Philadelphia: Zeitungen im Digital-Abo mit Android-Tablet

Frank Ritter
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Ein interessantes Konzept zur Verbreitung klassischer Medien auf neuen Vertriebswegen kommt aus der US-Medienwelt: Ein Zeitungsverlag aus Philadelphia will zukünftig digitale Abos von Tageszeitungen in Verbindung mit einem Android-Tablet verkaufen. Der Ausweg aus den rapide sinkenden Auflagen klassischer Medienhäuser?

Philadelphia: Zeitungen im Digital-Abo mit Android-Tablet

Während sich deutsche Printmedienmacher und Verlagshäuser eher unregelmäßig mit Ruhm bekleckern, was ihre digitalen Strategien angeht, ist man, scheint’s, jenseits des großen Teichs schon etwas weiter: Das Verlagshaus Philadelphia Media Network bestzt zwei Zeitungen aus Philadelphia, Pennsylvania: Den Inquirer und die Daily News. Gestern wurde vor Ort ein Abonnementmodell vorgestellt, über das Leser ein Android-Tablet zusammen mit einem digitalen Abonnement der Zeitungen kaufen können.

Greg Osberg, Präsident des Verlags, konnte noch keine allzu genauen Angaben machen, da sich die Planung noch in einem frühen Stadium befindet. Laut liliputing.com werden die Pläne aber in dern nächsten vier bis sechs Wochen konkretisiert. Dann wird sowohl die Marke das Tablets als auch dessen Preis bekanntgegeben. Bis jetzt ist nur bekannt, dass die Tablet-Firma bereits ein Tablet am Markt hat und dass zunächst eine WLAN-only-Variante eingesetzt wird.

Das digitale Zeitungsangebot soll sowohl aus einer “echten” gescanten Version der Zeitung bestehen als auch aus einer für Tablets optimierten News-App.

Die Webseite adweek.com gibt an, dass der Preis des kombinierten Angebots aus Tablet und einem Ein- bis Zweijahres-Abonnement etwa bei 50% der Einzelpreise von Abo und Tablet zusammengerechnet liegen soll. Der derzeitige Preis eines Wochenabos der digitalen Zeitungsversionen liegt bei 2,99 $. Der Verlag verspricht sich von diesem Deal, der Hardware und Content verknüpft, die Erschließung neuer Leser- und Käuferschichten. In einem ersten Test sollen gerüchteweise zunächst 2.000 Tablets mit Abofunktion verkauft werden, bei Erfolg mehr. Auch eine iPad-Edition der App ist geplant.

Greg Osberg war früher Herausgeber des Newsweek-Magazins. Mit zahlreichen neuen Ideen will er die 2010 insolvent gewordenen Blätter fit für die digitale Ära machen. Dazu gehören Werbeeinnahmen und genaue Analysen der Lesegewohnheiten von App-Nutzern. Bereits jetzt wurden die Publikationen auf einen neuen Kurs getrimmt, der sich stärker auf lokale Nachrichten konzentriert und Konkurrenzen innerhalb des Hauses abbaut.

Weitere Themen: Tablet, Android

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