Camtasia 2 für Mac: Einfache Screencast-Software mit Profi-Ergebnissen

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Für fast jede denkbare Fertigkeit, sei es Handwerk oder die Bedienung aufwendiger Software, gibt es Lernvideos im Internet. Kunstvoll gleitet der Cursor über den Bildschirm, begleitet von der sonoren Stimme eines Lehrmeisters. Eines der Werkzeuge, die bei derartigen Tutorials zum Einsatz kommen kann, ist Camtasia. Entwickler TechSmith hat kürzlich die neueste Version des Programms für den Mac präsentiert und wir haben sie unter die Lupe genommen.

Was gibt’s Neues?

Zunächst ein Blick auf die Neuerungen seit Version 1. Hier haben sich die Schöpfer einiges einfallen lassen. Die Benutzeroberfläche wurde etwas überarbeitet und konnte dem rein subjektiven Empfinden des Autors nach an Übersichtlichkeit noch gewinnen. Die Audio- und Video-Effekte, Übergänge sowie Animationen sind nun gemeinsam mit den verfügbaren Medien in der oberen linken Ecke des Programmfensters untergebracht.

Neu ist unter anderem auch der Weichzeichner, der es ermöglicht, bestimmte Teile des Videos zu verschleiern, um etwa sensible Daten des Anwenders auszublenden. Auch zur Annotation der eigenen Lehr-Videos hat Camtasia 2 einiges in petto. So bietet das Programm eine Reihe vorgefertigter Text- und Bildelemente, mit denen wichtige Stellen im Video erklärt oder hervorgehoben werden können.

Sprechblasen, Formen, Pfeile und mehr lassen sich stets personalisieren und anpassen – anschließend können die Vorgaben gespeichert und später immer wieder abgerufen werden.

Besonders interessant für iOS- und OS-X-Entwickler: Für iPhone, iPad, Mac und Thunderbolt Display lassen sich eine Reihe aktueller Modelle als Rahmen um das Video legen. Dieses wird daraufhin automatisch skaliert und der Rahmen macht alles mit, was auch dem darin eingebetteten Clip widerfährt. Eine tolle Funktion für Marketing-Videos oder Produktpräsentationen.

Außerdem hat sich bei den Output-Möglichkeiten etwas getan: Camtasia 2 ist nun in der Lage, die erzeugten Daten inklusive eines Flash-Containers zu exportieren, der darüber hinaus mit einer HTML5-Option ausgestattet ist. Wer seine Videos also nicht via YouTube, sondern eigenständig auf seiner Webseite präsentieren möchte, erhält so fertigen HTML-Code mit Flash-Player.

Ans Eingemachte: Ton, Kamera, Action!

Soweit also einige der Neuigkeiten seit Camtasia 1.2.2. Doch wie geht man nun vor, wenn man einen Teil des Displays aufnehmen möchte? Nach dem Programmstart zeigt sich zunächst das Fenster zur Aufnahmevorbereitung. Hier wählt man, sofern mehrere vorhanden sind, den gewünschten Bildschirm sowie den daraus aufzunehmenden Bereich. Einige populäre Formate sind vorgegeben, wie etwa iPhone 4, iPad oder verschiedene YouTube-Formate. Ein grüner Rand bietet eine Vorschau des gewählten Aufnahmebereiches.

Auch das Bild einer Webcam, iSight oder andere, lässt sich simultan dazu schalten. Jetzt schnell noch eine Audioquelle gewählt und die Aufnahme kann starten. Damit

bewegt Camtasia 2 sich in etwa in dem Funktionsumfang, den man von jeder Screencast-Software erwarten darf. Richtig glänzen kann die Anwendung jedoch in der Nachbearbeitung.

Einfacher geht’s (fast) nicht

Was bei der weiteren Bedienung des Programms auffällt, ist die einfache Umsetzung von Funktionen, die sonst häufig nur in Profi-Software zu finden sind. So können alle Effekte, Übergänge und Annotationen mithilfe der „Blanko-Bausteins“ animiert werden – und zwar ganz ohne „echte“ Keyframes, einfach mit ein paar Mausklicks. Keyframes gibt es natürlich schon, sie werden dem Anwender nur nicht als solche dargestellt. Statt dessen sind die Funktionen simpel und leicht verständlich gehalten.

Die Oberfläche lässt sich in vier grobe Bereiche einteilen. Oben links in der Ecke entdeckt man, wie bereits erwähnt, die verfügbaren Medien sowie Effekte,

 Übergänge und Animationen. Daneben das Vorschau-Fenster, auf der rechten Seite lassen sich bei Bedarf diverse Einstellungen zu den ausgewählten Elementen einblenden. Am unteren Rand ist wie gewohnt die Zeitleiste zu sehen.

Der nächste Schritt nach der Aufnahme des eigentlichen Materials ist also die Vorbereitung des Endprodukts. Hierzu können neben dem gerade erstellten Video weitere Medien in verschiedenen Formaten (.mp4, .mov, .avi, .dv, .aiff, .aac, .wav, .mp3, .png, .jpg, .tiff, einseitige .pdf sowie srt- und sami-Formate) eingefügt werden. Nicht unterstützt werden dagegen mts, mpeg-2, avchd, rm, swf, flv, ogg, webm, wma und wmv.

Mit ein Wenig Geschick lassen sich so also auch weitere, standardmäßig nicht enthaltene Geräterahmen um das Video legen. Etwa ein iPhone voriger Generation oder ein älteres MacBook. Dann muss allerdings auch jede Bewegung manuell animiert werden, eine automatische Bindung an den Clip erfolgt bei diesen „mundgebissenen“ Varianten nicht.

Erläutern, Erklären, Kommentieren: Die „Annotations“

Unter dem Eintrag „Media“ im Auswahlmenü am linken Fensterrand sind neuerdings „Annotations“, also Anmerkungen oder Kommentare zu finden. Sie gestatten es dem Anwender, Hinweispfeile, Markierungen oder einfach nur Text einzubauen, der das Gezeigte näher beschreibt. Als eigenständige Elemente in der Zeitleiste stehen natürlich auch hierfür alle Möglichkeiten der Animation und Gestaltung zur Verfügung. Farbe, Form und mehr können im Einstellungs-Panel am rechten Bildschirmrand konfiguriert werden.

Ebenfalls unter „Annotations“ einsortiert: Das „Blur“- oder Weichzeichner-Werkzeug, wie üblich in der digitalen Bildbearbeitung markiert mit einem Tropfen. Wer ein Programm zeigt, in dem persönliche oder sonst sensible Daten gezeigt werden, kann damit einen Teil des Videos unscharf machen und so die dahinter verborgenen Informationen vor unbefugten Blicken schützen. Auch hier gilt natürlich: Bewegung, Format und alles Weitere lässt sich mit Animationen beeinflussen.

Übergangsweise: Überleitungen mit Stil

Als nächstes stehen zahlreiche Übergänge zur Verfügung, die allerdings nur als Vorlagen zu verstehen sind. Sie selbst lassen sich zwar nicht verändern, ihre Funktionen können jedoch ohne weiteres mithilfe des Blanko-Bausteins nachgestellt und so angepasst werden.

Der Blanko-Baustein (zu Finden unter den „Animations“) ist eines der wichtigsten und praktischsten Werkzeuge im Koffer von Camtasia 2. Er erlaubt es nämlich, so ziemlich jede Eigenschaft eines Elements, sei es nun Position, Größe, Drehung oder weiß der Kuckuck was, mit verstreichender Zeit einer Veränderung zuzuführen – kurz: zu animieren.

Wie das funktioniert und das Fazit des Tests findet Ihr auf der nächsten Seite:

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Weitere Themen: YouTube, Software


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