, Youtube sieht sich selbst als Plattform für User-Content. Eigentlich scheint eine Einigung nahe zu sein: Youtube bringt im Interview mit GIGA wieder sein Content-ID-System ins Gespräch, das mittels einer Referenzdatei (“Footprint”) Original-Songs identifizieren kann. Die Frage ist aber letztendlich, wer diese Referenzdatei erstellen soll. Youtube sagt, der Urheber bzw. die Plattenfirmen sollen es. Die GEMA als Rechtevertreterin von Zehntausenden Urhebern sagt, Youtube müsse das machen.

Niemand kann das mehr nachvollziehen

Das ist Klein-klein, das nur noch die wenigsten User nachvollziehen können. Sie verstehen nicht, was für ein Riesenproblem es ist, da einen vernünftigen Kompromiss auszuhandeln. Und ehrlich: Wir verstehen es auch nicht.

Beide Seiten beteuern, nur das Beste der User zu wollen. Beide geben sich konstruktiv und an einer schnellen Lösung interessiert. Dass beide die Öffentlichkeit damit für dumm verkaufen, zeigt sich daran, dass es so lange schon keine Lösung gibt. Aber wie kann es anders sein: Youtube ist am Profit interessiert. Die Google-Tochter glaubt, sich das Hinhalten als Online-Video-Quasi-Monopolist (siehe unser Artikel “Das YouTube Phänomen – Wir haben ein Monster geschaffen!“) leisten zu können. Und die GEMA als Verwertungsgesellschaft muss die Interessen ihrer Mitglieder vertreten.

Wer ist also schuld, wenn Ihr Euch ärgern müsst, weil auf Youtube wieder ein “Dieses Musikvideo ist leider nicht verfügbar” auftaucht? Ihr selbst. Nicht Youtube, nicht die GEMA, sondern Ihr, die User. Wer sagt denn, dass Youtube der einzige Ort im Netz ist, wo ihr Musikvideos angucken könnt? Längst gibt es genug andere kostenlose Dienste für Musik, etwa simfy, spotify, rdio, für Videos dailymotion, vimeo, myvideo, clipfish – und sogar auf Musikvideos spezialisierte Dienste wie tape.tv. Wer sich da von Youtube ärgern lässt: Selbst schuld.

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