Tilt-Shift-Kamera - Günstige Spezialdigicam von Photojojo für Tilt-Shift-Fotografie

Holger Blessenohl

Nach HDR ist Tilt-Shift das derzeit angesagteste Feature in der Fotografie. Seit die Telekom den Miniaturisierungseffekt mit ihrem Werbespot letztes Jahr bekannt gemacht hat, reißt die Flut von Tilt-Shift-Handyapps und Software-Filtern nicht mehr ab. Das sind natürlich nur billige Ersatzlösungen. Für echte Fans kommt nur ein echtes Tilt-Shift-Objektiv in Frage.

Tilt-Shift-Kamera - Günstige Spezialdigicam von Photojojo für Tilt-Shift-Fotografie

Nun gibt es Objektive, und vor allem Spezialobjektive, natürlich nur für Systemkameras, seien sie nun mit oder ohne Spiegel. Billig sind solche Tilt-Shift-Objektive meist nicht gerade. Die günstigsten bekommt man für um die 200 Euro, nach oben kann es schnell mal in den höheren vierstelligen Bereich gehen. Viel Geld für ein paar witzige Bilder.


Der verblüffende Miniaturisierungseffekt eines Tilt-Shift-Bildes entsteht dadurch, dass dem Auge eine Makro-Aufnahme als optische Täuschung vorgegaukelt wird. Bei Makroaufnahmen wird nur die Bildmitte scharf, die Bildränder hingegen haben große Unschärfen. Ein Tilt-Shift-Objektiv ahmt diesen Effekt nach, indem die Linsen so verschoben werden, dass wie bei einer Makroaufnahme nur die Bildmitte scharf abgebildet wird, der Rest des Bildes hingegen stark unscharf. Der Effekt wirkt deshalb am Besten, wenn man von oben auf Straßen oder Menschengruppen fotografiert. Handy-Apps oder Software-Effektfilter ahmen diese Schärfeverteilung nach, indem sie die Bildränder stark weichzeichnen, mit einem echten Objektiv lässt sich das aber natürlicher wirkend umsetzen.

Wir haben hier einen heißen Tipp für alle, die gern mehr Tilt-Shift-Fotos machen würden, sich deshalb aber nicht gleich eine komplette DSLR-Ausrüstung zulegen möchten. Das US-amerikanische Unternehmen Photojojo hat eine Tilt-Shift-Point-and-Shoot im Programm, die derzeit nur 149,- US-Dollar kostet. Nach heutigem Wechselkurs sind das etwas mehr als 100 Euro.


Allzu viel erwarten solltet Ihr von der Spaß-Digicam aber nicht, die Auflösung liegt bei bescheidenen 5 Megapixeln, da bietet so manches Smartphone mehr. Dafür können mit dem kleinen Fotoapparat aber auch Tilt-Shift-Videos gedreht werden. Allerdings haben auch die AVIs nur eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Für den Upload auf Youtube oder Facebook reicht das gerade noch. Und da es sich wie bei allen Kompaktkameras um ein fest verbautes Objektiv handelt, könnt Ihr damit auch wirklich nur Tilt-Shift-Bilder schießen.

Die Tilt-Shift-Kamera könnt Ihr im Photojojo-Online-Shop bestellen, mindestens 12 US-Dollar Versandkosten kommen dann noch mal dazu (bei 2-4 Wochen Versandzeit).

Wem das zu viel Geld ist, kann natürlich seine Bilder auch weiterhin mit geeigneter Software nachträglich mit einem Tilt-Shift-Effekt versehen. Wie das geht, hat zum Beispiel Andreas im Artikel Effekt aus der Telekom-Werbung nachbauen mit Tilt-Shift-Freeware beschrieben.

Via Golem

Bildrechte: Photojojo

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